Ausflüge: Kusu, Maritime Gallery, Sentosa und Red Dot Design

Ausflüge: Kusu, Maritime Gallery, Sentosa und Red Dot Design

Es ist so unendlich angenehm, als Großfamilie zusammen zu sein. Morgens kann ich in Ruhe die Brotzeitdosen befüllen und die Kindergartentasche packen, denn Titus kuschelt sich mit seiner Oma auf das Sofa und lässt den Tag mit Vorlesen beginnen. Das Kind schläft erstaunlich gut in diesen Tagen, keine einzige Nacht in dieser Woche bekommen wir nächtlichen Besuch.
Ist Titus dann im Kindergarten, nutze ich die Gelegenheit, mit äußerst willigen Gästen Singapur zu entdecken.

Wir fahren mit dem Boot vom Marina South Pier um 10 Uhr morgens nach Kusu Island. Am Hafen ist es recht ruhig, in den chinesischen Coffee Shops stärken wir uns mit Kopi C und Vegetable Baos für den Ausflug und lassen uns anschließend auf dem Oberdeck die Sonne ins Gesicht scheinen, während die beeindruckende Skyline der Stadt an uns vorüberzieht. Auf Kusu, der Schildkröten-Insel, sind wir außer ein paar Gärtnern und dem Tempelwärter die einzigen Besucher. Die namensgebenden Schildkröten freuen sich über unsere mitgebrachten Karotten, wir besuchen den Schrein, der über 152 Stufen erreicht wird und in dem Paare um eine glückliche Ehe und Kindersegen bitten.

Der weiße Strand in der Lagune ist unberührt und das Wasser über 30°C warm – leider haben wir keine Badesachen mitgebracht, die hätten wir in der prallen Sonne gut gebrauchen können.
Gegen halb zwei erreichen wir den Hafen wieder und statten der Maritime Gallery einen Besuch ab.

Mein Papa ist ein großer Schifffahrts-Fan und in diesem – kostenlosen! – Museum wird die Geschichte von Singapurs Hafen vom 14. Jahrhundert bis heute anschaulich dargestellt. Wir dürfen in einen 20-Fuß-Container hineinschauen und lernen, dass täglich etwa 1.000 Containerschiffe rund um Singapur ankern und auf ihre Ent- und Beladung warten.

Das Highlight ist aber der Brücken-Simulator: In täuschend echten Videos müssen wir vor Singapurs Küste einen Rettungseinsatz mit einem Boot der Marine meistern und mit einem Containerschiff aus dem Hafen ausparken. Letzteres endet fast damit, dass wir Sentosa rammen, zum Glück ist die Zeit abgelaufen, bevor es zu einer Evakuierung kommt.

Im Kinderbereich gibt es einen ähnlichen Simulator, deutlich kindgerechter, den Titus beim letzten Besuch bereits begeistert ausprobieren durfte.

Am nächsten Tag statten wir vormittags den Einkaufszentren in der Orchard Road einen Besuch ab, denn das gehört schließlich auch zu Singapur dazu. Während ich mit meiner Mama Uniqlo unsicher machen, besichtigt mein Papa die Shophouses am Emerald Hill, so kommt jeder auf seine Kosten.

Nach einer Stärkung im Running Sushi-Restaurant verbringen wir den restlichen Nachmittag gemeinsam mit Titus im Tanjong Beach Club auf Sentosa. Die Sonne brennt vom Himmel, der Pool hat angenehme 32°C und das Kind schwimmt, taucht, schnorchelt und springt fast zwei Stunden lang darin.

Wir genießen derweil Eiskaffee, meine Eltern machen einen Strandspaziergang und schwimmen im Meer. An solchen Tagen bin ich mir sehr bewusst, wie großartig mein Leben in Singapur ist – so ein Nachmittag am Strand, der nur zwanzig Minuten Taxifahrt von zuhause entfernt ist, ist purer Luxus.

Ein letzter Punkt auf der Wunschliste meiner Eltern wird am letzten Tag abgehakt: Wir besuchen das Red Dot Design Museum an der Marina.

Darin sind Produkte aus den Bereichen Elektronik, Sport, Kommunikation und Fortbewegung ausgestellt, die alle mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet sind. Das Museum ist toll gestaltet und der Blick durch die bodentiefen Fensterfronten über die Hochhäuser des Central Business Districts sind fast ebenso beeindruckend wie die Exponate. Leider sind die begleitenden Texte einwenig dürftig, doch immerhin bekommen wir den aufwändig gestalteten Ausstellungskatalog ausgehändigt, den wir sogar mit nach Hause nehmen dürfen.
Während wir im Museumscafé noch einen Kaffee trinken, dröhnt dort aus dem Lautsprecher lautstark Schlager – und zwar auf deutsch: die Sommerhits aus Malle. Das passt nicht so ganz zum Design-Konzept des Museums!

Damit haben wir nun alles abgearbeitet, und das ist auch gut so, schließlich wird dies der letzte Besuch meiner Eltern in Singapur sein. Titus wünscht sich für den letzten Nachmittag eine ausgiebige Spiel- und Vorleserunde, die mit einem Pool-Besuch endet, während ich den Putzlappen schwinge und ein bisschen arbeiten kann. So schön, wenn man nicht alleine für die Kinderbespaßung sorgen muss!
Anschließend rollt die ganze Familie zusammen Sushi, das wir uns zusammen mit Misosuppe und Edamame schmecken lassen. Sogar mein Papa, früher beim Essen eher skeptisch, hat seine Begeisterung für sämtliche asiatischen Küchen entdeckt und rollt und isst fleißig mit. Wer hätte das gedacht…
Dann heißt es für Titus, Abschied zu nehmen, denn er muss ins Bett. Dort vergießt er einige Tränchen, denn er hat die Zeit mit seinen Großeltern sehr genossen, und für ihn ist die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen im Juli schrecklich lang. Zum Glück gibt es FaceTime und WhatsApp-Video!
Nach einem letzten Singapore Sling, den Norman zaubert, brechen wir zum Flughafen auf, wo der endgültige Abschied folgt. Vielen Dank für Euren Besuch, es war so schön mit Euch!!!

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