Korea-Rundreise: Andong und Gyeongju

Korea-Rundreise: Andong und Gyeongju

Morgens stehen wir gerne auf, und der Blick aus dem Fenster zeigt: Der Regen hat aufgehoert und der Taifun ist weitergezogen, ohne Schaden anzurichten. Waehrend ich mich in die Schlange vor dem einzigen Bad einreihe, serviert der Hausherr das Fruehstueck, das wir ganz traditionell am niedrigen Tischchen einnehmen. Sehr kindertauglich.

Im Garten bewundere ich noch die Obstbaeume, die sich vor Birnen, Aprikosen, Aepfeln und Kaki-Fruechten schier biegen.

Anschliessen besichtigen wir den nur ein paar Minuten Autofahrt entfernten Bongjeon Tempel, einer der aeltesten Tempel Koreas und UNESCO-Weltkulturerbe.

Obwohl heute nicht nur in Deutschland, sondern auch in Korea nationaler Feiertag ist, ist kaum eine Menschenseele zu sehen.

Unser naechster Halt fuehrt uns ins knapp zwanzig Kilometer entfernte Dorf Hahoe – ebenfalls Weltkulturerbe, da es ein bis heute bewohntes, fast originalgetreu erhaltenes Dorf aus dem 16. Jahrhundert ist und einen guten Eindruck vom Leben in dieser Region Koreas liefert.

Natuerlich schieben sich dort einige Touristen durch die engen Gassen, und die Ausmasse des Parkplatzes lassen auf grosse Anstuerme in der Ferienzeit schliessen. Insgesamt ist es aber tatsaechlich recht beschaulich, und die Dorfbewohner geben sich redlich Muehe, moeglichst originalgetreue Darstellungen koreanischer Traditionen abzuliefern.

Titus darf beim Waescheplaetten, Reisstampfen und Maismahlen helfen:

Anschliessend bekommen wir einen typischen koreanischen Chrysanthemen-Tee kredenzt, den vor allem Titus mit grossen Genuss schluerft. Wir sollten offenbar zuhause oefters Tee trinken!

Inzwischen hat sich die Sonne hervorgewagt, die Temperaturen steigen sofort wieder auf sehr angenehme 26 Grad an, und nach einer ausgiebigen Runde auf der grossen Dorf-Schaukel holen wir die kurzen Hosen aus dem Kofferraum und machen uns auf den Weg zur einer Mittagspause.

Nach Kuchen und Kaffee bzw. Nudelsuppe in einem netten Cafe mit Blick ueber die in der Sonne glaenzenden Reisfelder machen wir uns auf nach Andong, der Provinzhauptstadt.

Denn just heute soll dort das grosse, alljaehrliche Maskenfest stattfinden. Das bestaetigst sich spaetestens bei der Fahrt Richtung Stadtzentrum, denn das Gedraenge und der Verkehr wird dichter und dichter und die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich als schwierig. Als wir endlich erfolgreich sind, tun wir uns schwer mit der Entzifferung des Festival-Programms.

Wir laufen also einafch den vielen Menschen hinterher und landen mitten in einem grossen Jahrmarkt, wo es Essens- und Verkaufsstaende aller Arten sowie Fahrgeschaefte und noch einmal Essen gibt.

Die eigentliche Hauptattraktion, naemlich die kunstvoll gefertigten Masken, bekommen wir leider nur am Rande in Aktion zu Gesicht.

Dafuer durfen sich an jeder Ecke Kinder fuer ein kleines Entgelt selbst Masken basteln und bemalen/bekleben, und Titus bekommt natuerlich auch eine solche.

Wir steigen wieder ins Auto, und ich kutschiere uns ueber 160 Kilometer weiter suedlich nach Gyeongju. Wieder einmal klappt das Gestikulieren an der Mautstation bestens und wir duerfen auch ohne Ticket (die Automaten sind naemlich allesamt ausser Betrieb) den regulaeren Preis bezahlen. Es ist bereits 19 Uhr und stockfinster, bis wir auf dem Parkplatz vor unserem Hotel einbiegen. Leider ist kein Mensch weit und breit zu sehen, die Eingangstuer ist verriegelt und niemand geht ans Telefon.

Unsere Maegen knurren, also fahren wir ein paar Minuten weiter und kehren ins erstbeste Lokal ein – mit vollem Erfolg, das Essen ist guenstig und gut und Titus sehr angetan von seinen Riesen-Dumplings.

Bis wir mit vollen Baeuchen zurueck zur Yejeon Pension zurueckkommen, ist auch der Hauswirt da. Zuerst ist er ein wenig ungehalten, da ich wie immer bei der Buchung nur zwei Erwachsene (ohne Kind) angegeben habe, aber nachdem ich erklaert habe, dass eben dieses Kind eh bei uns im Bett schlaeft und maximal ein Viertel Toastbrot fruehstueckt, geleitet er uns ins unerwartet grosse Zimmer und versorgt uns auch noch ausgiebig mit Info-Material zu Tagesausfluegen in die Umgebung. Aber die verschieben wir auf morgen!

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