Teacher’s Day, Version 2.0

Teacher’s Day, Version 2.0

Wieder etwas dazugelernt: Nach der peinlichen Geschenkepanne vom vergangenen Jahr hatte ich mir den Termin für den alljährlichen Teacher’s Day sofort im Kalender notiert. Dieser Tag ist in Singapur vor allem in den lokalen Schulen unheimlich wichtig; dann wird in großem Stil mit durchaus großzügigen Geschenken den Lehrkräften gedankt.

Diesmal war ich dank der Erinnerungsfunktion im Kalender besser vorbereitet: Schon zwei Wochen vorher hatte ich sämtliche Geschenke beisammen. Ein Wertgutschein vom größten Buchladen, ein faltbarer Silikonbecher für Kaffee oder Tee „To Go“ und ein Set von Metall-Strohhalmen, entschied ich, sind sinnvolle Gaben. Titus bemalte ein kleines Schildchen und wir verpackten alles liebevoll. Ganz stolz überreichte das Kind dann gestern morgen seinen Lehrerinnen im Kindergarten. Diesmal mussten wir uns hinter den vielen großen Geschenktüten der anderen Kinder und Eltern nicht verstecken!

Der Teacher’s Day ist in Singapur so wichtig, dass viele Schulen sogar an diesem Tag geschlossen haben. So auch Titus‘ Vorschule. Deshalb habe ich mich im Vorfeld mit der Mutter vom aktuellen Lieblingsfreund verabredet, um den Tag gemeinsam zu verbringen.

Nach längeren Überlegungen entscheidet Titus sich dafür, zuerst einmal zum Mittagessen in sein geliebtes Running-Sushi-Restaurant einzukehren. Dass die beiden Buben dort bei dem ganzen freudigen Herumgehopse überhaupt etwas essen können, grenzt an ein Wunder.

Im Kaufhaus gleich gegenüber befindet sich das Pirateland, der erklärte Lieblings-Indoorspielplatz. Ich kann dem fensterlosen und meist eiskalt temperierten Kinderbespaßungsbereich meist nicht allzu viel abgewinnen, aber Titus und Soichiro verbringen die folgenden drei Stunden völlig selbstvergessen damit, sich im Bällebad zu wälzen, zu klettern, Trampolin zu springen und in albernen Plastikautos herumzufahren.

Leider haben ja heute viele Schulen geschlossen, so dass es drinnen proppenvoll – und dementsprechend laut – ist. Frieren muss hier heute keiner, denn zu den ganzen Kindern kommen ja noch die dazugehörigen Erwachsenen, meist im Doppelpack, bestehend aus Mama und Maid. So auch bei uns, was mir die Gelegenheit gibt, wenigstens mal für eine halbe Stunde zu entschwinden und in Ruhe einen Kaffee zu schlürfen.

Am späten Nachmittag blase ich dann zum Aufbruch. Die beiden Buben feiern ihr lautstarkes Programm auch in der vollen U-Bahn weiter, so dass sicherlich alle Passagiere mitgekriegt haben, dass zwei Fünfjährige heute im Pirateland waren.

Wenigstens in der Klavierstunde im Anschluss kehrte ein wenig Ruhe ein – und die Klavierlehrerin in der Musikschule war sehr begeistert von unserem hübschen Päckchen!

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