Philippinen: Badefreuden am Kayangan Lake

Philippinen: Badefreuden am Kayangan Lake

Leider fühlt Dennis sich auch am Montag morgen noch ziemlich elend, und so machen Titus, Norman und ich uns nach dem Frühstück auf, um ein wenig Medizin zu besorgen, um den Kranken schnellstmöglich wieder aufzupäppeln.

Unser erster Halt führt uns allerdings zur Tauchschule, wo wir den geplanten Tauchgang für den nächsten Tag absagen – zumindest für einen von uns. Da wir nicht glauben, dass Dennis bis Dienstag wieder fit genug ist, um mehr als neun Stunden auf Titus aufzupassen, werde ich wohl alleine tauchen gehen.
Vom Tuktuk lassen wir uns zum Supermarkt bringen, wie wir deutlich kundtun – die vielen kleinen Kioske und Büdchen entlang der Hauptstraße haben alle mehr oder weniger das gleiche, leider nicht besonders üppige Sortiment, und wir hoffen, dass es irgendwo auch eine bessere Einkaufsmöglichkeit geben muss. Leider ist dem nicht so. Unser Fahrer lässt uns zwar brav vor einem klimatisierten Supermarkt aussteigen, doch sind darin die Hälfte der Regale leer, der Rest der Waren steht unsortiert auf dem Boden herum und das Warenangebot entspricht eins zu eins dem in den kleinen wellblechübderdachten Lädchen. Bald wird uns auch klar, warum die Schlange vor der Kasse schier endlos ist und sich kaum vorwärts bewegt. Sämtlche Kioskbesitzer decken sich offenbar in diesem „Großmarkt“ mit Waren ein.


Alles gibt es ausschließlich in Kleinstmengen, Drogerieartikel und Waschmitteln werden in winzigen Tütchen zum Einmalgebrauch verkauft, Nudeln und Konserven gibt es in homöopathischen Dosen, weshalb die Kunden kurzerhand ganze Einkaufskörbe pro Produkt vollladen und am Ende mit ganzen Türmen an Einkaufskörben an der Kasse anstehen.
Titus ist leider bald ungeduldig, ich könnte hier noch ewig zugucken, und endlich dürfen auch wir unsere Tütennudelsuppe und Kekse bezahlen. Im Gegensatz zu den restlichen Kunden können wir unsere Einkäufe einfach in den Rucksack packen, die anderen warten vor der Tür auf Tuktuks, um ihre Waren zu transportieren – es herrscht ein unbeschreibliches Chaos in der engen Gasse.

Zu Fuß spazieren wir Richtung Hafen, bald finden wir eine Art Apotheke, wo das junge Mädchen hinter dem Tresen wenigstens ein bisschen Englisch spricht und uns ein Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen empfiehlt. Medikamente werden hier einzeln verkauft, also einzelne Pillen/Ampullen/Pulver, nie die ganze Packung. Wir nehmen also auf gut Glück mal ein paar Ampullen mit, besorgen im Kiosk neben an noch ein elektrolytehaltiges Getränk und kehren anschließend in ein klimatisiertes Cafe ein. Hier gibt es erstaunlich guten Eiskaffee und für Titus eine frische Waffel, es ist zwar erst zehn Uhr morgens, doch die Sonne brennt vom Himmel und wir sind alle bereits jetzt schweißgebadet und von den halbwegs erfolgreichen Einkäufen ziemlich erledigt.
Anschließend schaffe ich es sogar noch, meine philippinische Prepaid-Karte in einem Kiosk aufladen zu lassen – das WLAN im Hotel funktioniert mehr schlecht als recht, aber die lokale Mobilfunknutzung ist spottbillig, für nicht einmal einen Euro bekomme ich mehr als ausreichend Datenvolumen. Das Problem ist dabei nur, dass längst nicht alle Kioskbesitzer Lust darauf haben, mir etwas zu verkaufen. Die ersten drei ziehen es vor, maulfaul abzuwinken und lieber in ihr eigenes Handy zu glotzen. Erst bei der vierten Station bin ich erfolgreich, in wenigen Sekunden ist die Sache erledigt. Geht doch.

