Bali: Lovina

Bali: Lovina

Wir schlafen allesamt wie ein Stein – die anstrengenden Tage, die hinter uns liegen, fordern ihren Tribut. So viele neue Eindrücke und Erlebnisse müssen erst einmal verarbeitet werden!

Ich genieße den ersten Kaffee des Tages und einen Obstteller mit frischer Papaya, Drachenfrucht, Bananen und Melonen mit Blick auf das Meer, bis der Rest der Familie gegen halb neun auch endlich aufwacht.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Titus hat sichtlich Hunger, er bestellt sogleich Pancakes und ein Glas Milch und winkt Norman und mir fröhlich und ausgeschlafen nach, als wir uns verabschieden. Bei der Tauchbasis im Nachbarhotel haben wir für heute zwei Tauchgänge gebucht. Der Chef von Orca Dive, Schweizer Marcel, empfängt uns und unterbreitet uns gleich die schlechte Nachricht: wegen der anhaltenden Stürme ist das Meer sehr aufgewühlt, die Sicht eher schlecht. Doch wir wollen trotzdem los, also besteigen wir kurz darauf ein typisch balinesisches Auslegerboot und tuckern westwärts, frenetisch verabschiedet von Titus, der auf der Kaimauer sitzt und winkt.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Nach einer Viertelstunde erreichen wir den ersten Tauchplatz, Lovina Reef 3. Wir lassen uns vom Bootsrand ins 30 Grad warme Wasser fallen und tauchen ab. Die Korallen, die das Riff bilden, sind zwar nicht besonders bunt, dafür aber mit Fischen und Meeresgetier aller Art besiedelt. Koffer- und Kugelfische, neonfarbene Schnecken, meterhohe Farn-Korallen wiegen in der leichten Strömung, und ein jagender Barracuda schnellt dicht vor uns vorbei. Die Sicht ist besser als gedacht, das Wasser so angenehm temperiert und unser Tauch-Guide so entspannt, dass wir ganze 70 Minuten unter Wasser bleiben. Nach einer kurzen Mittagspause, in der uns Titus von seinen Pool-Erlebnissen mit Oma und Opa berichtet, brechen wir zum zweiten Tauchgang zum Lovina Reef 1 auf.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Hier gibt es noch mehr zu entdecken: Feuerfische, große Langusten und Muränen spähen aus Höhlen heraus, das Riff breitet sich bis in 24 Meter Meerestiefe aus und wir lassen uns alle Zeit der Welt, um auch noch in die kleinste Vertiefung zu spähen. Norman sieht sogar einen Riffhai vorbeischwimmen, und da inzwischen keine Strömung mehr herrscht, denen wir auch diesen Tauchgang bis zum absoluten Maximum von 70 Minuten aus. Zwei tolle Tauchgänge, die großen Spaß gemacht, wenn auch nichts besonders Spektakuläres zu sehen war. Leider entdecken wir unter Wasser dermaßen verstörend viel Plastikmüll, der in den Korallen festhängt. Auch der Strand und die Meeresoberfläche sind ziemlich verdreckt, der angespülte Müll lädt nicht zum Baden ein. Wirklich erschreckend.

Umso dankbarer sind wir für jede Bemühung der Balinesen, dem Plastik-Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Titus’ Pancake-Reste werden morgens nach dem Frühstück in ein Bananenblatt eingewickelt und überstehen so den Vormittag bis zur nächsten Hungerattacke. Im Restaurant gibt es Stoff-Untersetzer, -Servietten und -Handtücher, im Supermarkt packt man unsere Einkäufe bereitwillig in den mitgebrachten Rucksack. Nur die Plastikwasserflaschen kriegen wir nicht los, denn das Leitungswasser ist schlichtweg nicht unbedenklich trinkbar…

Den Nachmittag verbringen wir faul auf der Terrasse und sitzen das schwere tropische Gewitter aus, das Wege und Grünflächen unter Wasser setzt. Mit großen Schirmen schaffen wir es trotzdem in den benachbarten, liebevoll gestalteten Warung Bambu Pemarong, in dem Titus wieder einmal die Bedienung derart bezirzt, dass sie ihn am liebsten bei sich behalten würde. Das Essen – Kari Sayur, Gado Gado, Mee Goreng – ist köstlich und wunderschön mit kunstvoll zugeschnittenen und gefalteten Bananenblättern dekoriert.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Auf dem Heimweg schafft es ein findiger Kioskbesitzer, uns ein paar Flaschen Bier zum absoluten Spitzenpreis anzudrehen, die wir bei Kartenspiel auf der Terrasse trinken.

Norman muss am Sonntag morgen bereits um 8 Uhr aufbrechen, er muss zurück nach Singapur, die Arbeit ruft. Der Rest der Familie verbringt einen faulen, gemütlichen Tag am Pool, bei Massage und Pediküre im Spa und beim köstlichen Abendessen im gleichen Restaurant wie am Abend vorher.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Diesmal sogar mit Unterhaltungsprogramm: Ein fantasievoll kostümierter Tänze zeigt traditionelle balinesische Tänze. Titus gruselt sich ein bisschen vor den Masken, langen Fingernägeln und wilden Blicken, übt aber anschließend ausdauernd die typischen Finger- und Handbewegungen.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Die dreitägige Auszeit nach dem straffen Programm auf Java war definitiv nötig, zum Wäsche-Waschen, Ausruhen, Ausschlafen und Lesen. Auch Titus, der sämtliche Abenteuer ohne mit der Wimper zu zucken mitgemacht hat, genießt die Stunden auf dem Liegestuhl und im Wasser, beschäftigt seine Großeltern mit Schwimmstunden, Hörbüchern, Spielen und Schmuseeinheiten. Nun sind wir alle ausgeruht und freuen uns auf die kommenden Bali-Erlebnisse!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »