Swiss Club Oktoberfest, in Singapore the best!*

Swiss Club Oktoberfest, in Singapore the best!*

Singapur ist ein kultureller Schmelztiegel. Haben wir am letzten Wochenende gleich mehrfach das chinesische Mid-Autumn-Festival gefeiert, stand dieses Wochenende voll im Zeichen deutscher Tradition: Oktoberfest!

Wie jedes Jahr wird dieses bierselige Fest in den deutschen Gaststätten Paulaner und Brotzeit über Wochen gefeiert, aber die Hauptattraktion ist das große Festzelt auf dem Gelände des Swiss Club, das auch 2019 wieder für fünf Tage im Zeichen weiß-blauer Zünftigkeit steht.

Und wie schon 2017 und 2018 lassen wir uns auch dieses Jahr das Spektakel auf keinen Fall entgehen! Wir werfen uns also am Samstag Abend in die Tracht, lassen Titus in den Händen der Perle und machen uns auf den Weg in die Swiss Club Road.

Der Verkehr ist schon beim Hinweg so chaotisch, dass wir den kleinen Anstieg zum Festzelt zu Fuß zurücklegen. Bereits hier treffen wir auf bekannte Gesichter, natürlich versammeln sich hier praktisch alle Deutschen auf einem Fleck.

Das Zelt ist bald bis auf den letzten Platz gefüllt (wobei hier im Gegensatz zum Münchner Original sehr großzügig bestuhlt wird) und die extra eingeflogene Partenkirchner Musikkapelle beginnt mit dem musikalischen Programm. Zunächst eher traditionell, wobei dem Swiss Club geschuldet auch Alphörner nicht fehlen dürfen. Noch ist es ruhig genug, um sich am großzügigen Büffet zu stärken.

Das „Ozapfen“ des handlichen Fünf-Liter-Fässchens übernimmt der belgische Botschafter.

Ehe wir uns versehen, herrscht wilde Partystimmung, das Zelt tobt und feiert und das Bier fließt in Strömen – wobei die Maß mit 33 Singapur-Dollar (22 Euro) kein Schnäppchen ist. Aber was soll’s, wer den Eintrittspreis von knapp 100 Dollar berappt hat, legt gerne auch noch mal den gleichen Betrag in Getränken an. Immerhin ist das Essen im Preis inbegriffen.

Das Bier wird stilvoll im 3,5-Liter-Zapfkanister serviert, und ist trotz Kühlvorrichtung schneller warm und lack, als wir es austrinken können.

Das hält aber niemanden davon ab, ständig Nachschub zu ordern, und im Gegensatz zu München wird hier nicht nur auf den Bänken, sondern auch auf den Tischen (!) getanzt. Vor allem die asiatischen Gäste zeigen hier gerne ihre etwas gewagten, kreativen Interpretationen einer bajuwarischen Tracht. Die Souvenirs und Hüte am Stand im Zelt finden jedenfalls reißenden Absatz, und so mancher Besucher deckt sich hier noch mit „passender“ Kleidung ein.

Und zumindest den aus allen Teilen Deutschlands stammenden Feierwilligen an unserem Tisch erkläre ich erst einmal die Feinheiten der korrekten Schleifenbindung einer Dirndlschürze.

Als zu später Stunde auch noch ein Freddie Mercury-Double auf der Bühne eine Show abliefert, kommen alle im vollklimatisierten Zelt ins Schwitzen. Hat zwar nichts mit Oktoberfest zu tun, ist aber trotzdem lustig.

Weit nach Mitternacht machen wir uns auf den Heimweg, die Warteschlange am Taxistand ist endlos land, und als wir endlich einsteigen können, dröhnt ohrenbetäubender Metal in voller Lautstärke aus dem Radio des Taxifahrers, der uns während der Fahrt von seinen eigenen Musikerambitionen berichtet.

Die Nacht ist kurz, und ich würde natürlich am liebsten den Vormittag im Bett verbringen, denn die ungezählten Gläser Bier fordern ihren Tribut. Aber heute pocht Titus auf sein Recht, denn traditionell ist immer sonntags Familientag beim Singapurer Oktoberfest.

Wir treffen also pünktlich um 11 Uhr wieder dort ein, es wäre wohl einfacher gewesen, gleich hier zu übernachten. An allen Tischen sieht man die selben Gesichter wie am Abend vorher, nur diesmal mitsamt Kindern und allesamt deutlich müde und angeschlagen.

Bei zünftigem bayrischen Frühstück, Schuhplattl- / Goaßlschnalz- und Alphornkünsten werden die Lebensgeister wieder geweckt, und Titus stürmt sogleich die Tanzfläche.

Die Kinder haben Spaß, es gibt gleich zwei Hüpfburgen im Zelt, gratis Popcorn und Zuckerwatte, und die Musikkapelle sorgt mit dem Fliegerlied und einer großen Polonaise für kindertaugliche Unterhaltung.

Titus bringt seinem pakistanischem Kindergartenfreund mit großem Ernst den Ententanz bei. Mikayel und seine Familie haben wir zu diesem Event eingeladen haben, nachdem sie uns im Mai so herzlich zu ihrem Fastenbrechen-Fest als Gäste empfangen haben. Für diesen Einblick in ihre pakistanische Tradition wollten wir uns mit echt deutscher Tradition revanchieren! Und das Experiment ist bestens gelungen, Roohi und Usman waren so begeistert davon, dass sie im nächsten Jahr wieder Oktoberfest feiern möchten. Kulturaustausch geglückt!


* Aus dem offiziellen Oktoberfest-Song, siehe hier:


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

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