Unser Wochenende auf Busuanga/Philippinen

Unser Wochenende auf Busuanga/Philippinen

Vergangene Woche haben so einige meiner Bekannten und Freunde im Scherz bemerkt, dass ich scheinbar ständig auf Reisen bin. Stimmt tatsächlich, aktuell sind wir tatsächlich viel unterwegs. Das liegt zum einen an den vielen Gästen aus Deutschland, die gerne mit uns mehr von Südostasien sehen möchten, zum anderen daran, dass Titus noch kein Schulkind ist und wir nicht an Ferienzeiten gebunden sind, und außerdem immer noch so viele Reiseziele auf unserer Wunschliste stehen, die von Singapur aus relativ bequem zu erreichen sind.

Nun also die Philippinen. Den ersten Tag nach unserer Anreise auf Busuanga/Coron geht es sofort los mit dem Ganztagesprogramm.
Mit philippinischen Tuktuk, die aussehen wie Motorroller mit überdimensionierten Beiwagen, geht es zum Hafen. Autos sieht man hier praktisch nicht, alle Welt nutzt die günstigen Rickshaws oder fährt Motorroller – bei den engen, unbefestigten Straßen sicher auch die beste Fortbewegungsmöglichkeit.

Am Hafen, der völlig ohne Überdachung in der prallen Sonne liegt, finden wir schnell einen willigen Bootsführer, mit dem wir uns auf einen Tagesausflug rund um Coron einigen. Nachdem Dennis mit Taucherbrille und Schnorchel versorgt ist, geht es gemeinsam zu Fuß über einen sandigen Platz, auf dem die Sonne uns schier die Köpfe verbrennt. In der Markthalle, eher ein Zelt, strömen in der Fleischabteilung sehr intensive Gerüche auf uns ein; die Auslagen, bestehend aus Schweinefüßen und Köpfen und fragwürdig gekühlten Fleischstücken, wirkt nicht appetitanregend. Ähnlich ergeht es Titus und mir bei den Fischständen, immerhin ersteht unser Guide für Dennis und Norman ein ansehnliches Fischlein für das Mittagessen.

Am Gemüsestand kommen Kohl, Knoblauch und Karotten dazu, am nächsten Stand ein halbes Kilo Reis, ein Säckchen Kohle und eine große Flasche Trinkwasser sowie eine Ananas. Titus erbittet zwei gegrillte Maiskolben, und damit sind wir gerüstet für die Tour.
Es ist so heiß, dass Titus erklärt, er möchte keinesfalls nochmal durch „die Wüste“ laufen, zum Glück ankert das Ausleger-Holzboot unseres Guides direkt im kleinen Kanal nebem dem Markt. Mit dem Boot haben wir das Familienunternehmen dazu gebucht. Der Kapitän, zwei seiner Söhne und ein etwa 11jähriger Neffe begleiten uns auf dem Ausflug, gekonnt manövrieren die vier das Boot entlang ärmlicher Wellblechbehausungen auf Stelzen hinaus aufs Meer.

Im Lauf des Tags fahren wir viele verschiedene Inseln, Lagunen und Korallenriffe an, das Schnorcheln im badewannenwarmen, türkisfarbenen Wasser macht großen Spaß und Titus ist so in seiner eigenen Unterwasserwelt, dass man ihn durch den Schnorchel ohne Unterlass singen und plappern hört.

Zu Mittag legen wir an einem kleinen Traumstrand an, an dem ein paar Bambus-Pavillons mit Tischen bereitstehen.

Unser Bootscrew hat bereits den Grill angeheizt und bald stehen Teller mit Gemüse, Reis und dem gegrillten Fisch vor uns.

Titus verputzt seine Maiskolben mit Genuss, und während bald ein ordentlicher Regenguss herunterprasselt, sitzen wir im trockenen und machen Mittagspause.
Beim letzten Schnorchel-Halt im Anschluss gibt es sogar ein Wrack zu entdecken, das Kind ist danach wieder völlig im Piraten-Modus und spielt den Rest der Fahrt „Entern“.

