Familienbande in Singapur und auf den Philippinen

Familienbande in Singapur und auf den Philippinen

Nach fast zwei Jahren ist es endlich soweit: am Montag Nachmittag um 16 Uhr steigt mein Bruder Dennis aus dem Flieger und kommt auf Besuch nach Singapur.
Titus ist selig, ist sein Onkel doch sein großes Idol – dementsprechend aufgedreht ist das Kind und kann es kaum erwarten, bis der Koffer mit den vermeintlichen Mitbringseln endlich ausgepackt wird.

Am Abend gehen wir – ganz obligatorisch inzwischen mit allen unseren Besuchern – auf den Newton Hawker und lassen uns eine Auswahl der Singapurer Köstlichkeiten schmecken: Satay-Spieße, Carrot Cake, Naan-Brot und Butter Paneer. Völlig übersättigt spazieren wir nach Hause und wanken bald ins Bett.

Mein Bruder schätzt die Vorzüge eines hauseigenen Fitnessraums ebenso wie ich, weshalb wir täglich zusammen eine Stunde Sport machen und schwitzen.
Am Dienstag Nachmittag geht es per Bus – die günstigste Möglichkeit für eine Rundfahrt durch die Singapurer Innenstadt – nach Gardens by the Bay. In der Minute, in der wir den Wasserspielplatz erreichen, öffnen sich allerdings die Schleusen und ein tropischer Regenguss prasselt fast eine Stunde auf uns nieder. Während wir uns glücklicherweise noch unter ein Dach retten können, werden die vielen Jogger und Radler bis auf die Haut nass.
Zum Glück lässt der Regen nach, so dass wir nur noch bei leichtem Nieselregen die aktuelle Ausgabe der Garden Rhapsody, der Lichtershow bei den Supertrees, genießen können. Die Hits der 1960er/70er Jahre und die perfekte Lichtchoreographie machen gute Stimmung trotz Regentropfen im Gesicht.
Ich bringe im Anschluss Titus nach Hause, während Dennis mit Norman einen Drink in der Dachbar des Marina Bay Sands Hotels genießt – eine Rooftop-Bar ist ebenso wie ein Hawker-Besuch obligatorisch hier!

Dennis möchte am Mittwoch unbedingt das SEA Aquarium besuchen, im Anschluss treffen wir uns am späten Nachmittag am Tanjong Beach auf Sentosa. Titus verbringt praktisch die gesamten zwei Stunden im warmen Pool des Beachclubs und verputzt danach ebenso verlässlich eine große Portion Pommes.

Norman holt zum Feierabend Titus ab, während nach und nach meine Freundinnen Elke, Christiane und Petra eintrudeln. Wir lassen uns ein kaltes Bier schmecken und nehmen nach Einbruch der Dunkelheit unsere Plätze auf den Liegestühlen am Strand ein. Einmal im Jahr findet hier das große OpenAir-Kino für zwei Wochen statt, und die Karten dafür sind heißbegehrt. Diesmal habe ich welche weit im Voraus ergattert, und so können wir den großartigen Film „A Star is Born“ genießen, während wir die Füße in den noch warmen Sand stecken. Dank der Noise-Cancelling-Kopfhörer ist der Filmgenuss sehr intensiv, die Kulisse mit den Palmen, dem Meer und den Containerschiffen im Hintergrund der Leinwand bringt Singapur wieder einmal Extrapunkte ein. (Danke an Christiane für das tolle Foto!!!)

Da Titus donnerstags Taekwondo-Training direkt im Kindergarten hat, habe ich eine Stunde länger „frei“ und nehme Dennis auf einen ausgiebigen Rundgang durch Chinatown mit. Wir lassen uns das Essen im besten, rein vegetarischen Restaurant schmecken, besichtigen den Buddha Tooth Relic Temple, die Shophäuser am Ann Siang Hill und in Telok Ayer.
Nach monatelangen Renovierungs- und Umbauarbeiten hat endlich seit Kurzem die Singapore City Gallery wieder eröffnet. Die Ausstellung darin gehört zur URA (Urban Redevelopment Authority) und zeigt die Stadtentwicklung Singapurs seit dem 19. Jahrhundert sowie die Stadtplanung der Zukunft in interaktiven Schaukästen und maßstabgetreuen Modellen.

