Kuala Lumpur: Batu Caves und Stadtrundgang

Kuala Lumpur: Batu Caves und Stadtrundgang

Ein absolutes Muss für jeden Kuala Lumpur-Aufenthalt ist ein Ausflug zu den nördlich der Stadtgrenzen gelegenen Batu Caves. In den Kalksteinhöhlen dort befinden sich gleich mehrere Hindu-Tempel.

Wir machen es uns also bei strahlendem Sonnenschein am Samstag Morgen um 10 Uhr im offenen Doppelbecker-Bus von KL Hop On Hop Off gemütlich und lassen uns bei stockendem Verkehr eine Stunde lang die 15 Kilometer bis nach Batu kutschieren.

Die Fahrt dauert deshalb so lange, weil sich die Autos derart stauen und bereits Kilometer vor der großen Attraktion auf dem Standstreifen der Autobahn parken. Denn ganz zufällig geraten wir bei unserem Besuch mitten in den ersten Tag der Feierlichkeiten zu Thaipusam, einem der wichtigsten tamilischen Feiertage. Hierbei gedenkt man dem Gott Murugan, vor allen in Südindien, Singapur und Malaysia gehören ausgedehnte Prozessionen dazu. Dabei “geißeln” sich die Gläubigen, indem sie sich kleine Speeren durch Wangen und Lippen bohren, Nadeln und Haken mit Gewichten im Rücken versenken und mit kiloschweren Aufbauten auf den Schultern stundenlang marschieren (Kavadi Attam).

Wir bekommen einen ersten Vorgeschmack auf dieses Spektakel, als wir den Vorplatz der Höhlen betreten. Eine große Zeltstadt aus Souvenir- und Devotionalienständen erwartet uns dort, überwacht von einer 40 Meter hohen, goldenen Murugan-Statue. Das farbenprächtige Gewimmel wird dominiert von Gelb, denn die Heerscharen von indischen Gläubigen sind ausschließlich in dieser Farbe des Gottes gekleidet.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Die indische Variante von Blaskapellen verursachen einen Höllenlärm mit ihrem Pauken, Schlag- und Blasinstrumenten – damit versetzen sie die Bittenden und am ganzen Körper mit Haken bedeckten Männer in Trance, bevor diese die 272 Stufen bis zum Höhleneingang in Angriff nehmen.

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Wir machen uns natürlich ebenfalls an den Aufstieg, sofern wir uns auf der steilen, in allen Farben des Regenbogens bemalten Treppe Platz verschaffen können. Wir überholen keuchende Kinder und Alte, viele von ihnen balancieren auf ihren Köpfen Zinngefäße mit Opfergaben, meistens Milch.

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Der Geruch von vergorener Milch hängt schwer in der Luft, und uns rinnen die Schweißperlen von der Stirn. Unvorstellbar, diesen Aufstieg mit einem hölzernen Gestell auf den Schultern balancierend zu meistern. Die, die diese Bürde auf sich nehmen, sind stets umringt von einer Schar von Helfern, die bei Bedarf einen Hocker zum Ausruhen reichen, Haken neu justieren, Luft zufächeln und vor allem anfeuern.

Oben angekommen, staunen wir erst recht, als wir die mehr als 100 Meter hohe Tempel-Höhle betreten, in der sich gleich mehrere Tempel, Essens- und Souvenirstände, Vorrichtungen zur Fußwaschung und unzählige Götterfiguren befinden. Überall sitzen Großfamilien am Boden und picknicken, viele Kinder und Frauen haben frisch glattrasierte und mit gelber Farbe bemalte Köpfe.

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Beim Abstieg werden wir wie alle Pilgernden von den überaus frechen Affen belästigt, die sich ihren Anteil an den leckeren Opfergaben sichern wollen.

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Die Zeit vergeht viel zu schnell, wir gucken und staunen und fotografieren und müssen leider schon wieder zum Bus, der uns zurück ins Stadtzentrum bringt.

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Bei der Heimfahrt müssen wir Gesehene erst einmal verarbeiten, während wir uns den Wind um die Nase wehen lassen.

Hatte ich mich noch in Singapur ein bisschen geärgert, dass ich wie schon im Vorjahr die Feierlichkeiten rund um Thaipusam verpasse, bin ich nun mehr als versöhnt, dass ich ganz zufällig an diesem heiligen Ort einen Vorgeschmack auf die große Prozession bekommen konnte!

Den Nachmittag verbringen wir mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die Petaling Street, die durch Kuala Lumpurs Chinatown führt. Hier befindet sich ein großer Straßenmarkt, mit gefälschten “Designer”-Handtaschen, -Uhren, -Schuhen, -Brillen, und wir schlendern gemütlich durch die Gassen. Gegen den Durst hilft eine frische, gekühlte Kokosnuss, die uns der nette Händler auch gleich professionell aufschneidet und aushöhlt, nachdem wir das köstliche Kokoswasser geschlürft haben, so dass wir auch das Fruchtfleisch bis auf den letzten Bissen genießen können.

Gegen die schmerzenden Füße hilft ein kurzer Abstecher ins nächste Spa, wo wir die Füße erst in ein Becken voller hungriger Fischchen hängen, die fleißig die abgestorbene Haut abknabbern, bevor wir eine halbe Stunde lang eine wohltuende Fußmassage bekommen.

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Derart ausgeruht, geht es weiter über den Kasturi Walk, wo wir an einem Straßenstand das schönsten Keramikgeschirr aller Zeiten finden, und am liebsten sofort einen Großeinkauf starten würden, wäre da nicht das Beförderungsproblem.

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Wir landen schließlich am Fluss, wo wir die große Moschee Masjid Jamek und die umliegenden Gebäude im arabischen Stil bewundern.

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Von dort aus erreichen wir die Jalan Tuanku Abdul Rahman, wo jeden Samstag ein großer Markt stattfindet, der über viele Straßenblocks reicht. Zu unserer Verwunderung sind wir hier weit und breit die einzigen Touristen – ausschließlich Einheimische schieben sich hier durch die Gänge, die Frauen meist verschleiert. Das Angebot ist dementsprechend, jeder zweite Stand hat Kopftücher in allen Farben, Stoffen und Stilen im Angebot, dazwischen finden sich Stände mit den landestypischen Spezialitäten. Wir holen uns Popiah, und die beiden Verkäuferinnen freuen sich unbändig, dass wir diese Art von “Frühlingsrollen” kennen und davon begeistert sind. So begeistert, dass wir ein paar hundert Meter weiter gleich noch eine Portion davon kaufen müssen.

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Inzwischen ist die Sonne untergegangen, und wir machen uns zu Fuß auf in die Jalan Changkat, in der sich eine Bar neben der anderen befindet. Unsere erste Wahl ist leider ein echter Missgriff, die Cocktails dort eine Katastrophe, und so ziehen wir um und stoßen lieber mit einem Gin Tonic in der gegenüberliegenden “Whisky Bar” auf unseren überaus gelungenen und vielseitigen Tag an. Praktischerweise liegt die Ausgehstraße nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt, darüber sind wir sehr froh, sind wir doch wirklich genug gelaufen. Voller neuer Eindrücke legen wir uns todmüde ins Bett – der Schrittzähler zeigt jedenfalls weit über 20.000 Schritte an, so ein Städtetrip ist ganz schön anstrengend!

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