Unser Wochenende: Kindergeburtstag, Basteln und Spieleabend

Unser Wochenende: Kindergeburtstag, Basteln und Spieleabend

Der Samstag Morgen beginnt damit, dass Titus und ich nach einer sehr unruhigen Nacht auf dem Sofa fläzen – das Kind schläft zur Zeit dermaßen unruhig und hält es leider auch nur wenige Stunden allein in seinem Bett aus, bis er zu uns schleicht und ins Bett kriecht.
Ich lese diverse Bücher vor, bis es pünktlich um 9 Uhr klingelt und unsere wöchentliche Lebensmittellieferung vor der Tür steht. Das ist so praktisch!

Anschließend möchte ich ins Gym, doch das gestaltet sich als schwierig. Der rundum verglaste Fitnessraum ist nämlich undicht, was bei dem Wetter momentan dazu führt, dass die empfindlichen Sportgeräte darin von den Hausmeistern mit Plastikfolie abgedeckt werden, sobald es regnet. Eines der Laufbänder ist gar nicht benutzbar, weil es bereits einen Wasserschaden hat. Ich passe eine Regenpause ab, um meine Sportstunde für heute zu absolvieren. Seit ein paar Monaten habe ich ein Mittel zur Bekämpfung der Langeweile auf dem Laufband entdeckt: ich gucke auf dem IPad einfach ein paar Folgen meiner Lieblingsserie – und bei „Modern Family“ muss ich ziemlich oft laut lachen. Wie gut, dass ich immer alleine im Gym bin!

Nach dem Mittagessen, das bei uns samstags üblicherweise aus Müsli für mich, Brotzeit für Norman und Suppe für Titus besteht, stehen größere Umräumarbeiten an. Ich möchte unbedingt unser Bücherregal woanders aufstellen und umräumen. Nachdem wir das gemeinsam bewerkstelligt haben – gar nicht so einfach, einen Vierjährigen von Veränderungen innerhalb der Wohnung zu überzeugen – bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Es ist Zeit, aufzubrechen: Titus ist am Nachmittag zur Geburtstagsparty seiner Kindergartenfreundin Alisha eingeladen. Die Familie wohnt im Hochhaus nebenan, und wie es sich für Deutsche gehört, sind wir überpünktlich und natürlich die ersten Gäste. Für die Feier wurde der Gemeinschaftsraum am Pool in ein Schloss verwandelt, das Motto ist „Frozen“, und bald toben rund 30 (!) Kinder herum, während die dazugehörigen Eltern (!), die am Wochenende natürlich auch dabei sein dürfen, entspannt danebenstehen und sich unterhalten. Ein großes Büffet mit diversen Hauptgerichten von einer Catering-Firma steht bereit, doch die meisten Kinder sind so ins Spiel vertieft, dass sie das Essen darüber schlichtweg vergessen.

Für Kinder-Unterhaltung ist gesorgt: eine über eine Eventagentur angemietete Animateurin knotet Schwerter, Blumen und Tiere aus quietschbunten Ballons, eine andere bemalt Kindergesichter und -arme. Eine dritte organisiert diverse Spiele, und über allem wacht die Singapurer Version von Prinzessin Elsa, die von den Kindern mit großen Augen bestaunt wird – allen voran Titus, der sich schier nicht mehr einkriegt, dass die Hauptfigur aus seinem Lieblingsfilm heute hier ist! Die Kinder bekommen Krönchen aufgesetzt, jagen Luftballons, tanzen, hüpfen und haben einen Riesenspaß.

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Am Ende darf jedes Kind noch wie wild auf die obligatorische Piñata eindreschen, und es dauert eine halbe Ewigkeit, bis mithilfe von Tricks das Ding endlich seinen Inhalt preisgibt. Stolz präsentiert uns Titus zwei Handvoll Süßigkeiten, die er vorsorglich „für später“ in seinen Hosentaschen verstaut.

Unter großem Trara wird dann die Torte hereingetragen, wie bei einer Hochzeit! Das Geburtstagskind wird besungen und darf anschließend die Kerzen auspusten, während mindestens zwanzig Handykameras auf es gerichtet sind. Dann darf die Vierjährige das zweistöckige Backwerk anschneiden und jedem Gast einen Teller mit dem pappsüßen Kuchen servieren. Selbst Titus, der wirklich gerne mal was Süßes isst, lässt nach einer Probiergabel den Rest liegen.

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Nach gut zwei Stunden Dauer-Programm ist die Feier dann auch schon beendet. Jedes Kind bekommt eine große Mitgebsel-Tüte mit Geschenken (Kekse, Puzzle, Stifte) und ein letztes Foto mit der paillettenbeschmückten Elsa, deren Perücke schon ein wenig zerzaust aussieht.

