Unser Wochenende auf Borneo

Unser Wochenende auf Borneo

Am Freitagabend machen wir uns zusammen mit Besucherin Regina auf den Weg nach Borneo, genauer gesagt nach Kuching, der Hauptstadt des malaysischen Teils Sarawak. Nach nur knapp zwei Stunden Flug und einem kurzen Zwischenstopp auf dem Food Court 101 in der Innenstadt, wo wir für erstaunlich wenig Geld erstaunlich tolles Essen bekommen, erreichen wir unser Hotel erst gegen 23 Uhr und fallen ziemlich schnell müde ins Bett.

Samstag:

Beim Aufwachen höre ich als allererstes Meeresrauschen und Dschungelgeräusche; der Blick aus dem Panoramafenster ins Grüne ist toll. In unserem Hotel, The Culvert, sind die Zimmer in Betonröhren eingebaut. Es ist ziemlich eng, aber eindeutig besonders.

Wir frühstücken und verbringen den Vormittag gemütlich am Pool bzw. erkunden den sehr weitläufigen und verlassenen Strand .

Leider wird vom Baden im Meer abgeraten:

Zum Mittagessen gibt es Pizza!

Danach machen wir uns mit dem Auto – der private Taxidienst Grab funktioniert auch hier tadellos – auf die mehr als einstündige Fahrt in den Süden von Kuching.

Endlich erreichen wir das Semenggoh Wildlife Centre.

In diesem Reservat dürfen Orang-Utans im verbleibenden Rest Regenwald ein halbwegs freies Leben führen. Für einen erstaunlich günstigen Eintrittspreis dürfen wir das Reservat betreten. Überall stehen Schilder, auf denen erklärt wird, dass die Sichtung von Orang-Utans nicht garantiert sei, da es sich eben um einigermaßen wildlebende Tiere handle. Noch bevor wir überhaupt das eigentliche Besucherzentrum erreichen, klettert bereits der erste rothaarige Menschenaffe aus dem dichtem Grün am Wegrand.

Die Parkranger scheuchen uns sofort weiter, die Tiere sind schließlich doch unberechenbar und unfassbar kräftig. Im Besucherzentrum werden wir erst einmal über die Sicherheitsbestimmungen belehrt, währenddessen rüpelt dort eine 48-jährige Orang-Utan-Dame herum und muss mit ein paar Bananen abgelenkt werden.

Zu Fuß geht es gut 200 Meter durch den Urwald.

Dort dürfen wir einem männlichen Orang-Utan dabei zusehen, wie er mit Leichtigkeit eine frische Kokosnuss schält, knackt und dann genüßlich das Fruchtfleisch verspeist und das Kokoswasser trinkt.

Es ist unangenehm schwül-heiß unter dem dichten Blätterdach, allen läuft der Schweiß in Strömen von der Stirn, und Titus, der ein bisschen erkältet ist, kann der Orang-Utan-Sichtung überhaupt nichts abgewinnen. Nach einer halben Stunde treten wir also den Rückweg an. Im Besucherzentrum vergnügt sich immer noch die Orang-Utan-Oma mit den Ausstellunsobjekten.

Kurz darauf spaziert neben uns das Alpha-Männchen vorbei, deutlich zu erkennen an den breiten Wangen.

Per Privat-Taxi geht es für ein paar Ringgit in die Innenstadt von Kuching. Am Fluss machen wir einen kleinen Spaziergang und bestaunen den beeindruckenden Sitz des Parlaments von Sarawak – an Geld scheint es dank Palm- und Erdöl und den Export von Tropenholz hier nicht zu mangeln.

Wir kehren zu einem frühen Abendessen in einem chinesischen Restaurant in der Carpenter Street ein.

Wir decken uns im nahegelegenen Supermarkt mit Knabbereien und Wein ein und nehmen den langen Rückweg per Auto in Angriff. Zurück im Hotel verfrachten wir Norman ins Bett, den eine fiese Erkältung erwischt hat. Titus futtert mit Begeisterung wieder einmal Fertig-Nudelsuppe, und Regina und ich sitzen noch bis Mitternacht auf der Hotelterrasse und lassen uns den Wein schmecken, während ein tropischer Regenguss herunterprasselt und daumengroße Frösche um uns herumhüpfen.

Sonntag:

Es ist bewölkt und leicht regnerisch am Vormittag, so dass wir nach Ausschlafen, gemütlichem Frühstück und einem kurzen Strandspaziergang ein paar Stunden im Hotel verbringen.

Titus ist gut beschäftigt, sowohl mit seiner Reise-Unterhaltungs-Kiste…

…als auch mit Kokosnuss-Experimenten, während Norman sich auskuriert und Regina und ich lesen.

Der direkt neben unserem Hotel gelegene Berg Santubong lässt sich hinter den dicken Wolken nur erahnen, und wir verschieben die geplante Wanderung auf den Nachmittag.

Gegen halb zwei brechen Regina, Titus und ich dann endlich auf, Norman ist immer noch indisponiert. Titus dagegen ist offenbar wieder völlig hergestellt, denn selbst der schweißtreibende, zwanzigminütige Weg entlang der Straße gebietet seinem Redeschwall keinen Einhalt. Endlich erreichen wir, schon jetzt schweißgebadet, den dezenten Eingang zum Santubong-Nationalpark.

Nachdem wir uns bei den Park Rangern registriert haben, nehmen wir den Jungle Trail Richtung Wasserfall in Angriff. Dieser führt uns über schlammige Wege, rutschige Wurzeln und glitschige Steine zwischen Urwaldbäumen hindurch, das dichte Blätterdach verschluckt uns und lässt kaum ein Lüftchen durch, so dass wir uns fühlen wie in einem Dampfbad.

Wir folgen brav den gut sichtbaren Markierungen, die uns zu unserem Erstaunen dann tatsächlich auch über einen Fluss führen – zum Glück gibt es ein Halteseil, und wir kriegen uns und das Kind halbwegs trockenen Fußes ans andere Ufer.

Titus findet alles großartig und herrlich abenteuerlich, und Regina und ich bestaunen die seltsamen Urwaldgewächse.

Nach gut einer halben Stunde haben wir zwar nicht das Ende des Wanderwegs erreicht, kommen aber nicht mehr über den Fluß, und machen einfach an einer sehr idyllischen Stelle eine kurze Pause, bevor wir den Rückweg antreten.

Nach knapp drei Stunden kommen wir, nass von Kopf bis Fuß, wieder im Hotel an, wo wir dringend sofort Eis ordern. Leider ist es bereits sehr angeschmolzen und das Risiko einer Lebensmittelvergiftung gehe ich lieber nicht ein. Also gibt es stattdessen Pommes (Titus) und einen Aperitif (Regina und ich). Den Rest des Tages verbringen wir in der gemütlichen, offenen Hotel-Lobby. Titus möchte mal wieder stundenlang Schule spielen und weist anschließend Regina in seine aktuellen Lieblingsserien ein.

Die Moskitos sind heute bei der Schwüle derart aggressiv, dass wir uns ständig mit Mückenschutz einsprühen müssen, und trotzdem gestochen werden.

Da wir den kranken Norman nicht noch einmal alleine lassen wollen, verzichten wir auf einen weiteren Ausflug und nehmen das Abendessen im Röhren-Hotel ein. Ganz landestypisch gibt es Pizza und Pasta.

Danach lassen Regina und ich den Tag bei einer Flasche Wein und einer Folge von The Crown auf den Liegen am Pool ausklingen. „Everything improves with a drink“ (Season 3, Episode 5)!


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

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