Philippinen: Tauchen am White Beach Moalboal

Philippinen: Tauchen am White Beach Moalboal

Nach der strapaziösen Anreise sind wir am nächsten Morgen umso erfreuter, als wir unser Unterkunft bei Tageslicht in Augenschein nehmen: Unsere hübschen kleinen Bungalows haben eine Terrasse mit Blick auf Meer und den sehr gepflegten tropischen Garten. Durch ein Gartentor erreichen wir den Strand, der mit feinsten Sand bedeckt ist, der diesem Abschnitt von Moalboals Küste seinen Namen gegeben hat – „White Beach“.
Wir sind noch die einzigen Gäste im Ravenala Beach Resort, wie mir die sehr freundliche und bemühte Besitzerin beim Frühstück erzählt, zum Wochenende werden deutlich mehr Besucher erwartet.
Den Vormittag verbringen wir am Strand. Es ist drückend heiß, und das Bad im Meer bringt nun wirklich überhaupt keine Abkühlung. Außerdem bringen Strömungen Scharen von – zum Glück harmlosen – Quallen und auch Plastikmüll und ölige Schlieren mit, so dass wir es vorziehen, lieber im Schatten sitzen zu bleiben.
Zu unserer großen Begeisterung finden wir im Hotelgarten Einsiedlerkrebse en masse. Titus ist schwer beschäftigt damit, die Tierchen in seinem Eimer einzusammeln und im Sand Rennbahnen für sie zu errichten. Ein großer Spaß!


Der Tag vergeht wie im Flug, zum Abendessen machen wir uns bei einbrechender Dunkelheit zu Fuß Richtung Dorf. Es ist hier wirklich dermaßen „untouristisch“, die kleine Straße ist unbeleuchtet, am Wegrand grunzen Schweine und gackern freilaufende Hühner. Die Einheimischen sitzen in Wellblechhütten, die manchmal statt Mauern nur mit Plastikplanen verhängt sind. Überall sitzen auf kleinstem Raum ganze Großfamilien zusammen und betreiben nebenbei noch einen winzigen Kiosk oder gar ein Restaurant.
Wir weichen alle paar Meter den entgegenkommenden Rikschas und Motorrollern aus, balancieren über große Pfützen, bis wir endlich in einer Seitengasse Jam’s Cuisine erreichen. Bei unserem Eintreffen verschwinden erst einmal die Kleinkindern aus der Küche, die sich hier bereits für die Nacht eingerichtet haben. Bald stehen Gemüse, Pasta und lokale Fischgerichte vor uns, zusammen mit kaltem Bier. Das Ganze am Ende nur ein paar Euro pro Person.

Ungeahnterweise betreibt unser Hotel eine eigene, kleine Tauchschule, wie uns die Chefin am nächsten Tag berichtet. Obwohl wir es eigentlich gar nicht vorhatten, sitzen Norman und ich also um 10 Uhr im Boot und schippern ein paar Minuten bis zum sogenannten Sardine Reef, während Dennis mit Titus neue Behausungen für Einsiedlerkrebse errichtet.


Der Tauchgang ist spektakulär: das steil abfallende Riff beherbergt jeden nur erdenklichen Tropenfisch und Meeresbewohner, riesige Sardinenschwärme schwimmen in ständig wechselnden Formationen über unseren Köpfen und verdunkeln buchstäblich den Blick nach oben. Gleich zwei große Meeresschildkröten rasten gemütlich auf den Korallen und lassen sich die Sonne auf den Panzer scheinen, obwohl wir nur wenige Meter von ihnen entfernt im Wasser schweben, lassen sie sich nicht im Mindestens davon stören.

Nach einer Mittagspause, die wir wieder im Hotel verbringen, besteigen wir am frühen Nachmittag zusammen mit Dennis und Titus erneut das Holzboot. Diesmal geht es nur wenige Meter südlich, bis zum Dolphin House Tauchspot. Die Artenvielfalt hier ist nicht ganz so groß, aber auch hier finden wir eine gut 1.50 Meter große Meeresschildkröte, die mit geschlossenen Augen döst und sich kurz darauf auf Futtersuche macht. Dennis und Titus schnorcheln derweil an der Wasseroberfläche, wobei Titus immer noch die Quallen äußerst suspekt sind und seiner Schwimm-Begeisterung einen herben Dämpfer versetzen. Unser Bootsführer setzt zwar alles daran, ihm wenigstens vom Boot aus eine Schildkröte zu zeigen, doch leider schwimmen die gesichteten Exemplare stets viel zu schnell davon.

