Unser Wochenende: Yoga, Sushi und Besuch

Unser Wochenende: Yoga, Sushi und Besuch

Mein Wochenende beginnt mit einer ziemlich fordernden Yogastunde um 9 Uhr im Studio meines Vertrauens. Da ich normalerweise ja nur unter der Woche gehe, bin ich recht irritiert, als zu Beginn dann tatsächlich jede einzelne Matte belegt ist und mit mir 30 andere Yogis schwitzen und stöhnen. Desweitere irritiert mich, dass die Yogalehrerin, eine Singapurerin philippinischer Abstammung, Englisch mit unüberhörbar schottischem Akzent spricht und das „R“ schöner rollt als Sean Connery. Das hält sie nicht davon ab, uns in die verschiedensten Umkehrhaltungen zu komplimentieren.

Ich lege anschließend eine kleine Shoppingrunde ein, entsorge Altkleider, bringe Leihbücher in die Stadtbibliothek zurück, decke mich ausnahmsweise beim sauteuren Marché-Bäckerstand mit Brot und Frühstücksleckereien ein und halte ein Schwätzchen mit meiner Kochclub-Bekannten, die ich dort zufällig treffe. Zurück zu Hause mache ich es mir mit Kaffee und Zimtschnecke im Arbeitszimmer gemütlich und lege meine monatliche Korrekturrunde für die „Impulse“-Zeitschrift an.

Norman ist derweil mit Titus in den Bishan-Park gefahren, wo die beiden Staudämme bauen und am Spielplatz tollen.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Den Nachmittag verbringen wir am Pool und mit einer Runde Kinderyoga und diversen Haushalts-Dingen; dazwischen versorgen wir Titus quasi stündlich mit Essen. Seit er seine Magenprobleme aus Kambodscha und Bali überstanden hat, muss der kleine Kerl dringend wieder seine Ressourcen auffüllen und isst und isst und isst.

Schon seit langem wollten wir mal wieder Sushi machen, und dafür bietet sich an, dass wir abends Besuch von unseren Freunden Laura und Eli bekommen. Zusammen rollen wir Gurken- und Avocado-Maki und basteln Eierstichröllchen, bis sich der Tisch biegt. Die Misosuppe dazu schmeckt auch dem Kind ganz ausgezeichnet, auch wenn er sie zusätzlich mit den geschnittenen Pfannkuchen vom Vortag (= „Flädle“) garniert und so echte japanisch-schwäbische Fusionküche erfindet.

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Das Essen ist so gut, dass wir tatsächlich bis auf wenige Reste fast alles verputzen, ebenso wie den Obstsalat zum Nachtisch und diverse Knabbereien – denn der Abend wird lang, spielen wir doch bis weit nach 1 Uhr das Strategiespiel „Dominion“…

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Dementsprechend zäh ist der Sonntag Vormittag. Titus will natürlich um kurz vor 8 Uhr aufstehen, inzwischen ist er so gewieft, dass er selbstständig nach dem Aufwachen seine Alexa befragt, denn er weiß, dass immer mindestens eine 7 in der bewilligten Aufstehzeit vorkommen muss.

Ich verziehe mich mit einer Tasse Kaffee auf das Sofa, mein üblicher Aufenthaltsort, wie Titus in seinem neuesten Kunstwerk eindrucksvoll festgehalten hat (man beachte dabei auch die Klimaanlagen, ein wichtiger Bestandteil des Wohnzimmers!).

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Ergebnislos versuche ich, das Kind dazu zu bewegen, einfach gemütlich mit mir eine Folge „Sendung mit der Maus“ oder „Pumuckl“ anzuschauen, doch es will stattdessen lieber „was Richtiges spielen“. Also holen wir die Bügelperlen, diese medititve Art der Beschäftigung ist für mich gerade noch vertretbar.

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Nachdem auch Norman aufgestanden ist, gehen die beiden Männer ihrem aktuellen Lieblingshobby nach: Experimentieren! Bald stehen überall Gläser mit undefinierbarem Inhalt, es wird über Wasserlöslichkeit verschiedener Stoffe diskutiert und ich darf bloß nicht dazwischenfunken.

Titus besucht am Nachmittag seine Kinderyoga-Stunde, dort geht es um eine abenteuerliche Katzengeschichte, wie der kleine Yogi hinterher vermeldet.

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Schon steigen wir ins Taxi und nehmen am Flughafen meine ehemalige Opernpraktikantin Birgit in Empfang, die eine Woche Urlaub bei uns macht. Titus ist ziemlich angetan von ihr, und spätestens als sie aus ihrem Koffer gleich drei Packungen vom Lieblingsmüsli, diverse Bastelsachen und eine große Spielesammlung hervorzaubert, ist es um ihn geschehen. Und um mich auch, denn der Stapel an Zeitschriften, Zeitungen und sonstigem Lesestoff ist umwerfend!

Leider sind unsere Versuche, am Abend noch etwas Essbares aufzutreiben, nicht von Erfolg gekrönt: „unser“ Hawker Centre, das zum Pflichtprogramm aller Besucher in Singapur gehört, hat leider wegen Putzaktionen geschlossen, wie das Schild am Eingang verkündet. Die zweite Wahl fällt auf die Essensstände im Goldhill Plaza, dort gibt es leider kein einziges vegetarisches Gericht. Am Ende holen wir Bibimbap vom Einkaufszentrum gegenüber und essen ganz profan zuhause…


Mehr „Wochenenden in Bildern“ findet Ihr auf Susanne Mieraus Blog „Geborgen Wachsen„!

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