Am späten Nachmittag legen wir bei Ebbe in dem ziemlich verschmutzten Kanal an, das Aussteigen wird dadurch erschwert, dass die Kaimauer plötzlich zwei Meter über uns aufragt. Dank der Hilfe der Filipinos gelingt es unbeschadet, und wir machen uns zu Fuß auf den Heimweg – und zum Geldautomaten, denn hier kann man praktisch alles – inklusive das Hotel – ausschließlich bar bezahlen, und der Automat spuckt jedes Mal nur Kleinstbeträge aus, so dass Norman zweimal täglich Geld abheben muss. Nach einer Kugel Eis für Titus und nachdem Dennis und ich im dritten Kiosk endlich philippinische SIM-Karten erstanden haben – der Service ist eher behäbig, geht es per Tuktuk zurück ins Hotel, wo Titus sich direkt in den Pool stürzt. Dieses Kind hat vielleicht Energie – nach sechs Stunden Schnorcheln und Baden scheint es immer noch nicht genug vom Wasser zu haben.

Das Abendessen ist auch heute wieder eher von der mittelprächtigen Sorte, immerhin spielt eine ordentliche Band live in Sharky’s Restaurant, und das Bier ist kalt und günstig. Titus besteht danach auf einer weiteren Schwimmrunde im Pool und schläft danach erfrischt und selig im großen Bett ein, während Dennis und ich noch einen Gin-Tonic im Hotelgarten trinken.

Am Sonntag klingelt der Wecker bereits um 6:30 Uhr: Norman und Dennis brechen zum Tauchen auf. Mein Bruderherz darf zum ersten Mal Taucherfahrung sammeln, und Norman freut sich nach den schönen Korallenriffen, die wir beim Schnorcheln bereits sehen konnten, auf ein paar ergiebige Tauchgänge.
Titus und ich lassen den Sonntag derweil gemütlich angehen. Wir sitzen ewig beim Frühstück, das Kind isst Pancakes und hört Hörbücher, während ich eine zweite Tasse Kaffee schlürfe und lese. Eine Yogaeinheit ist für mich sogar auch noch drin, bevor wir unsere Tasche packen und per TukTuk ein ganzes Stück bis ans Ortsende fahren.
Dort liegt das eher schicke Hotel „The Funny Lion“, an dessen Pool wir es uns als Gäste bequem machen und den Rest des Tages in dieser schönen, mitten im Mangrovenwald gelegenen Unterkunft verbringen. Titus planscht, schwimmt und taucht praktisch die gesamten sechs Stunden im Pool, der so warm ist, dass es keinen Unterschied zwischen Außen- und Wassertemperatur gibt.
Auf dem Heimweg machen wir einen Zwischenstop, ich bitte den Tuktuk-Fahrer, bei einem Supermarkt anzuhalten. Der entpuppt sich als ein winziger Kiosk, in dem wir leider nicht allzu erfolgreich fündig werden. Immerhin gibt es sündhaft teure Aloe-Vera-Creme, denn Dennis hat sich beim Schnorchelausflug ordentlich den Rücken verbrannt.

Zurück im Hotel, springt Titus wieder sofort in den Pool und bleibt zwei Stunden ununterbrochen und selbstvergessen darin, während ich mich mit der zweijährigen Tochter der Angestellten beschäftige, die völlig fasziniert von Titus‘ Spielsachen ist. Gegen 17 Uhr biegen Norman und Dennis um die Ecke, der erste gesellt sich zu uns und berichtet von den Taucherlebnissen, der letztere verzieht sich bleich wie die Wand praktisch sofort ins Bett – akute Übelkeit, das gehört wohl zu einem authentischen Reiseerlebnis in Asien auch dazu.

Wir bleiben also den Abend über im Hotel und kehren zum Essen ins Restaurant ein, dass sich auf authentische deutsche Küche spezialisiert hat – wohl dem deutschen Besitzer geschuldet. Neben Schnitzel, Linsen- und Erbsensuppe steht tatsächlich auch Frittatensuppe auf der Speisekarte, zur großen Begeisterung von Titus, der auch nach ungefähr sechs Stunden Schwimmen keinen allzu müden Eindruck macht. Wie macht der das nur???


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

2 Replies to “Unser Wochenende auf Busuanga/Philippinen”

  1. Ihr macht es genau richtig mit dem Reisen! Und ich liebe es, von euren Erlebnissen zu lesen. Liebe Grüße aus Deutschland, Tanja

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