Unser Wochenende: Haare, Spritzen und viel Musik

Unser Wochenende: Haare, Spritzen und viel Musik

Samstag:

Titus ist schon am Freitag Nachmittag voller Vorfreude auf das Wochenende – denn das wird heute mit einem Filmabend eingeläutet. Dazu gibt es stilecht Pizza, und wir amüsieren uns bei „Cinderella“ köstlich über die doofe Katze.

Am Samstag wird ausgeschlafen. Bis 9 Uhr schlafen alle tief und fest. Wobei das gar nicht stimmt, unsere Perle hat natürlich schon das Frühstück vorbereitet und drückt mir unaufgeforderte eine Tasse Kaffee in die Hand, bevor sie sich ans Brotbacken macht. Es ist herrlich.

Um Zeit und Geld zu sparen, zücke ich nach dem Frühstück die Schere, Titus braucht dringend einen Spitzen-Haarschnitt, und bei langen Haaren ist das ja zum Glück nicht ganz kritisch, wenn das mal ausnahmsweise nicht der Friseur, sondern ich übernehme.

So langsam laufen die Vorbereitungen zu unserer sechsmonatigen „Heimreise“ an. Der erste Schritt: Impfen. Dazu spazieren wir ins gegenüberliegende Krankenhaus, das eine eigene Abteilung für Reisemedizin hat. Leider sind wir hier am Samstag Vormittag nicht alleine, es dauert also, bis wir dran sind. Und die folgende Beratung dauert noch länger, denn unsere Impfpässe sind einerseits gut gefüllt, andererseits braucht es dann stets seine Zeit, bis der zuständige Arzt sich durch die verschiedenen Impfungen und Auffrischungen gekämpft hat.
Am Ende jedenfalls bekomme ich eine Tetanus- und wir alle drei eine Typhus-Auffrischung – sehr zu Titus‘ Entsetzen, den ich nicht ausreichend darauf vorbereitet hatte, dass er heute eine Spritze bekommen könnte.

Bis wir wieder zuhause sind, ist die Sache zum Glück vergessen, und das Kind verschwindet mit Norman im Kinderzimmer, während ich mich an die schönen Dinge mache: Reiseorganisation. Im September werde ich mit meiner lieben Freundin Christiane den höchsten Berg Südostasiens, den Kinabalu, besteigen. Endlich steht der Termin, die Trekkingagentur hat einen freien Slot, und Flüge sind auch gefunden.

Danach übernehme ich die Lego-Schicht und baue mit Titus hochkonzentriert eine Stunde lang ein ziemlich kompliziertes Projekt. Der Junior hat schnell gelernt, die Anleitungen richtig zu lesen. Das hilft ihm später sicher, wenn er sein erstes Ikea-Regal zusammenbauen muss.

Während die Männer in den Pool hüpfen, verausgabe ich mich eine Runde im Gym, die sehr ausgedehnt wird, da ich nebenbei „Friends“ gucke und dringend die Folge fertigschauen muss. Ich muss nur aufpassen, dass ich vor Lachen nicht vom Laufband falle!

Mit vollgepackten Rucksäcken fahren wir gegen 18 Uhr in den Botanischen Garten und lauschen einem mehr schlecht als recht spielenden Schulorchester. Zum Glück sind wir nicht wegen der Musik hier, sondern um mit unseren Bekannten Blanca und Carlos einen netten Abend zu verbringen. Titus spielt stundenlang mit anderen Kindern (und Vätern) und versucht danach, die tief fliegenden Fledermäuse einzufangen. Es ist so gemütlich, dass wir erst gegen 21 Uhr nach Hause kommen.

Sonntag:

Geweckt werde ich davon, dass Titus mir das Küsschen-Lied aus dem Traumzauberbaum ins Ohr singt. Wir machen es uns auf dem Sofa gemütlich und hören Hörspiele, dazu gibt es Waffeln und Milch (unschwer zu erkennen am Milchbart).

Titus ist ja seit jeher ein begeisterter Bäcker, jede Woche werden bei uns entweder Kuchen, Kekse oder Muffins gebacken. Aktuell ist dieser Apfelkuchen hoch im Kurs, also rühren wir schnell alle Zutaten zusammen. Bis Norman sich dann gegen 10 Uhr endlich zu uns gesellt, ist der Kuchen schon fast fertig – und schmeckt noch warm am besten!

Ich muss heute ein bisschen arbeiten und korrigiere fleißig, außerdem bin ich aktuell dabei, sämtliche ehemaligen Klassenkameraden zu kontaktieren. Nächstes Jahr steht bei uns das 20-jährige Abitur-Jubiläum an, das muss natürlich gefeiert werden. Dank sozialer Medien finden sich doch von fast allen meiner insgesamt 43 Mit-Abiturienten die Kontaktdaten sehr schnell. Wie hat man das nur vor Facebook, LinkedIn, Xing und WhatsApp gemacht?

Titus übt derweil fleißig Klavier. Er spielt wirklich mit Begeisterung, vor allem, weil er jetzt ausreichend Noten kennt, um bekannte Lieder zu spielen. Aktueller Favorit: „Old McDonald had a Farm“

Während Norman und Titus einen Ausflug zum Spielplatz machen, genieße ich in unserem Schaukelsessel eine kleine Auszeit bei Kaffee und gutem Buch.

Nach einem ausgiebigen Telefonat mit der Familie stellen wir fest, dass wir heute noch gar nicht im Pool waren. Das wird sofort geändert.

Zum Abendessen gibt es heute köstliche Linsen à la Ottolenghi. So gut! Während Norman in der Küche daran werkelt, gucken Titus und ich „Sendung mit der Maus“. Die Folge aus dem Festspielhaus in Bayreuth ist für mich als Ex-Opernhaus-Insider natürlich besonders toll!

Das Kind schläft nach dem Aktiv-Wochenende und einem Kapitel Pippi Langstrumpf tatsächlich schnell ein, und wir gruseln uns danach bei „Stranger Things“. Zur Auflockerung müssen danach immer mindestens zwei Folgen „Friends“ folgen!


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

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