Crazy Rich Asians

Crazy Rich Asians

In der US-amerikanischen Komödie Crazy Rich Asians, die auf einer Romanvorlage des Singapurer Autors Kevin Kwan basiert, handelt von der New Yorker Ökonomieprofessorin Rachel Chu (Constance Wu), die ihren Freund Nick Young (Henry Golding) in seine Heimat Singapur begleitet und dort einen Kulturschock der anderen Art erlebt:
In Singapur, stellt Rachel zu ihrer Überraschung fest, tummeln sich die asiatischen Superreichen. Leute, die nebenbei Ohrringe für 1,2 Millionen Dollar kaufen und Hochzeiten für 40 Millionen Dollar ausrichten.
Rachel muss feststellen, dass ihr so bodenständig wirkender Freund Abkömmling einer solchen Superreichen-Dynastie ist, deren Familienmitglieder die Nase über die Normalo-Frau, die weder über Geld noch über einen guten Namen verfügt, rümpfen.

Was klingt wie eine überdrehte Darstellung, enthält mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Kevin Kwans Roman, der bislang in über zwanzig Sprachen übersetzt wurde, beginnt mit den Worten des muslimischen Reisenden und Gelehrten Ibn Battūta, der feststellt, dass „nirgendwo auf der Welt Menschen zu finden sind, die reicher sind als die Chinesen“ – ein Zitat aus dem 14. Jahrhundert, das erstaunlich aktuell ist.
Denn inzwischen gibt es im asiatisch-pazifischen Raum mehr Vermögensmillionäre als in Nordamerika oder Europa. Hier “lagert” ein Vermögen in Höhe von 22 Billionen US-Dollar. Allein Singapur verzeichnet 183.737 Millionäre (in US-Dollar), gut 1.000 von ihnen sind laut Aussage der Credit Suisse tatsächlich “crazy rich” mit über 50 Millionen US-Dollar Privatvermögen. Mindestens 19 Milliardäre gibt es unter den knapp 5.7 Millionen Einwohnern (im Vergleich dazu sind es in Deutschland 41).

Nach einer aktuellen Studie des “Economist” teilt sich Singapur für 2018 den Platz 1 für die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten mit Paris und Hongkong. Bei dem Ranking werden 160 Produkte und Dienstleistungen, also Mieten, Nahverkehr, Lebensmittel, Kleidung und Bildungseinrichtungen, miteinander verglichen.

Das können sich natürlich nur die leisten, die ausreichend verdienen. Und davon gibt es viele. Da durchschnittliche Monatseinkommen eines Haushalts liegt in Singapur bei rund 9.000 Singapur-Dollar (Stand: 2019), das sind rund 6.000 Euro. Im Vergleich dazu hängt Deutschland ganz schön hinterher, hier sind es “nur” rund 3.400 Euro – netto, versteht sich.

Kein Wunder also, dass die Sport- und Luxuswagendichte auf Singapurs Straßen so hoch ist. Unter den gut 600.000 gemeldeten Privatfahrzeugen befinden sich allein jeweils 700 Lamborghini, Ferrari und Maserati, die Porsche-Fahrer machen ein Prozent aus (in Deutschland: 0,4 Prozent).

Das Steuersystem lockt mit seiner niedrigen Steuerlast Unternehmen und Reiche an. Der Steuersatz für Privateinkünfte liegt zwischen 0 und 22 Prozent (je nach Einkommenshöhe), dabei wird nur tatsächlich in Singapur verdientes Einkommen besteuert.

In Roman und Film “Crazy Rich Asians” sind es vor allem die Frauen, die über das Familienvermögen wachen und es stetig vergrößern, während die Männer ihren Aufgaben in Aufssichtsräten und Vorständen nachgehen. Aufmerksam registrieren die mit Juwelen behängten Damen in ihren Villen jede noch so beiläufige Bemerkung über einen Börsengang, ersteigern Kunstwerke für dreistellige Millionenbeträge, erstehen Schmuckstücke im Wert von Millionen, benutzen aber trotzdem an der Supermarktkasse Spar-Coupons und essen auf den lokalen Hawker Centres. Und sie sagen zu ihren Kindern beim Abendessen: “Think of all the starving children in America.” (“Denkt an die hungernden Kinder in Amerika.”)…


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