12 von 12 im Oktober 2019

12 von 12 im Oktober 2019

Guten Morgen! Der Blick auf das Handy zeigt: Es ist 7:18 Uhr, und das Kind busselt mich im Rhythmus von „Jingle Bells“ wach. Na gut, dann stehen wir eben auf und nutzen die frühe Stunde, um ein paar Leckereien für das Frühstück vorzubereiten.

Bis der Göttergatte knapp zwei Stunden später erwacht, stehen frischgebackene Semmeln und Apfelmuffins auf dem Tisch.

Ich habe erst einmal genug getan und brauche ein bisschen „Me“-Time. Der beste Ort zur Entspannung ist für mich das Gym im 24. Stock unseres Hochhauses, das ich wie fast immer ganz für mich alleine habe.

Nach einer Stunde Sport bin ich ordentlich ausgepowert, und die Herren haben derweil das Wohnzimmer in eine Autorennbahn verwandelt.

Zum Glück arbeitet unsere Perle auch samstags, deshalb kann Norman ungestört im Arbeitszimmer Steuerkram erledigen und ich am Esstisch arbeiten, während Titus sich im Kinderzimmer mit Bastelarbeiten vergnügt und jemand anders herumkommandieren kann.

Gegen 13 Uhr brechen wir auf, wir waren gefühlt schon eine Ewigkeit nicht mehr am Strand, und machen deshalb einen Ausflug nach Sentosa. Der Lieblings-Beach Club ist deutlich voller als sonst unter der Woche, wir finden aber trotzdem ein Plätzchen im Schatten (bei 35 Grad auch nötig!) und Titus verschwindet augenblicklich im warmen Pool.

Danach muss natürlich eine Stärkung her, und was passt besser zu einem Bade-Nachmittag als Pommes?

Nach drei Stunden geht es zurück nach Hause, es ist wirklich immer noch nicht selbstverständlich für uns, vom Strand nur gut zwanzig Minuten Fahrzeit bis zu unserer Wohnung zu brauchen. Nachdem wir die sandigen Füße gewaschen haben, kümmere ich mich um unseren wuchernden Gemüse- und Kräutergarten. Die Paprika trägt inzwischen Unmengen Früchte, die Kräuter fühlen sich ebenfalls wohl, und die Tomatenpflanzen wachsen schier ins Unendliche, blühen fleißig, bilden aber keine Tomaten. Seltsam.

Zum Abendessen darf Titus sich eine Pizza machen, und später dazu einen Film angucken.

Denn Norman und ich gehen aus, wir haben kurzfristig Karten für das abendliche Konzert des Singapore Symphony Orchestra bekommen. Leider gestaltet sich die Suche nach dem Taxi so schwierig, dass wir in allerletzter Minute die Victoria Concert Hall erreichen. Da wir auf Einladung des zukünftigen Chefdirigenten kommen, werden wir schon erwartet und persönlich zu unseren Sitzplätzen geleitet. Der besagte neue Chefdirigent, Hans Graf, ist mit meiner lieben Freundin Franziska und ihrem Mann Thomas befreundet, und sie hat uns sozusagen von Salzburg aus miteinander bekannt gemacht. Die Welt ist eben klein.

Nach schönen Klängen aus der Feder von Debussy, Ravel und Mozart (Jupiter-Symphonie!) dürfen wir als Gäste auch noch mit zum Empfang, wo wir nett mit Orchestermitgliedern und -management plaudern. Ich fühle mich fast zurückversetzt in die Zeiten meines geliebten früheren Jobs an der Bayerischen Staatsoper.

Nach einem Gläschen Wein geht es zurück nach Hause, wo ich auf dem Balkon noch einen Absacker trinke. Wovon ich auch nie genug bekommen werde: Jeden (!) Abend auf dem Balkon sitzen zu können, und dabei die Lichter der Großstadt zu sehen.


Andere Tagesberichte in zwölf Bildern findet Ihr bei Draußen nur Kännchen
Und was wir genau vor einem Jahr bzw. vor zwei Jahren erlebt haben, kannst Du hier nachlesen: 12 von 12 im Oktober 2018 und 12 von 12 im Oktober 2017.

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