Neuseeland: von Roturua über Hobbiton nach Auckland

Neuseeland: von Roturua über Hobbiton nach Auckland

Morgens höre ich, wie sich Titus aus dem Zimmer und zu Norman schleicht, der die Nacht auf dem Ausziehsofa verbracht hat. Ich döse ein bisschen weiter, bis ich von den beiden mit einer Tasse Kaffee und einem Geburtstagsständchen geweckt werde – so kann der Tag gerne öfter beginnen!

Draußen regnet es und wir haben den Vormittag tatsächlich zur freien Verfügung. Also deponieren wir unser Gepäck und verbringen einen entspannten Vormittag im Familienbereich des Polynesian Spa„. Zum Glück haben wir alle unsere Badesachen dabei! Die drei Wasserbecken dort werden von heißem, mineralienhaltigen Quellwasser gespeist, und wir können zwischen 33°C, 37°C und 40°C warmem Wasser wählen, während uns der Nieselregen auf den Kopf tröpfelt. Es ist herrlich, auch wenn es auch hier ein wenig schwefelig riecht. Genau das richtige für einen regnerischen Vormittag, ganz entspannt und durch und durch aufgewärmt finden wir uns anschließend pünktlich um 13 Uhr zur Abfahrt an der Bushaltestelle ein.

Unser nächster Stop ist Hobbiton, welches gut 60 Kilometer von Roturua entfernt liegt. Hier wurden 2001 die Szenen rund um das Auenland gedreht, Regisseur Peter Jackson gefiel das Areal, das der Bauernfamilie Alexander gehört, von Anfang an, und schon bei der Anfahrt dorthin sind wir alle angetan von den saftigen grünen Wiesen, die die sanften Hügel überziehen, und auf denen sehr malerische Schafe grasen. Passend dazu werden wir per Videoclips mit Filmszenen eingestimmt; Titus ist völlig baff, dass man auch im Bus Filme gucken kann!

Nach Ende der Dreharbeiten wurde zunächst alles in den Originalzustand zurückversetzt, doch kamen immer mehr Herr der Ringe-Fans und wollten die Drehorte besichtigen. Also baute die findige Bauernfamilie zusammen mit Peter Jackson und seinem Team 2011 das Hobbitdorf wieder genau so auf, wie es in den Filmen zu sehen ist – und seitdem kommen jährlich bis zu 800.000 Besucher aus aller Welt, um die niedlichen Häuschen zu besuchen. 40% davon haben weder Tolkiens Bücher gelesen noch die Filme gesehen, wie uns unser Guide gleich zu Beginn erzählt.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos
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Der Eintrittspreis ist ganz schön happig, liegt er doch bei 84 Dollar pro Person (um die 60 Euro), aber nach dem ersten ausgiebigen Rundgang durch „The Shire“ sind wir uns einig, dass das Geld ganz gut angelegt ist. Das ganze Areal ist unheimlich liebevoll und detailgetreu gebaut, natürlich ist Titus von den runden Eingangstüren fasziniert, die genau seine Größe haben. Jedes der vierzig Häuschen ist individuell gestaltet, mal steht ein gedeckter Brotzeit-Tisch in Hobbitgröße im Garten, mal hängen Fische zum Trocken, überall sind Wäscheleinen gespannt, an denen Hobbitkleidung im Wind weht (Titus: „Die Sachen würden mir ja genau passen!“), und vor allem die vielen Gärtner hier leisten beeindruckende Arbeit. Alles grünt und blüht, Mini-Apfelbäumchen säumen die Wege, es ist wirklich „wie im Film“! Wir erkennen den Party Tree, Bilbos bzw. Frodos Behausungen und natürlich den Festplatz wieder, und ich freue mich jetz schon darauf, in ein paar Jahren zusammen mit Titus die Filme angucken zu können!

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Einzig störend ist, dass die zweistündige Führung nur deshalb so lange dauert, weil jeder aus unserer 30köpfigen Gruppe vor jeder Tür ein Selfie machen will, und das dauert. Natürlich erkennen wir Bilbos und Frodos Hütten wieder, ebenso wie die steinerne Brücke und das Green Dragon Inn, in dem wir sogar wahlweise einen Becher Cider, Ale oder Ginger Beer bekommen. Am lustigsten findet Titus, dass man dort sogar die Toilette benutzen kann und diese sogar „menschen-groß genug“ ist!

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Endlich haben sich alle aus unserer Reisegruppe im Souvenirshop eingedeckt und wir fahren wieder los. Im Nachbarort Matamata haben wir eine knapp einstündigen Rast. Im Zentrum des Ortes steht die Touristen-Information, die natürlich auch im Stil eines Hobbit-Häuschens erbaut ist. Wir nutzen die Zeit, um im Dorf-Pub schnell eine Kleinigkeit zu essen, und schon geht die Fahrt weiter, gut zwei Stunden lang, bis wir um 20 Uhr endlich Auckland erreichen.

Dort müssen wir unser gesamtes Gepäck ein paar Häuserblocks weit schleppen, das ist ziemlich mühsam, und wir sind froh, als wir endlich im Shuttle-Bus Richtung Flughafen sitzen. Da unser Flugzeug erst um 1:20 Uhr abhebt, haben wir reichlich Zeit für Umziehen, Abendessen, Zähne Putzen und Lesen, und Titus schläft bereits wenige Minuten vor dem Start tief und fest auf seinem Sitzplatz im Flugzeug. Auch ich bin ziemlich erledigt und gleichzeitig unheimlich dankbar dafür, dass ich meinen Geburtstag wieder einmal an einem sehr schönen Fleckchen Erde verbringen durfte und mich auch am anderen Welt so viele Glückwünsche erreichen!

2 Replies to “Neuseeland: von Roturua über Hobbiton nach Auckland”

  1. Herzlichen Glückwunsch auch von mir und ein gutes Heimkommen!

    Die Landschaft ist ja ziemlich lieblich, ein wenig englisch? Du hast auf jeden Fall einen schönen Rahmen für deinen Tag gehabt.

    Liebe Grüße
    Franziska

    1. Vielen Dank! Wir sind wieder gut im warmen Singapur angekommen.
      Du hast recht, mich hat vieles in Neuseeland an die britische Landschaft erinnert.
      Liebe Grüße,
      Nadine

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