Zurück im Hotel versorgen wir den Patienten, der im Bett liegt, mit den Einkäufen und verbringen den Rest des Vormittags am Pool bzw. bei Yoga im Schatten eines Mangobaumes.
Dennis geht es nach den Energiedrinks und ein paar Löffeln Nudelsuppe etwas besser, doch will er lieber den Rest des Tages weiter im Zimmer verbringen.
Also lassen wir ihn in Ruhe und fahren zu dritt per TukTuk zum Hafen. Die Fahrten mit diesen lustigen Gefährten klappen wirklich immer bestens, die Preise sind festgelegt, es entfällt also das lästige Verhandeln, und wir bezahlen meist nicht mehr als umgerechnet einen Euro.


Verhandlungen stehen dann erst mit den ganzen herumlungernden Bootsführern an, die für unsere Ausflugsanfrage erst recht unwillig reagieren. Als wir uns auf den angebotenen Preis nicht einlassen, knicken sie aber nach fünfzehn Minuten doch ein und wir einigen uns auf ein deutlich besseres Angebot.
Daraufhin besteigen Titus, Norman und ich eines der Auslegerboote, das allerdings erst nach beherztem manuellen Anlassen anspringt und uns in einer guten halben Stunde Fahrt zwischen den vielen kleinen und größeren Inseln hindurch zu einer Anlegestelle bringt, an der bereits viele weitere Holzboote ankern.

Titus ist über die Bootstour entzückt, das Inelleben scheint ihm bestens zu gefallen, und mit der Meeresbrise um die Nase lässt es sich auch trotz der sonst so drückenden Hitze bestens auf dem Boot im Schatten aushalten.


Wir balancieren gekonnt zum Aussteigen über mehrere vor uns ankernde Schiffchen, entrichten den Nationalparkeintritt und nehmen die 367 Stufen zum Kayangan Lake in Kauf, die vor allem der kleine Mann in Windeseile absolviert. Schweißgebadet finden wir uns am Ufer eines Sees wieder, in dem bereits viele, viele Touristen in knallorangefarbenen Schwimmwesten planschen. Auch wir ziehen uns die mitgebrachten Westen über, denn ohne diese darf nicht gebadet werden darüber wacht streng und notfalls mit lauten Megaphon-Durchsagen die Nationalparkaufsicht. Bald lassen wir uns im warmen Wasser treiben, Titus schnorchelt wieder einmal und versucht, Drachen aufzuspüren, ich bewundere derweil das klare, türkisfarbene Wasser und die steilen Karstfelsen rundherum.

Nach dieser Badepause machen wir uns auf den Rückweg, wieder geht es steil bergauf und bergab, und natürlich schießen auch wir an der Stelle mit der besten Aussicht ein paar Fotos, bevor es zurük auf’s Boot und nach Coron in den Hafen geht.

Im Hotel muss Titus natürlich dringend noch einmal ausgiebig in den Pool, und ist dementsprechend augehungert, als wir endlich im Restaurant auf der anderen Straßenseite Platz nehmen. Leider dauert es ewig, bis wir etwas zu essen bekommen, auf die Getränke warten wir sogar noch länger, und wie offenbar überall auf den Philippinen wackelt der Tisch so sehr, dass die Gläser bedenklich Schieflage bekommen.
Dennis ist inzwischen wieder auf den Beinen, verzichtet aber lieber auf den Großteil seines Essens, das nicht allzu vertrauenserweckend aussieht, während Titus eine große Portion Spaghetti ohne alles verputzt und ich mit Glasnudeln und Gemüse auch einigermaßen zufrieden bin.
Da wir allesamt jeden Morgen bereits vor 7 Uhr auf den Beinen sind und Sonne, Schwimmen und frische Luft ihren Tribut fordern, liegen wir dann auch alle kurz darauf im Bett – mich hält nur der laut rufende Gecko vor unserer Tür und die stetig brummende, klapprige Klimaanlage ziemlich lange vom Schlafen ab.

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