Korea-Rundreise: Busan, Tag 1

Korea-Rundreise: Busan, Tag 1

Wir schlafen so lange, dass wir das Fruehstueck im Hotel verpassen, was aber vermutlich kein allzu grosser Verlust ist. Stattdessen kehren wir in einem der vielen Cafes auf dem Weg zur U-Bahn ein. Das finden wir aber nur, weil es ausnahmsweise ein englisches Schild ueber der Tuer hat.

Per U-Bahn und Bus geht es nach Gamcheon. Der am Hang oberhalb des Hafens gelegene Stadtteil aus dem 1920er Jahren wurde vor einiger Zeit einer Rundum-Kur unterzogen und von Kunststudenten aufgehuebscht. Seitdem ist er ein Touristenmagnet, jeder moechte die farbigen Haeuserfassaden und Kunstinstallationen fotografieren.

Wir natuerlich auch, also schlendern wir mitsamt Heerscharen von Besuchern durch die schmalen Gaesschen hinauf und hinab, bestaunen Kunst, nette Boutiquen und Cafes mit sehr „asiatischem“ Warenangebot.

Immerhin geht unsere Begeisterung fuer das perfekte, instagramtaugliche Selfie nicht so weit, dass wir uns an den extra ausgeschilderten „Photo Spots“ in eine meterlange Warteschlange einreihen und dann gar noch waghalsig ueber eine Bruestung klettern.

Wir legen lieber eine gemuetliche Kaffeepause ein und schlendern dann zur Bushaltestelle. Ein recht klappriger Stadtbus bringt uns in rasanter Fahrt die engen, steilen Kurven hinunter zu Wasser.

Das ist zwar nicht allzu sauber, aber der nette Spazierweg und das angenehmen Lueftchen um die Nase sind sehr kurzweilig. Was aber die kleine Meerjungfrau hier verloren hat, bleibt unklar.

Wir besteigen die Seilbahn (Busan Air Cruise) und lassen uns damit ueber die Bucht nach Songdo bringen. Hier kann man waehlen, ob man fuer einen Aufpreis in den Kabinen mit Glasboden fahren moechte. Wir nehmen natuerlich die guenstigere Variante, im Gegensatz zu 90 Prozent der anderen Besucher. Am Ende kommen wir damit schneller ans Ziel, denn wir muessen laengst nicht solange fuer die so unpopulaere „normale“ Kabine anstehen.

Am Zielort erwartet uns zunaechst seltsamerweise eine Art Jurassic Park. Animierte, lebensgrosse und laut bruellende Dinosaurier sind dort aufgestellt und erschrecken mit ihren Schreien kleinere Kinder zu Tode, waehrend Titus ungeruehrt einem stampfenden Tyrannosaurus ans Bein fasst und erklaert, dass der gar nicht echt ist.

Anschliessend wird gewandert. Ueber Waldwege geht es hinauf und hinab, wir sind bald schweissgebadet und begegnen zumindest hier kaum einer Menschenseele. Gruselig sind allerdings die vielen Schuetzengraeben entlang des Wanderwegs.

Zurueck geht es wieder per Gondel, der Blick auf die wirklich ziemlich grosse Stadt mit ihren nicht ganz so pittoreskem Beton-Haeusermeer ist von hier aus ganz beeindruckend.

Per Bus (dank Normans vorab installierten Handy-Apps laesst sich die Route gut finden) geht es nun nach Nampo in eine der Haupteinkaufsstrassen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Marken aus aller Welt und ein unbeschreiblicher Trubel und Laerm, denn seit ein paar Tagen findet in Busan das alljaehrliche internationale Film Festival (BIFF) statt und ueberall sind Leinwaende errichtet.

Nach einem Rundgang retten wir uns vor dem einsetzenden Regen im Lotte Department Store, dem groessten (Luxus-)Warenhaus der Welt, aehnlich dem KaDeWe. Wir legen eine Pause ein, fahren einmal durch alle Stockwerke und sind voellig erschlagen von dem Warenangebot und der Menschenmenge, die sich hier tummelt.

Inzwischen ist es Abend, und wir fahren per Bahn zurueck in „unser“ Viertel, wo wir in eines der vielen Korean BBQ-Restaurants einkehren.

Titus findet den Tischgrill ganz grossartig und ist mit Kartoffelscheiben und ein paar Nudeln voellig zufrieden, waehrend ich mich an die vielen eingelegten Gemuese-Koestlichkeiten halte und Norman im Fleischhimmel schwebt.

Heute, am Samstag Abend, ist hier im Ausgehviertel deutlich mehr los, und wir schlaengeln uns durch wahre Menschenmassen auf dem Heimweg, die geduldig vor Restaurants und Bars anstehen. Das lassen wir aus und trinken lieber im Hotel noch einen Schluck Soju!

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