Eid Mubarak!

Eid Mubarak!

Oder „Selamat Hari Raya Aidilfiltri“ – Heute ist in Singapur Feiertag, das Fest des Fastenbrechens (Hari Raya Puasa oder Zuckerfest) ist da, mit dem das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert wird. Es ist eines der wichtigsten muslimischen Feste, an dem sich traditionell die ganze (Groß-)Familie trifft und zusammen geschlemmt wird – hauptsächlich Süßes, daher der deutsche Begriff „Zuckerfest“.

Bisher konnte ich dieses Fest immer nur aus der Ferne begutachten – umso begeisterter war ich, als wir dieses Jahr von unseren pakistanischen Freunden Roohi und Uzman (deren Sohn Mikayel ein Klassenkamerad von Titus ist) zu ihrem privaten Eid-Fest eingeladen wurden.

Also standen wir heute morgen um 10:30 Uhr bereit – schick herausgeputzt in Dirndl und Lederhose. Laut Dresscode sollte nämlich traditionelle, festliche Kleidung getragen werden, und was liegt da näher, als die bayrische Festtagstracht anzulegen. Titus jedenfalls trug wie immer mit großem Stolz seine Lederhose, er liebt diesen Aufzug und freut sich über jede Gelegenheit, ihn auszuführen. Auf der Party selbst war uns damit jedenfalls die Aufmerksamkeit sämtlicher 100 Gäste sicher, die im Gegensatz zu uns alle in landestypischer, pakistanischem/indischen Gewand aufliefen.

Der Gemeinschaftsraum des Wohnkomplexes quoll bald über von den vielen Freunden, die mit Heerscharen von ebenfalls aufwändig gekleideten Kindern angerückt waren.

Für die lieben Kleinen, etwa 40 an der Zahl, gab es ein buntes Vergnügungsprogramm: Hüpfburg, Stände mit Popcorn und Zuckerwatte, ein Eisverkäufer, ein Bällebad, Kinderschminken, eine Bastelecke, und ein eigenes Büffet mit Pizza und Pommes. Titus war völlig überwältigt von diesem Angebot und tobte bald hier, bald dort herum, zog sich hin und wieder in die Bastelecke zurück oder holte sich die dritte Kugel Vanilleeis. Die größeren Kinder kassierten versiert von Familienangehörigen und Bekannten Umschläge mit Geldscheinen ein, und selbst Titus kam mit einem deutlichen Zuwachs für sein Sparschwein nach Hause.

Währenddessen durften Norman und ich für zig Fotos herhalten, jeder der Anwesenden sorgte dafür, dass wir uns wohlfühlten. Wir mussten diese und jene Leckerei probieren, und ich wollte kaum zugeben, dass ich all die indischen Köstlichkeiten bereits bestens kannte: Pani Puri, Papdi Chaat, Palak Paneer, Chana Masala,…
Dazu wurde Schwarztee oder Wasser gereicht, diese Party kam völlig alkoholfrei daher, trotzdem war die Stimmung bestens, denn außer uns „Neulingen“ kannten sich offenbar alle.

In der Fotoecke wurden minütlich Bilder in allen nur erdenklichen Zusammenstellungen geschossen, wir plauderten nett und die Zeit verging wie im Flug.

Roohi sorgte dafür, dass wir alles über die Traditionen rund um das Fest erfahren konnten, und lotste mich sehr gekonnt zu einer tiefverschleierten Dame, die mit erstaunlich ruhiger Hand meinen Arm sehr kunstfertig mit einer kunstfertigen Hennamalerei verzierte.

Titus jedenfalls war sich sicher, dass das ungefähr die beste Party aller Zeiten war, und wir werden uns bei unseren Gastgebern definitiv revanchieren – mit einer Einladung zum Oktoberfest!

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