12 von 12 im Dezember

12 von 12 im Dezember

Mein Morgen beginnt natürlich damit, dass Titus seinen Adventskalender öffnen will. Das scheint wirklich das Beste an der ganzen Adventszeit zu sein! Leider schmilzt er merklich, nun ist schon die Hälfte der Säckchen geöffnet – ich bin mal gespannt, wie es nach Weihnachten weitergeht. Heute jedenfalls ist die Freude über den kleinen Panda groß, der kommt gleich mit in den Kindergarten.

Ich nutze meine freie Stunde zuhause, um mich endlich genauer in die Materie der Zählmarken der VG Wort einzuarbeiten. Der Vertrag dafür reiste auf dem Postweg zwischen dem Hauptsitz in Deutschland und Singapur hin und her, das hat erstaunlich gut und schnell geklappt. Nun ist es meine Aufgabe, mich darum zu kümmern, dass ich auch bei den Auszahlungen berücksichtigt werde.
Außerdem stehen die letzten Korrekturen für die Januar-Ausgabe der “Impulse” an, zum Glück fallen mir Kommasetzung, Rechtschreibung und Grammatik meistens leicht.

Schon muss ich wieder los, per Bus geht es ins River Valley. Ich habe Glück und darf mit meinem Favoriten mitfahren: dem “Hühner-Bus”. Das Silikon-Federvieh auf dem Dach soll Werbung für ein Restaurant machen, dass gebratene Chicken Wings serviert. Auch wenn das nicht meinen Geschmack trifft, finde ich die Werbemaßnahme ziemlich originell!

Am Robertson Quay besuche ich eine Power Flow-Stunde im Yogastudio, die mich ganz schön ins Schwitzen bringt!

“Mein” Studio hat sechs Standorte in der ganzen Stadt, und je nachdem, auf welches Viertel ich Lust habe bzw. in welchem Studio gerade eine besonders interessante Stunde angeboten wird, nutze ich die Gelegenheit, um immer mal wieder woanders hinzufahren. Der größte Vorteil am Studio in der Martin Road ist tatsächlich das zugehörige Cafe, in dem ich es mir bei einem Flat White gemütlich mache und ein paar Artikel anfange zu schreiben. Dafür lohnt sich sogar die etwas längere Anfahrt.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle stoße ich zwischen Hochhäusern und Baustellen auf einen großen buddhistischen Tempel. Noch so eine Sache, die ich an Singapur sehr mag: beim Umherspazieren können immer wieder neue architektonische Schätze entdeckt werden!

Wieder zuhause, sitze ich an Texten und Urlaubsplanungen, und schrecke erst auf, als um kurz vor 15 Uhr der tropische Monsunregen loslegt. So geht das in diesem Monat täglich, Blitze zucken über den Himmel, der Donner grollt ohrenbetäubend, es wird stockfinster und der Regen fällt so heftig, dass innerhalb von Minuten kaum noch die nur wenige Meter entfernten Häuser zu sehen sind.

Genau bei diesem Wetter muss ich nun also los, um Titus vom Kindergarten abzuholen. Flipflops sind das Schuhwerk meiner Wahl, der Regen bringt schließlich kaum Abkühlung, und so trocknen wenigstens die Füße wieder schnell.

Leider hört es nicht mehr auf zu regnen, auf den Straßen staut sich das Wasser, und wir verwerfen den Plan, mit dem Bus und anschließendem Spaziergang zu unserem heutigen Nachmittagsziel zu kommen. Aber auch ein Taxi bekommt man bei so einem Regenguss nicht, und es dauert zwanzig Minuten, bis sich endlich ein Fahrer meiner Anfrage erbarmt.
Wie so viele Singapurer Taxifahrer fährt der gute Mann furchtbar – immer im Sekundenabstand aufs Gas, so dass man ordentlich durchgeschüttelt wird. Warum in aller Welt machen die das hier so???

Letztendlich kommen wir heil im Shangri-La Hotel an, dort gibt es einen ziemlich tollen Indoor-Spielplatz, genau das richtige bei diesem Regenwetter. Der Eintrittspreis treibt mir zwar kurz die Tränen in die Augen, dafür amüsiert sich Titus aber auch wirklich köstlich zwischen all den Klettermöglichkeiten, dem Bällebad, dem Kinder-Karaoke-Raum mitsamt Flügel (!), dem Malzimmer und der Sandkiste.

Ich darf mich derweil mit mir selbst beschäftigen, da Titus ein paar Spielkameraden findet. Hätte ich das mal gewusst, dann hätte ich ein Buch eingepackt!

Um 18 Uhr blase ich zum Aufbruch, wir eilen durch die schicke Lobby des Hotels zum Taxistand und erwischen schon wieder einen derartig unkontrolliert das Gaspedal tretenden Fahrer, dass mir übel ist, bis wir endlich unser Zuhause erreichen.

Während sich das Kind mit Knetmasse beschäftigt („Mama, schau, ich hab Tofu-Würstel gemacht!“), schmeiße ich schnell alle Zutaten für einen Couscous-Spinat-Salat zusammen.

Der Salat (Rezept hier) findet tatsächlich bei allen Familienmitgliedern großen Anklang. Titus ist von seinem Aktions-Nachmittag so ausgehungert, dass er außer Couscous auch noch zwei Scheiben Butterbrot essen muss, bevor er todmüde ins Bett wankt.


Mehr Geschichten über den 12. des Monats findet Ihr bei „Draußen nur Kännchen„!
Und was wir genau vor einem Jahr erlebt haben, kannst Du hier nachlesen: 12 von 12 im Dezember 2017.

4 Replies to “12 von 12 im Dezember”

  1. Ordentlich Regen täte uns hier auch noch ganz gut. Es ist immer noch zu trocken, auch, wenn die letzten Tage immer mal was runterkam.
    Wenn ich mir so deine Beschreibung über eure Taxifahrer zu Gemüte führe…muß mein Vater in Singapur fahren gelernt haben!!

    Erst einmal einen schönen Donnerstag!

    1. Ja, da kenne ich so einige – diese seltsame Fahrweise ist in ganz Asien weit verbreitet. Offenbar denkt man, dass es sich so Sprit-sparender fahren lässt.

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