Trotzdem sind wir alle sehr zufrieden mit dem Ausflug, und Norman und ich packen unsere Tauchausrüstung endgültig ein. Am Abend fahren wir mit dem Tuktuk eine halbe Stunde bis in den nächsten Ort, wo wir am Strand ein Lokal ausfindig machen. Im Gegensatz zu „unserem“ Strandabschnitt herrscht hier richtig viel Trubel, dieser Bereich der Insel ist offenbar fest in Backpacker-Hand. Bei uns dagegen bevölkern vor allem die Einheimischen den Strand und veranstalten die ganze Nacht hindurch Grillpartys, was uns aber nicht weiter stört. Viel nerviger sind die vielen Moskitos, die uns in den Abend- und Morgenstunden plagen und immer eine Stelle finden, die nicht mit Mückenschutz eingecremt wurde…

Am Sonntag klingelt der Wecker sehr früh, am Strand herrscht bereits um halb sieben Hochbetrieb, doch wir müssen aufbrechen. Zumindest bleibt noch genug Zeit, um Titus mit einem Geburtstagsständchen zu wecken: der kleine Mann wird nämlich fünf Jahre alt!

Die Hotelchefin hat Sorge dafür getragen, dass wir für die Rückfahrt zum Flughafen einen anderen Fahrer zugewiesen bekommen, der auch tatsächlich so sanft und umsichtig fährt, dass wir völlig unbeschadet nach knapp drei Stunden den Flughafen in Cebu erreichen. Der Weg einmal quer über die Insel ist bei Tageslicht deutlich schöner und interessanter, bereits in den frühen Morgenstunden wird in den Dörfchen geschäftig umhergefahren, gekocht und verkauft. Allerdings stets, ohne sich dabei über alle Maßen anzustrengen oder gar zu beeilen – hier hat jeder die Ruhe weg, und ein Schläfchen tagsüber am Straßenrand, auf dem Motorroller oder im Kiosk gehört praktisch zum Alltag dazu.

Titus darf am Flughafen angekommen endlich sein Geburtstags-Shirt mit passendem Pulli anziehen und ein kleines Geschenk (ein Zeitschriften-Abo des Kindermagazins Gecko) auspacken.

Der Flughafen ist groß und ziemlich schick, leider müssen wir für die „Benutzung“ aber auch umgerechnet 12 Euro „Flughafengebühr“ berappen. Unser Direktflug nach Singapur hebt mir einer halben Stunde Verspätung ab, und bis wir landen und im Taxi sitzen, knurrt uns allen der Magen.

Wir fahren also direkt zum Running Sushi-Restaurant, ein besonderer Wunsch des Geburtstagskindes. Dort kommen alle auf ihre Kosten, und bald stapeln sich die Tellerchen auf unserem Tisch.

Zuhause hole ich noch schnell ein paar Cupcakes vom Bäcker nebenan, zum Glück haben in Singapur die Geschäfte auch am Sonntag Abend um 19 Uhr noch ausreichend Ware und geöffnet.

Während wir per Livestream die Großeltern zuschalten, darf das Kind endlich Kerzen auspusten, Kuchen essen und Geschenke auspacken.

Neben einer Großpackung Lego aus meinem altem Bestand, dicken Wälzern („Alle Welt. Das Landkartenbuch“ und „Mein großer Tieratlas„), einem schicken Piraten-Outfit und einem Fan-Kapuzenpulli der Lieblingsband gibt es einen neuen Lenkdrachen.

Danach fällt das Kind todmüde ins Bett, während ich das arg mitgenommene Kuscheltier in die Waschmaschine verfrachte und mich an die Zusammenstellung der Mitgebsel für die Geburtstagsparty im Kindergarten mache. Derweil nimmt Norman die Lebensmittellieferung entgegen – ein ganz normaler Sonntag Abend eben!


Wenn Ihr wissen wollt, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, schaut wie immer bei den Großen Köpfen vorbei!

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