Mooncakes: Teures Gebäck mit Tradition

Mooncakes: Teures Gebäck mit Tradition

Jedes Jahr im Herbst, wenn der Mond besonders hell scheint, feiern die chinesischstämmigen Bewohner Singapurs das Mid-Autumn-Festival (Mittherbst- oder Mondfest). Dabei wird den Göttern für eine gute Ernte gedankt, die Familie kommt zusammen und lässt den Sommer ausklingen.

Zu jedem chinesischen Fest gehören stets auch besondere Köstlichkeiten; vom Mid-Autumn-Festival sind Mooncakes (Mondkuchen) nicht wegzudenken, die dann in vielen Bäckereien und Restaurants in unterschiedlichen Sorten angeboten werden.

Die Legende erzählt, dass Königin Chang‘e von ihrem Volk als Mondgöttin verehrt wurde, da sie nach dem erfolgreichen Kampf gegen eine grausame Besatzung zum Mond aufgestiegen ist.
Eine andere Sage rund um die Küchlein besagt, dass zu Zeiten des chinesischen Aufstands gegen die Mongolei geheime Botschaften in sie eingebacken wurden und so unbesehen zu ihrem Bestimmungsort transportiert werden konnten. Die runde Form des Gebäcks soll die spätere erfolgreiche Wiedervereinigung des Reiches symbolisieren.

Egal, welche Geschichte rund um die Mooncakes nun stimmt: Ihnen gemeinsam ist, dass sie allesamt in mühevoller Handarbeit in darauf spezialisierten Bäckereien hergestellt werden und deshalb für stolze Preise über den Ladentisch gehen.
Klassischerweise werden sie mit Lotuspaste und Eigelb gefüllt: Dafür werden Lotussamen gemahlen und mit anderen Zutaten bis zu einem Tag lang unter ständigem Rühren zu einem Teig verkocht. Traditionell darf dabei nicht gesprochen werden, damit dabei niemand womöglich etwas Schlechtes sagt, dessen böser Geist dann in die Füllung gelangt und von anderen verspeist wird.
Ist die Lotuspaste fertig, werden daraus kleine Kugeln geformt und die gesalzenen Eigelbe eingesetzt, die den Vollmond symbolisieren. Die Kombination aus süß und salzig entspricht dem ausgleichenden Prinzip von Yin und Yang. Das Ganze wird mit Teig umhüllt und anschließend in Formen gepresst, die zum Teil seit vielen Generationen im Besitz der Bäckereien sind. Die Schriftzeichen auf den Formen, die dann auf dem rund zehn Zentimeter großen Gebäck erscheinen, geben neben Sinnsprüchen und Glückwünschen Auskunft darüber, wo sie hergestellt wurden und wie viele Eigelbe enthalten sind. An dieser Technik hält man seit mehr als hundert Jahren praktisch unverändert fest.

Natürlich gibt es inzwischen auch moderne Varianten mit gefärbtem Teig, anderen Formen und Füllungen von Käse über Trüffel bis hin zu Durian.

Traditionell verspeist man die Mondkuchen als Nachtisch im Kreise der Familie. Dabei werden die kleinen, sehr nahrhaften Kuchen in genau acht Teile geschnitten (die Acht ist eine Glückszahl im Chinesischen) und zum Zeichen der Wiedervereinigung der Familie zusammen gegessen.

Da die Preise für einen solchen Mondkuchen leicht 30 Singapur-Dollar (rund 20 Euro) betragen, kauft man sie traditionell nicht für sich selbst, sondern verschenkt sie an Freunde, Nachbarn oder Angestellte.
Besonders beliebt ist das Gebäck heute als Geschenk für Firmenkunden. Dabei gelten sie als Statussymbole, und es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um mit aufwändigen Verpackungen aufzuwarten: Eingebaute LED-Beleuchtung, Lautsprecherboxen mit typischen Glückwünschen oder massive Holzkisten, die gut und gerne als Schmuckkästchen durchgehen, sind dabei keine Seltenheit.

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