Konzertnachlese

Konzertnachlese

Nur kurz habe ich in meinem Post vom Sonntag erzählt, dass wir nun endlich das Frühlingskonzert meines Chores stattgefunden hat.

Nach fast 16 Wochen voller Proben und einem langen Konzerttag – Generalprobe ab 13 Uhr, dann Konzert ab 19 Uhr – war es umso schöner, den Konzertsaal der School of Arts mit über 400 Besuchern gefüllt zu sehen.
Vor Konzertbeginn wurden natürlich die obligatorischen Gruppenfotos gemacht, mal mehr und mal weniger professionell…

In der dritten Reihe winkte mir Titus begeistert zu, meine Tante und mein Onkel und natürlich Norman saßen ebenso vorfreudig daneben.
Unser Programm war betitelt mit „Now is the Month of Maying“ – sämtliche Lieder waren also dem Frühling gewidmet.

In der ersten Konzerthälfte schlugen wir einen musikalischen Bogen von englischer Renaissancemusik aus dem 16. Jahrhundert („Now is the Month of Maying“ von Thomas Morley und „Fair Phyllis“ von John Farmer“) über deutsche Romantik („Mainacht“, Johannes Brahms) zum Summchor aus „Madame Butterfly von Puccini.

Titus erste Frage in der Pause lautete denn auch, warum wir denn da alle nur gesummt hätten. „Habt Ihr den Text vergessen?“

Weiter ging es auf Spanisch, das stimmungsvolle, anrührende „Amor de mi Alma“ nach einem Gedicht aus dem 16. Jahrhundert zeitgenössisch vertont rief zumindest bei mir Gänsehaut hervor.

Den Abschluss bildete das philippinische Lied „Paruparong Bukid“, von den beiden Philippinas im Chor launig und anschaulich angekündigt – denn im Lied geht es um ein hübsche Dame, die einem Schmetterling gleich ihre Hüften schwingt.

Im zweiten Konzertteil gesellten sich zur Pianistin noch eine Dame am Kontrabass und ein Schlagzeuger auf die Bühne, die bei „L.O.V.E“ und „I’ve got you under my skin“ etwas Groove mitbrachten.

Die großartigen sieben „Songs and Sonnets“, die George Shering nach bekannten Texten William Shakespeares vertonte waren sprachlich zwar zum Teil verzwickt, weil echte Zungenbrecher zu bewältigen waren, aber die Lieder im chinesischen Hakka-Dialekt und auf Mandarin brachten mich eher an meine sprachlichen Grenzen. Zum Glück hatte ich mit Geok Choo eine Muttersprachlerin an der Seite, die ich versuchte zu imitieren, so gut es eben ging.

Mit chinesischen Schlagern aus den 1940er bis 1960er Jahren, die großes Ohrwurm-Potential haben, ging das Konzert nach gut eineinhalb Stunden zu Ende. Die Erleichterung war groß – zu viele Unsicherheiten mussten in den letzten Wochen bewältigt und ausgeräumt werden, und die Tatsache, dass gut zehn langjährige Mitglieder den Chor zum Sommer hin verlassen werden, da es zurück in die Heimat geht, trug nicht unbedingt zu einer positiven Stimmung im Vorfeld bei. Auch wenn vielleicht nicht alles perfekt war am Ende und für das nächste Semester dringend ein paar Dinge geändert werden müssen: Schön war’s!

Für einen gemütlichen Ausklang hatten ein paar Chorkollegen in weiser Voraussicht einige Tische in der nächstbesten Kneipe reserviert – die zufällig das „Stuttgart Blackforest Boutique Cafe“ war. Also ließen wir uns Spätzle und Weißbier schmecken, bestaunten die Kuckucksuhren und Nussknacker, und Titus war völlig entzückt von diesem Lokal. Nach dem Blick auf die Speisekarten verzichteten wir allerdings auf die Bestellung eines zweiten Weißbiers – 18 Singapur-Dollar (12 Euro) pro Flasche sind dann doch auf Dauer zu viel!

2 Replies to “Konzertnachlese”

  1. Liebe Nadine,
    da habt ihr nett geträllert, kein Wunder, daß sich der Titus erkundigt hat, ob oder warum ihr den Text vergessen habt.

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