Kunst zum Anfassen: Die Children’s Biennale in der National Gallery

Kunst zum Anfassen: Die Children’s Biennale in der National Gallery

„Mama, gehen wir endlich mal wieder in so ein Museum?“ Wenn ein Fünfjähriger so eine Frage stellt, ist das wohl der Beweis, dass Singapurs Museumslandschaft einen echten Fan hervorgebracht hat und im Museum-Sektor vieles richtig gemacht wird.
Denn wer in Singapur nur einige der Museen dort besucht hat, ist auf alle Zeiten verdorben. Die Museumslandschaft im räumlich gesehen so kleinen Stadtstaat ist so reichhaltig, abwechslungsreich und spannend, dass es selbst der versierteste Museumsbesucher kaum schafft, bei all den wechselnden Ausstellungen auf dem Laufenden zu bleiben!

Um ein Haar hätten wir deshalb auch die Children’s Biennale in der National Gallery verpasst. Hier werden Installationen nationaler und internationaler Künstler ausgestellt, die sich speziell an Kinder richten.

Die Children’s Biennale findet zwar jedes Jahr über mehrere Monate statt, aber an bestimmten Tagen (z.B. rund um den National Day im August) ist der Besuch der National Gallery und damit auch der Kinder-Ausstellung kostenlos. Das haben wir natürlich direkt ausgenutzt – und standen an einem Montag Nachmittag in praktisch leeren Ausstellungsräumen, denn unter der Woche ist hier kaum etwas los.

Zuerst einmal versuchte ich, mir einen Überblick zu verschaffen – und zählte auf dem Übersichtsplan zwölf Ausstellungsräume für Kinder! Nach einer kleinen Stärkung auf einer der vielen Sitzbänke fühlte Titus sich für das Museumsabenteuer gewappnet und turnte, bastelte, experimentierte und kletterte in den folgenden Stunden durch alle Stockwerke der National Gallery. Am meisten haben uns die folgenden Räume beeindruckt:

BIG HUG (Level B1)

Allein in diesem Ausstellungsraum verbrachten wir eine ganze Stunde. Hier gibt es allerhand zu entdecken. Ob Astronom, Architekt oder Künstler, jedes Kind kann hier an Installationen seinen Vorlieben folgen. Anfassen erwünscht!

CHANGE OPERATIONS (Level B1)

Wie großartig ist das denn? Mit Bällen darf man in einem ganzen Raum voller Klangstäbe wie wild um sich werfen und sich an den daraus entstehenden Klängen erfreuen. Zum Glück hatten wir die Installation ganz für uns, andernfalls wäre es ein ganz schön ohrenbetäubendes Erlebnis geworden.

KEPPEL CENTRE FOR EDUCATION (Level 1)

Die Dauer-Kinderausstellung ist extra zur Children’s Biennale aufgehübscht. Im Art Corridor konnten wir Formen, Oberflächen und Strukturen befühlen und überlegen, was man daraus herstellen könnte.

In der Drucker-Werkstatt stürzte Titus sich mit Feuereifer auf die Materialien und ließ sich von einer netten Mitarbeiterin zeigen, wie man eine ganz simple Lithographie herstellt. Daneben war beispielhaft die Werkstatt eines bildenden Künstlers nachgebaut, in der wir die vielen Materialien und Werkzeuge nicht nur bestaunen, sondern auch ausprobieren konnten.

Art Playscape ist ein einer Stadt nachempfundener Ausstellungsraum, in der Kinder experimentieren können: Mit Taschenlampen, Farbfolien und verschiedenen Formen entstehen ganze Skylines auf einer weißen Wand.

Eine Mitarbeiterin zeigte Titus geduldig das traditionelle Kinderspiel Batu Seremban (Five Stones), bei dem man in Windeseile kleine, mit Steinchen gefüllte Säckchen hochwerfen und wieder fangen muss. Das werde ich zuhause demnächst nachnähen, ein tolles Spiel für unterwegs!

Auch STARDUST und DAYUNG SAMPAN haben uns eine ganze Weile beschäftigt – doch leider musste ich nach knapp drei Stunden zum Aufbruch blasen, da die National Gallery um 19 Uhr schließt. Und dabei hatten wir gerade mal die Hälfte der Installationen gesehen. Wir kommen also definitiv wieder – die Children’s Biennale läuft zum Glück noch bis zum 29. Dezember 2019!

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