Unser Wochenende: Wandern, Kinderkonzert und Mooncakes

Unser Wochenende: Wandern, Kinderkonzert und Mooncakes

Das Kind ist früh wach, also nutzen wir die Zeit und backen frische Semmeln zum Frühstück, die zusammen mit dem selbstgemachten Lemon Curd sehr lecker schmecken.

Danach sorge ich dafür, dass der Göttergatte nicht zu Tode stürzt bei dem Versuch, die marode Deckenlampe (Deckenhöhe: 3,60m) auszutauschen. Danach geht es in den Pool.

Kleines Meditationsprojekt des Tages: Bügelperlen sortieren (nach dem Lego-Erfolgserlebnis letzte Woche). Lustigerweise sitzen über den Tag verteilt alle Mitglieder des Haushalts (inklusive der Perle) immer mal wieder mit einer Handvoll Bügelperlen da und sortieren hochkonzentriert für eine Viertelstunde. Am späten Nachmittag ist das Werk vollbracht.

Ich bereite noch ein wenig die Chorprobe am kommenden Dienstag vor. Titus gefällt das sehr, und er eilt dann immer sehr engagiert zu meiner Unterstützung herbei. Inzwischen könnte er problemlos in der Soprangruppe einsteigen.

Ich verabschiede mich am Nachmittag zu einer Yogastunde. Leider ist „Flow in the Dark“ nicht ganz so ein fokussiertes Erlebnis wie erhofft, denn es der Raum ist pickepackevoll und mir atmet ständig jemand in den Nacken, während die Luft stickiger und stickiger wird. Jetzt fällt mir wieder ein, warum ich eigentlich nie am Wochenende ins Studio gehe.

Währenddessen wandern Norman, Titus und die Perle zusammen durch den malerisch an der Südwestküste Singapurs gelegenen Labrador Park.

Das Nature Reserve ist dicht bewachsen, zum Glück werden keine Affen gesichtet. Der Blick über Hafenanlagen und Meer, auf die schicken Jachten und teuren Wohnungen und der Spielplatz begeistern die Wandergruppe sehr.

Wir treffen uns alle im anschließend im Einkaufszentrum VivoCity, wo wir uns gefühlt einer Million Singapurer ins Getümmel stürzen. Norman braucht neue Brillengläser, und derweil beturnt Titus den riesigen, zur Mall gehörigen Spielplatz.

Zum Abendessen kehren wir ins vegetarische Restaurant Elemen ein, wo zwar die Udonsuppe und das vegetarische Sushi köstlich sind, wir aber leider schier Frostbeulen davontragen.

Sonntag:

Das Kind ist schon wieder um kurz nach 7 Uhr wach (obwohl gestern erst weit nach 22 Uhr die Lichter ausgingen), so dass wir ausreichend Zeit haben, Breznteig vorzubereiten, die Vanilleeis-Vorräte aufzufüllen, uns schick zu machen und ein wenig in der Wohnung herumzuklettern.

Um 10 Uhr mache ich mit Titus auf zum Konzertsaal in der Esplanade. Dort findet heute vormittag ein Kinderkonzert des Singapore Symphony Orchestras (SSO) statt, und das lassen wir uns nicht entgehen.

Gleich am Eingang treffen wir meine Bekannte Gulnara, die Harfenistin des SSO, was Titus sprachlos macht. Als ich ihm dann auch noch erkläre, dass ich mit dem Dirigenten schon einmal zusammen auf der Bühne gestanden habe, verkündet er später: „Papa, der Dirigent ist Mamas Freund.“

Drinnen im Konzertsaal ist es wie erwartet eiskalt, und wir hüllen uns schnell in die mitgebrachten Sweater. Für alle Kinder gibt es extra Sitzerhöhungen, und von unserem Platz in der dritten Reihe sehen wir bestens.

Peter and the Wolf in Hollywood“ ist eine stark modernisierte Version des Tschaikowsky-Klassikers. Außer dem Orchester wird auf einer Großleinwand ein künstlerisch sehr ansprechend gemachter Animationsfilm gezeigt, der Erzähler berichtet launig von Peters Abenteuern. Aber am tollsten ist der Herr auf der rechten Seite der Bühne: Der ist für sämtliche Geräusche zuständig. Mal untermalt er das Bad der Ente, indem er mit einer Suppenkelle im Plantschbecken rührt, mal lässt er die Katze rascheln heranschleichen, in dem er mit der Hand durch eine Kiste ausrangierter Tonbänder fegt. Bester Gag: Als der Wolf die Ente frisst, schält der Tonkünstler ungerührt eine Banane, stopft sich diese in den Mund und kaut lautstark schmatzend vor dem Mikrophon. Titus ist völlig begeistert, gruselt sich nur ein kleines Bisschen zwischendurch, und wendet seinen Blick eine Stunde lang nicht von der Bühne.

Nach dem Konzert statten wir unserer lieben Freundin Bente einen Besuch ab. Zwei Jahre war sie unsere Nachbarin, nun wohnt sie seit Kurzem im sehr weit nördlich gelegenen Stadtteil Yishun. Hier „verirren“ sich normalerweise wenige „Langnasen“ hin, und wir freuen uns immer, solche Ecken kennenzulernen. Der Nachmittag vergeht mit einem späten Mittagessen, stundenlangem Baden im badewannenwarmen Pool und ausgiebigen Gesprächen wie im Flug. Zum Abschluss unseres Besuchs schneiden wir noch Mooncakes an – denn in Singapur beginnen heute die Feierlichkeiten rund um das Mid-Autumn-Festival, zu dem traditionell diese mächtigen Kuchen gereicht werden.

Wieder zuhause, übt Titus noch den einen oder anderen Zaubertrick, denn er ist gerade mal wieder schwer im Zauber-Fieber.

Nach mehreren Butterbrezn und einem weiteren Abenteuer von Jim Knopf geht es früh ins Bett – irgendwann muss dieses Kind doch mal müde sein!


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

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