12 von 12 im Februar

12 von 12 im Februar

Nach dem Aufstehen erwartet mich erst einmal das hier: Koffer auspacken, Wäsche waschen, trocknen und die Wintersachen im hintersten Eck unserer Abstellkammer verräumen.

Bis Titus aufwacht, läuft bereits die zweite Ladung in der Maschine. Zum Glück hat das Kind trotz kurzer Nacht ausgeschlafen und freut sich auf den Kindergarten, wo wir genau drei Minuten vor 9 Uhr eintreffen.

Ich mache mich an meine tägliche Schreib- und Büroarbeit. Leider hat mein Laptop meine Texte, die ich im Flugzeug verfasst habe nicht gespeichert. Nach ein paar Wuttränen muss ich also wohl oder übel alles nochmal tippen.

Aber meine geplante Yogastunde muss ausfallen, ich verordne mit „Stubenarrest“ und belohne mich nur mit einer große Tasse Grüntee, während ich meine Wochenaufgaben verteile. Wie die Schokolade ins Bild gekommen ist, weiß ich auch nicht…

Als kleine Ablenkung vom Schreibtisch beschäftige ich mich mit der Reparatur unseres Dusch-WCs, das seit geraumer Zeit kaputt oder zumindest unbrauchbar ist. In Japan war es so großartig, bei der Kälte stets auf angewärmten Klobrillen Platz zu nehmen. Eine absolute Empfehlung von mir!
Nach Batterietausch und einen Montagearbeiten ist es geschafft, das Ding funktioniert wieder.

Schon ist es Nachmittag und Abholzeit im Kindergarten. Als ich das Haus verlasse, freue ich mich, dass das kleine Mandarinenbäumchen, dass hier traditionell zu den Feierlichkeiten rund um das chinesische Neujahrsfest aufgestellt wird, immer noch halbwegs munter aussieht. In den nächsten Tagen wird es nämlich abtransportiert und entsorgt werden.

Auch in der Bäckerei ist man immer noch in Feierstimmung zum neuen Jahr des Schweins:

Titus hat mit seinen Freunden verabredet, dass sie alle gemeinsam auf den Spielplatz gehen wollen. Hand in Hand marschiert die Bande also los.

Eigentlich ist Titus ein Spielplatzmuffel, doch heute trifft er dort so viele Kinder aus seiner Klasse, dass er mich fast zwei Stunden völlig ignoriert und nur hin und wieder vorbeikommt, um Wasser zu trinken. Bei der Bruthitze kein Wunder!

Als ich ihn endlich nach Hause lotsen kann, ist er einem Abstecher in die Badewanne zum Glück nicht abgeneigt – das Kind ist völlig verschwitzt, und plantscht mit Tieren und sonstigen Spielzeug eine ganze Weile vergnügt im Wasser, während ich das Abendessen vorbereite.

Dienstag habe ich Chor und muss um 18:30 Uhr zuhause los, zum Glück kommt der Göttergatte pünktlich nach Hause und übernimmt die Kinderbetreuung.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle komme ich an diesem Schild vorbei: in Singapur werden nun auch Elektro-Roller mit Nummernschilder versehen. Dazu muss man sich und seinen E-Scooter registrieren.

Die Chorprobe macht Spaß, wir arbeiten heute an Brahms‘ „Mainacht“, und Sätze wie „Überhüllet von Laub girret ein Taubenpaar sein Entzücken mir vor“ treiben meine nicht der deutschen Sprache mächtigen Mitsängerinnen und -sänger schier in den Wahnsinn.

Außerdem ist der Text auch inhaltlich den meisten ein Rätsel. Was es mit dieser Romantik, dem Umherirren, Suchen, der Waldidylle und den „rinnenden Tränen“ auf sich hat, erschließt sich meiner Singapurer Nachbarin überhaupt nicht.

Dagegen glänzen die Asiaten bei dem philippinischen Lied „Paruparong Bukid„. Ausgleichende Gerechtigkeit.


Mehr Geschichten über den 12. des Monats findet Ihr bei Draußen nur Kännchen!
Und was wir genau vor einem Jahr erlebt haben, kannst Du hier nachlesen: 12 von 12 im Februar 2018

2 Replies to “12 von 12 im Februar”

  1. Liebe Nadine,

    vor deinem Batteriewechsel ziehe ich den Hut! Kämpfe ich doch immer noch mit meinem 12 Jahre alten Kettle. (Da will die Taste nimmer, kann also nicht sooo schwer sein. Denkste!)

    Deine Beschreibung über Tokio war mal wieder sehr spannend, habe aber wiederholt festgestellt: Mir wäre diese Stadt zu groß.

    Erhole dich noch gut!

    Liebe Grüße,
    Franziska

    1. Danke! Selbst ist die Frau!
      Ich liebe Großstädte, da gibt es soviel zu sehen. Ist aber wahrscheinlich Gewohnheitssache.
      Morgen geht es bereits weiter nach Taipei, in die nächste asiatische Metropole…

      Hab einen schönen Tag,
      Nadine

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