Neues vom Arbeitsmarkt

Neues vom Arbeitsmarkt

Ganz kurz hatte ich es erwähnt: Die deutsche Zeitschrift IMPULSE ist wiederauferstanden! Seit dem Wochenende gibt es eine neue Ausgabe!

Ein kurzer Rückblick: Im März wurde urplötzlich das Aus sowohl der German Association (also dem deutschen Klub Singapurs, der eine fast 150jährige Geschichte hat) als auch des unter deren Dach erschienenen Magazins verkündet. Aus finanziellen Gründen, denn die Mitgliederzahlen, Sponsoren und Werbekunden waren in den vergangenen Jahren so empfindlich geschwunden, dass die Konten buchstäblich leer waren.

Es folgte ein radikaler Schnitt: Das Klubhaus wurde gekündigt und komplett aufgelöst, Angestellte entlassen, Möbel verschenkt und Inventar entsorgt – und eben auch die Zeitschrift von heute auf morgen eingestellt.

Doch erstaunlicherweise ließen sich ein paar wackere Wagemutige als neuen Vorstand der German Association wählen, und diese signalisierten der Redaktion: Die IMPULSE muss weiterleben.

Da gleichzeitig mit dem Zeitungs-Aus auch unsere langjährige Chefredakteurin ihren Abschied aus Singapur verkündet hat, sorgte erst einmal für ein echtes Motivationsloch für das ganze Team.

Nach ein paar langen Telefonaten und ausgiebigen Unterhaltungen (während der Mani-/Pediküre und beim Running Sushi) haben Christiane und ich beschlossen, das Heft buchstäblich in die Hand zu nehmen. Wir wurden dabei ins kalte Wasser geworfen, und haben im Entstehungsprozess zur ersten Ausgabe definitiv sehr viel gelernt – und sind viele Stunden, auch spätabends und am Wochenende, daran gesessen.

Bis wir denn auch „hochoffiziell“ und mit Vertrag dafür verantworlich waren, dauerte es allerdings noch. Da ich als „Dependent’s Pass Holder“ keine eigenen Aufenthaltsberechtigung in Singapur und damit auch per se keine Arbeitserlaubnis habe, kann ich nicht einfach angestellt werden. Dafür muss der Arbeitgeber (in meinem Fall: die German Association) einen sogenannten Letter of Consent (LOC – eine weitere der vielen Abkürzungen in Singapur) beim Ministy of Manpower beantragen.
Was bis vor einigen Monaten schnell und problemlos über die Bühne ging, dauert inzwischen mehrere Wochen. Denn Singapur lebt zunehmend nach dem Grundsatz: Singapore for Singaporeans. Das heißt zum Beispiel, dass Unternehmen eine Einheimischen-Quote erfüllen müssen (Foreign Worker Quota) und bei jeder Neueinstellung eines Ausländers streng geprüft wird, ob den Job nicht vielleicht doch auch ein Singapurer übernehmen könnte. Bei der Redaktionsleitung für ein deutschsprachiges Magazin mag die Frage müßig scheinen, dennoch hat der Bearbeitungsprozess eben seine Zeit in Anspruch genommen. Letzte Woche kam nun endlich die Genehmigung aus dem MOM und damit stand der Vertragsausstellung auch nichts mehr im Wege.

Bei meiner Mitstreiterin Christiane ist die Lage leider noch viel verzwickter – denn sie arbeitet bereits über einen LOC bei der deutschen Schule. Und es ist unter keinen Umständen möglich, zwei oder mehr solcher LOCs zu bekommen. Selbständigkeit kommt für Nicht-Singapurer ebenfalls nicht in Frage, der Staat unterstützt Geschäftsgründungen zwar grundsätzlich sehr, aber eben nicht für Ausländer. Noch arbeiten wir bzw. die German Association an einer Lösung.

Jedenfalls ist „unser“ Magazin nun erschienen (zu lesen hier) und wurde mit Begeisterung in Singapur aufgenommen. Dementsprechend gut war denn auch die Stimmung bei der gestrigen Redaktionssitzung: Das Team war und ist hochmotiviert, und wir haben uns mit Feuereifer in die Vorbereitungen für die nächsten Ausgaben gestürzt!

Die Aufgabe, eine komplette Zeitschrift zu erstellen, die Finanzierung zu planen und mit Graphikern und Druckern zusammenzuarbeiten, hat mir großen Spaß gemacht, auch wenn ich so manches Mal böse geflucht habe, während die Abgabe-Deadline unaufhörlich näher gerückt ist. Aber solange tolle KollegInnen im Boot sind, ist alles halb so schlimm. Und das Beste: alles lässt sich bei freier Zeiteinteilung und per Smartphone/Laptop problemlos auch auf Reisen erledigen. Das kommt meiner Vorstellung von einem Traumjob schon ziemlich nahe!

4 Replies to “Neues vom Arbeitsmarkt”

  1. Es ist mir eine Ehre, mit Dir zusammen zu arbeiten. Ich freue mich schon auf das nächste Running Sushi und die nächsten Ausgaben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »