Bei der Deutschen Botschaft: Wir brauchen neue Reisepässe

Bei der Deutschen Botschaft: Wir brauchen neue Reisepässe

Unsere Reisepässe sind praktisch in Dauernutzung. Mindestens einmal pro Monat kommt ein neuer Stempel hinzu, denn Singapur ist ja nicht sonderlich groß und die Landesgrenzen schnell erreicht.

Das führte nun dazu, dass mein Reisepass, der eigentlich noch gut drei Jahre gültig ist, praktisch voll ist. Nur noch zwei, drei leere Seiten sind zu finden, und das ist für unsere hochtrabenden Weltreise-Pläne zu wenig.

Und da auch Titus‘ Pass nur noch wenige Monate gültig ist, bleibt uns wohl nur, neue Reisepässe zu beantragen. Wir machen uns also am Freitag morgen auf zur Deutschen Botschaft, die recht feudal direkt im Stadtzentrum, genauer gesagt am Raffles Place residiert. Titus ist sehr erfreut über diesen Ausflug und gespannt, was in so einer Botschaft los ist.

Am Eingang erfolgt zunächst eine akribische Taschenkontrolle. Anschließend werde ich aufgefordert, mein Handy in einem Spind einzuschließen, denn die Benutzung von privaten Telefonen ist in den Räumen der Botschaft nicht erlaubt.
Meine Tasche ist ganz schön voll, denn darin habe ich einen ganzen Packen an Formularen, Originaldokumenten und dazugehörigen Kopien.

Bei der Passbeantragung im Ausland muss man nämlich deutlich mehr vorlegen. Reicht bei der deutschen Passbehörde im Hauptwohnsitz ein biometrisches Passfoto und der bisherige Ausweis, kommen in Singapur noch folgende Dokumente dazu:

  • Geburts- oder Abstammungsurkunde (Kopie)
  • Abmeldebescheinigung Ihres aktuellen oder letzten Wohnsitzes in Deutschland, wenn in Ihrem Reisepass ein innerdeutscher Wohnort eingetragen ist (Original und Kopie)
  • Aufenthaltserlaubnis in Singapur (Original und Kopie)
  • Auszug Heiratsurkunde oder Auszug aus dem Familienbuch (Original und Kopie)
  • Bescheinigung über die Namensführung (Original und Kopie)

Für Titus muss ich außerdem die Geburtsurkunde (Original und Kopie), meinen und Normans aktuellen Reisepass (Original und Kopie) sowie unsere Heiratsurkunde (Original und Kopie) vorlegen. Zum Glück ist alles genauestens auf der Homepage aufgelistet, so dass ich zuhause vorab alles Erforderliche zusammensuchen konnte.

Dort entdecke ich dann auch den Hinweis, dass bei der Kinder-Passbeantragung beide Elternteile persönlich anwesend sein müssen – leider erst, als wir schon vor Ort sind. Das wird mir auch von der Dame am Empfang so noch einmal bestätigt. Also hole ich flugs mein Handy aus dem Schrank und schreibe Norman, dass er bitte vorbeikommen möge. Zum Glück ist sein Büro nur ein paar Minuten Fußweg entfernt.
Bis ich – zur Belustigung aller Wartenden, unter denen natürlich viele Deutsche sind – drei Kapitel aus „Jim Knopf und die Wilde 13“ vorgelesen habe, trifft Norman schon ein und wir sind auch direkt dran.

Die Dame am Schalter kontrolliert einmal Normans Ausweis und entlässt ihn dann wieder, damit er zurück in die Arbeit kann. Tatsächlich haben wir alle nötigen Formulare und Dokumente dabei und Titus‘ Reisepass ist schnell beantragt.

Bei mir gibt es dann leider Probleme, das Passfoto entspricht nicht den Biometrie-Anforderungen. Also eile ich mit Titus nach draußen und ins nächstgelegene Einkaufszentrum und lasse wohl oder übel noch einmal neue Fotos machen. Bis diese fertig entwickelt und gedruckt sind, müssen wir zwanzig Minuten mit weiteren Jim Knopf-Kapiteln überbrücken.

Zurück in der Botschaft dürfen wir zum Glück gleich wieder zum Schalter und nach fünf weiteren Minuten ist die Beantragung meines neuen Reisepasses dann auch erledigt. Die Kosten dafür entsprechen denen der deutschen Bundesdruckerei, insgesamt bezahlen wir für für beide Pässe (einmal mit 32 und einmal mit 48 Seiten) 250 Singapur-Dollar, also 160 Euro. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für die Passfotos.

Nun müssen wir gut sechs Wochen warten, dann können wir die neuen Pässe abholen – und wir sind für kommende Reise gerüstet!

Nach längerem Drängen hat übrigens auch Titus‘ geliebter Stoffhund seit ein paar Wochen einen eigenen Reisepass. Diesen legt das Kind nun jedes Mal stolz bei der Passkontrolle vor. Bisher hat er dafür ausschließlich sehr begeisterte Reaktionen bei den Beamten hervorgerufen!

Die Idee und Vorlage dazu habe ich bein Omanimali gefunden.

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