Unter dem Meer

Unter dem Meer

Wir sitzen auf gepackten Koffern, unsere Zeit auf Koh Lanta geht dem Ende entgegen. In einer Stunde werden wir abgeholt, dann geht es per Fähre weiter zur zweiten Etappe unseres Familienurlaubs, nach Koh Yao Yai.
Sechs Tage Strand, Sonne, Sand und Meer liegen bereits hinter uns. Wie schnell doch die Zeit dabei vergeht!
Auch unser dritter Tauch-Tag erfüllt uns mit großer Begeisterung. Diesmal sind die berühmten Tauchgebieten Hae Mueng (Purple Rock) und Hae Daeng (Red Rock) unser Ziel, die eine gute Stunde per Speedboat nordwestlich von Koh Lanta liegen. Die Berichte, die ich dazu im Vorfeld gelesen habe, haben nicht zuviel versprochen: wie verzaubert tauchen wir zwischen gigantischen Fischschwärmen hindurch, können Barracudas und Thunfische bei der Jagd beobachten und dabei zusehen, wie die kleinen Beutefische blitzschnell ihre Formationen und Schwimmrichtungen ändern. Kugelfische lassen sich ungestört aus nächster Nähe ansehen, mit ihrer gegen jede Logik von Stromlinienförmigkeit verstoßenden Körperform. Kleine Putzerfische nagen an meinen Schienbeinen, sehr zur Belustigung von Pierre und Norman, die von solchen „Angriffen“ verschont bleiben. Ein besonders hartnäckiges Exemplar umschwirrt verliebt meine Taucherbrille und stößt mit seinem Fischmaul immer wieder gegen das Visier, was mich sehr irritiert. Die lila und roten Korallen, die den Tauchgebieten ihre Namen geben, schimmern im Sonnenlicht wie ein verwunschener Wald, und viel zu schnell sind zwei Stunden unter Wasser vorbei.
Zurück im Hotel erwartet uns bereits Titus, der die Vormittage ohne uns dazu genutzt hat, mit seiner Tante Ulrike weiter an seinen Schwimmkünsten zu feilen. Stolz zeigt er uns, dass er nun ohne jegliche Schwimmhilfe das gesamte Becken durchschwimmen, ohne Schwimmweste stundenlang schnorcheln und vor allem Arschbomben vom Beckenrand springen kann. Na also, da hat sich der Urlaub doch gelohnt!
Am zweiten Weihnachtstag besteigen wir morgens alle zusammen ein Ausflugsboot und lassen uns südwärts bringen, zu den Inseln Koh Ngai, Koh Muk und Koh Kradan. An deren Küsten springen wir ins Meer und schnorcheln, Titus entdeckt zum ersten Mal Fische, Seeigel und Korallen und ist so begeistert, dass nur noch Quietschlaute aus seinem Schnorchel zu hören sind.
Am zweiten Zwischenstopp legen wir alle Schwimmwesten an und formieren uns in einer langen Reihe. Ein Besatzungsmitglied unseres Schiffes schwimmt voraus, mitten hinein in eine Höhle (Emerald Cave). Zum Glück hat er eine Taschenlampe dabei, denn im Inneren ist es stockfinster, und wir paddeln recht zügig die knapp 200 Meter hindurch, bis wir eine kleine Lagune erreichen. Titus ist zu meinem Erstaunen höchst begeistert von diesem neuesten Abenteuer, und als wir ihm erzählen, dass hier früher angeblich Piraten ihre Schätze versteckt haben sollen, buddelt er im weichen Sand sofort los. Wir bestaunen derweil die ringsum steil aufragenden Felswände und den schier undurchdringlichen Dschungel – hierher kommt man tatsächlich nur schwimmend! Der Rückweg führt uns dementsprechend wieder durch die finstere Höhle, und wir haben einen großen Spaß dabei, die Echowirkung der Felsen zu erproben.

Zur Mittagszeit tischt unsere Besatzung ein Büffet am pudrig-weißen Sandstrand von Koh Kradan auf, wo wir eine Stunde lang im türkisblauen Wasser baden und MIttagspause machen.

Ein weiterer Schnorchel-Zwischenstop folgt, wieder kann Titus von Zebrafischen nicht genug bekommen, die dort in dichten Schwärmen das Schiff umkreisen.
Erledigt und zufrieden genießen wir die Rückfahrt, Titus will unbedingt ganz vorne sitzen und lässt sich selbstvergessen den Fahrtwind um die Nase wehen. Was für ein schöner Tagesausflug! Die Spas entlang des Strands wurden von der gesamten Familie ausgiebig genutzt, zu Thai-Massagen und Nagelverschönerung, Titus hat ausgiebig dem Eis zugesprochen, dass hier im Vergleich zu Singapur zum Glück deutlich günstiger ist, und die thailändische Küche schmeckt allen bestens.
Nur die letzte Nacht auf Koh Lanta ist eine etwas unruhige, Titus hat sich den Magen verdorben und ihm ist übel, nach einem gemütlichen Vormittag, den er im Bett verbringt, verlangt er dann gegen 11 Uhr eine Scheibe Toastbrot und scheint auf dem Weg der Besserung zu sein. Gut so, denn unser Fahrservice steht vor der Tür!

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