Geburtstagsausflug ins Legoland, Teil 1

Geburtstagsausflug ins Legoland, Teil 1

Der beste Göttergatte wünscht sich für seinen Geburtstag einen Ausflug – und zwar ins Legoland Malaysia! Ich bin zunächst skeptisch, habe ich doch Horrorgeschichten von stundenlangem Warten an der Grenze nach Malaysia und zurück sowie ewiges Anstehen an den Fahrgeschäften im Vergnügungspark gehört und gelesen.

Aber Norman beharrt auf seiner Ausflugsidee, organisiert einen Fahrer und eine Unterkunft, während ich über eine Schnäppchen-App günstige Eintrittskarten erstehe.
Also steht am Samstag pünktlich um 9 Uhr ein Minivan in unserer Einfahrt, um uns abzuholen. Titus ist eher mäßig begeistert, er will lieber zuhause bleiben und spielen, unter „Legoland“ kann er sich gar nichts vorstellen.

Wie befürchtet, stehen wir am Grenzübergang Tuas Link erst einmal eine Stunde im Stau, bis wir endlich die Aus- bzw. Einreise überstanden haben. Für Titus habe ich einige Hörbücher auf sein Tablet geladen, er ist also beschäftigt und knabbert nebenbei kalte Pizza.

Punkt 11 Uhr, nach zwei Stunde für 47 Kilometer, steigen wir am Eingang des Legoland Hotels aus, wo sich Norman eine Gratis-Gepäckaufbewahrung erschleicht, während Titus sich sofort in die Legospielecke stürzt. Wir können ihn erst nach einer Weile bewegen, mit uns doch in den eigentlichen Vergnügungspark zu gehen.

Heute steht der zum Legoland gehörige Water Park auf dem Programm. Zu unserer Verwunderung ist es trotz Wochenende nicht allzu voll. Wir platzieren unsere Sachen auf einem Liegestuhl, und los geht’s mit einer Runde im Riesen-Schwimmreifen im Strömungskanal. Titus ist etwas unentspannt, das Wasser ist kühler als gedacht, und dass man während der Fahrt von den Wasserspeiern am Rand angespritzt wird, behagt ihm gar nicht. Zu allem Übel rutscht er beim Ausstieg dann auch noch aus und muss erst einmal im Erste Hilfe-Büro fachmännisch mit Jodsalbe und Pflaster versorgt werden.

Zum Glück finden wir die Boot-Bau-Station. Mit Legosteinen kann hier ein Frachter gebaut werden, dessen Fahrtüchtigkeit Kinder (und Erwachsene) dann auch gleich in der Wasserbahn ausprobieren können. Eine tolle Sache, unser Kind ist kaum noch davon wegzubewegen und kehrt im Lauf des dauernd dorthin zurück.

Es braucht einige Überredung, bis wir ihn soweit haben, dass er mit uns gemeinsam auf einem großen Reifen eine Rutsche besteigt. Was für ein Spaß! Und natürlich ertönt unten: „Nochmal! Ich will noch dreißig Mal rutschen!“ Der Wunsch wird erfüllt, da kaum Besucher da sind. Die trotzdem entstehende Wartezeit oben am Einstieg liegt nicht an dem großen Zulauf, sondern an der bereits legendären Verschnarchtheit des Personals. Die sollten wirklich mal zu einem österreichischen Skilift in die Lehre gehen!

Norman probiert sämtliche anderen Rutschen aus, ich stürze mich mutig mit dem Kopf voran auf einer Matte liegend die große Rutsche hinunter, während Titus unten vom Bademeister beaufsichtigt wird. Wir haben jedenfalls alle einen Riesenspaß, essen ganz freibadtypisch Pommes zu Mittag und genießen ein Eis am Nachmittag.

Ein wenig schmunzeln wir dabei über die malaysischen Großfamilien, die mit Tanten, Omas und Heerscharen von Kindern anrücken, die Mädchen und Frauen natürlich alle verschleiert. Doch auch das hält die meisten von ihnen nicht ab, im Wasser zu toben, zum Glück gibt es langärmlige bzw. die Fußknöchel bedeckende Badekleidung, inklusive passender Haube für den Kopf! Manche tragen auch einfach normale Leggins und dazu einen Kapuzenpulli im Wasser. Ich finde es so großartig, dass Titus so etwas noch nicht einmal auffällt!

Gegen halb sechs verabschieden wir uns aus dem Water Park, holen unser Gepäck ab und lassen uns per Grab-Fahrer zu unserem Apartment bringen. Das liegt nur zehn Minuten Fahrt entfernt in einem 30 Stockwerke hohen, nagelneuen Wolkenkratzer. Vor der Tür werden wir sogleich von der freundlichen, chinesischen Haushälterin in Empfang genommen, die die Wohnungsführung macht.

Anschließend müssen wir dringend Abendessen. Per Grab geht es in die nächste Stadt, Johor Bahru, und auf den dortigen Night Market. Am Samstag Abend ist es voll, mit dem Auto stehen wir schon bei der Anfahrt im Stau, und zwischen den Marktständen herrscht Gedränge. Titus ist nicht besonders erfreut, zu intensiv sind die Gerüche, und er ist müde vom Spielen und Toben im Wasser.

Also suchen wir uns schnell einen Platz auf dem Hawker, der sich in der Auswahl der Gerichte, der Preise und dem Allgemeinzustand schon deutlich von Singapurs Hawker unterscheidet. Wir freuen uns jedenfalls über die günstigen Gerichte und das kalte Bier, Titus verputzt gebratene Nudeln und fällt danach vor Müdigkeit fast vom Stuhl. Der Grab-Fahrer, der uns zurückbringen soll, steht natürlich auch im Stau rund um den Markt, aber dank der praktischen App finden wir uns dann doch und treten die 25minütige Rückfahrt an, um im Apartment todmüde ins Bett zu fallen.

3 Replies to “Geburtstagsausflug ins Legoland, Teil 1”

  1. Verspätet, aber von Unbekanntleserin: Alles Gute, Norman! 🙂 Bei LEGO werden ja meine Beine schwach! Bis 11 hatte ich eine Waschpappkartonrolle voll damit (damals paßten so 20 Kilo Pulver rein – und danach jede Menge LEGO). LEGO taugt für Vieles.

    Liebe Grüße
    Franziska

    P.S. Diesen von dir beschriebenen Umlaufbalkon habe ich 2010 auf Wohnungssuche gesehen. Falscher Staddteil. Da käme sogar ich als Nicht-Artist mal eben hoch.

    1. Vielen Dank im Namen von Norman!
      Ich weiß auch nicht, wer von uns mehr begeistert war vom Legoland, Titus oder wir. Es war wirklich toll, und bei unseren Eltern im Keller finden sich jeweils kistenweise Legosteine, die nur darauf warten, nach knapp dreißig Jahren wieder hervorgeholt zu werden.

      Liebe Grüße,
      Nadine

  2. *zuwinke* Das war eine sehr schöne Ausflugsidee!
    Thihi, dann hat Titus irgendwann mal viel zu tun! Die Dinger werden auch nicht alt. Lach.

    Liebe Grüße,

    Franziska

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