Kaum sind wir zuhause, klingelt es auch schon an der Tür, und unsere Freunde Laura und Eli stehen mit einer bereits fertig vorbereiteten Gemüselasagne in der Hand vor uns. Wir essen zusammen auf dem Balkon und anschließend muss jeder noch ausgiebig bei Titus im Kaufladen shoppen gehen, bevor der junge Mann bereit ist, ins Bett zu gehen. Dort schläft er dann innerhalb weniger Minuten ein, so erledigt ist er von dem aufregenden Nachmittag.

Wie inzwischen üblich, machen wir uns es mit den Besuchern auf dem Balkon bei diversen Getränken und Knabbereien gemütlich und spielen bis Mitternacht Karten. Die beiden haben einen schier unerschöpflichen Fundus an Spielen, und so lernen wir jedes Mal ein neues kennen. „Wizard“ jedenfalls macht großen Spaß, und die Zeit vergeht viel zu schnell!

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Am Sonntag morgen weckt Titus uns gnädigerweise erst gegen halb neun, und während draußen der Regen herunterprasselt, besprechen Norman und ich noch ein paar Details für den Neuseeland-Urlaub, erstellen eine Packliste und sortieren Wäsche. Gegen halb elf verabschieden sich die beiden Männer, die sich mit Titus‘ Kindergartenfreundin Jihoon und deren Papa auf einen Ausflug ins Playeum, ein Kinder-Kreativitätszentrum, verabredet haben. Ich bin froh, dass der Kelch des Bastelns heute an mir vorübergeht, und lege stattdessen erst eine ausgiebige Runde im Gym ein und setze mich dann mit Tee und frischem Obst in Reichweite an den Computer. Ein paar organisatorische Dinge für unseren Thailand-Urlaub über Weihnachten müssen erledigt werden, u.a. buche ich diverse Tauchgänge und kümmere mich darum, dass uns jemand in Krabi am Flughafen abholt.
Außerdem recherchiere ich Flugzeiten und Hotels in Kuala Lumpur, denn mit meiner Freundin Christiane plane ich einen Wochenendtrip im Januar in die malaysische Hauptstadt, die von Singapur aus nicht mal eine Stunde Flug entfernt liegt.

Zwischendurch klingelt es an der Tür und ich drücke einem jungen Mann diverse Anzüge von Norman in die Hand, die in die Reinigung müssen. Dass Lieferservices in Singapur sieben Tage die Woche und fast rund um die Uhr arbeiten, ist schon sehr bequem!

Titus und Norman kommen erst am späten Nachmittag von ihrem Ausflug zurück, der sehr kindertauglich war: Basteln, Pommes, Eis und noch mehr Basteln!

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Titus sitzt den Rest des Nachmittags im Tigerkostüm auf dem Sofa und kann sich nicht entscheiden, ob er zur Halloween-Party übernächste Woche lieber Hexe oder eben Tiger sein soll. Schließlich kreiert er die Figur einer „Tigerhexe“, reitet auf dem Schrubber im Wohnzimmer herum und rezitiert selbsterfundene Zaubersprüche.

Zum Abendessen gibt es einen bunten Nudelauflauf mit Gemüse, traditionell kochen bei uns Sonntag Abends Vater und Sohn zusammen, doch da Norman schwer kopfwehgeplagt ist, springe ich ein. Noch eine Runde Vorlesen (all-time favourite: „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne„), und schon geht’s für den Junior ins Bett – der sehr zufrieden mit dem Wochenend-Programm ist!


Mehr „Wochenenden in Bildern“ findet Ihr auf Susanne Mieraus Blog „Geborgen Wachsen “!

2 Replies to “Unser Wochenende: Kindergeburtstag, Basteln und Spieleabend”

  1. Hallo Nadine,

    du hast mal wieder meinen Horizont erweitert. Was eine Pinata ist, war mir nämlich bis eben unbekannt. Ein hübscher Brauch und deutlich bunter als unser schnödes Topfschlagen.
    Während bei euch immer mal Regengüsse herunterkommen, haben wir auch heute Sommerwetter gehabt. Da sich das schon abzeichnete, ging es ab 0830 raus, seit Freitag habe ich nämlich einen Narren am Wildtierpark in der Waldau gefressen. (Die Füße bedanken sich auch artig, in dem sie fast alles mitmachen. Allerdings hat es die Trekkingschuhe aus dem April direkt am Freitag zerlegt. Wie gut, das ALDI grad welche im Angebot hatte.)

    Liebe Grüße aus Summercity Bonn!

    1. Liebe Franziska, tröste Dich, eine Pinata kenne ich auch erst, seit ich wieder Teilnehmer an Kindergeburtstagen bin.
      Ich hoffe, das schöne Wetter in Deutschland hält noch eine Weile an, damit Du die neuen Wanderschuhe noch ausgiebig testen kannst!
      Viele Grüße, Nadine

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