Faszinierende Pläne in punkto Verkehrsentwicklung, dem Umgang mit Ressourcen und der Landgewinnung führen dazu, dass wir hier viel mehr Zeit verbringen als gedacht – sehr sehenswert!

Während Dennis den Nachmittag mit Titus im Pool verbringt, schaffe ich es, flugs die Wohnung auf Vordermann zu bringen und die Koffer zu packen. Am Abend geht es früh ins Bett für alle – denn am Freitag morgen klingelt der Wecker tatsächlich um 4:15 Uhr!
Ohne allzu viel Leerlauf besteigen wir alle zusammen den Flieger nach Manila. Während Titus eine Kinderserie nach der anderen guckt, döst der Rest der Reisegruppe einen Großteil der 3 1/2 Stunden bis zur Landung.
In Manila selbst geht Einreise und Kofferabholen schnell, dann geht es allerdings per Bus zum Domestic Terminal, das am anderen Ende der Stadt zu sein scheint. Zum Glück haben wir genug Zeitpuffer für den Weiterflug eingeplant, denn bis wir zwei- oder gar dreimal durch Sicherheitskontrolle, Einchecken und Kofferabgabe durch sind, bleibt gerade noch Zeit, um im völlig überfüllten Warteraum ein Mittagessen und einen dringend nötigen Kaffee zu uns zu nehmen.

Um 13 Uhr besteigen wir die kleine Propellermaschine, die uns in einer knappen Stunde nach Busuanga zum Flughafen von Coron bringt.

Beim Anflug sehen wir bereits zig kleine Inseln, umgeben von Korallenriffen, bevor wir mitten in Ackern und Grünflächen zur Landung ansetzen.

Ein Fahrservice erwartet uns und bringt uns auf eher waghalsiger Fahrt, auf der wir minütlich überladenen Tuktuks ausweichen müssen, zu unserem Resort.
Titus ist so übermüdet, dass er trotz der ständigen Kurven und dem Gehupe einschläft und den Rest des Nachmittags auf der Bank im Hotelrestaurant pennt, während Norman, Dennis und ich uns das erste (und zweite) Bier des Urlaubs schmecken lassen.

Bei einem Preis von 45 philippinischen Pesos (ca. 75 Euro-Cent) ebenso obligatorisch wie das bisherige Singapurer Besichtigungsprogramm!

Am frühen Abend machen wir uns zu Fuß auf, die Umgebung zu erkunden. Wir spazieren die Hauptstraße entlang, passieren Wellblechhütte an Wellblechhütte, jede zweite von ihnen beherbergt winzige Kiosks, Verkaufsstände, Werkstätten, Cafes und unzähligen Tauchschulen. Alles ist sehr einfach, Gehwege gibt es nicht, und wir weichen mehr als einmal den Rollern und Rikschas aus, die in einem schier endlosen Strom an uns vorbeifahren. Ungewohnt ist dabei, dass hier Rechtsverkehr herrscht.
Es ist angenehm warm, knapp 30 Grad Celsius, und nachdem Titus mit ein paar Keksen versorgt ist und Norman an einem der eher spärlich gesäten Geldautomaten Bargeld geholt hat, kehren wir zum Abendessen in die Dachterrasse des Levine Restaurants ein. Die Wendeltreppe und auch das dazugehörige Geländer würden in Deutschland keinesfalls für die Öffentlichkeit zugelassen werden, dafür ist der Blick über das Meer und die angrenzenden Inseln im Sonnenuntergang wirklich spektakulär schön.
Nach einem halbwegs ordentlichen Abendessen – gebratene Nudeln mit Gemüse, damit kann man nicht viel falsch machen – geht es per Tuktuk für ein paar Pesos zurück ins Hotel, wo Titus auf eine ausgiebige Schwimmrunde im nächtlichen Pool besteht.
Uns allen steckt die sehr kurze Nacht in den Knochen, und wir lassen den Abend nach der willommenen Abkühlung bei einem Getränk auf dem Balkon ausklingen.

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