O’zapft is in Singapur

O’zapft is in Singapur

Wir sind zurück in Singapur, nach fast drei Wochen Heimaturlaub.
Vollbepackt, das Gepäcklimit fast bis zum Anschlag (58 Kilo!) ausgeschöpft. Allein das Auspacken und Verräumen am Freitag abend dauerte fast zwei Stunden.
Immerhin hatten wir einen sehr entspannten Rückflug, der dritte Sitzplatz neben uns blieb leer, so dass sowohl Titus als auch ich einige Stunden schlafen konnten und den Rest der Zeit mit Film-Gucken und Essen problemlos hinter uns brachten. Das Kind ist wirklich der geborene Vielflieger!

Am Samstag stand nun das nächste Großereignis an: das Oktoberfest in Singapur, ausgerichtet vom Swiss Club, mit einem etwa 3.000 Menschen fassenden Zelt und der extra eingeflogenen Partenkirchener Musikkapelle auf der Bühne. Pünktlich um 19 Uhr betraten wir das Festzelt, das bis auf den letzten Platz ausverkauft war, und feierten mit sämtlichen in Singapur ansässigen Deutschen bis spät in die Nacht. Der Eintrittspreis war horrend hoch, immerhin durften wir uns dafür am „original“ bayrischen Büffet bedienen, und bei den Bierpreisen jammerte ich dann doch der echten Wiesn nach. Doch niemand scherte sich darum, 3-Liter-Plastikzapfbehälter standen auf allen Tischen und es wurde ein um’s andere Mal mit lautem „Prosit“ angestoßen.
Im Vergleich zu unserem Besuch im Vorjahr, als wir noch totale „Frischlinge“ waren, kannten wir diesmal erstaunlich viele der Feiernden, die ganze Veranstaltung fühlte sich wie ein Klassentreffen an.
Während zunächst bayerische Blasmusik von der Bühne erklangt, wechselte das Programm bald zu mitgröltauglichem Liedgut. Die Kapelle packte Alphörner aus und liess einen Goaßlschnalzer mehr schlecht als recht sein Handwerk verrichten, es wurde geschuhplattelt und gejuchzt, was das Zeug hielt, um ein wenig von Bayern nach Singapur zu bringen.
Bei der Kleidung allerdings gelang es nicht so ganz, dem Publikum bayerische Tradition nahezubringen, viele nutzten dieses Event, um sich einfach irgendwie zu verkleiden, und so konnten wir die wildesten Kostümierungen begutachten.
Ein echter Vorteil zum Münchner „Original“ ist definitiv das Prinzip „cashless“ – am Eingang kauft man per Kreditkarte Wertcoupons, mit denen man dann im Zelt selbst bezahlt. Da man in Singapur kein Trinkgeld gibt, reicht es also völlig aus, den unzähligen Kellnern die richtige Anzahl an Coupons in die Hand zu drücken, um ein frisches Bier zu bekommen. Dasselbe gilt für die Damen, die in knappen Kostümchen umherlaufen und Schnaps verkaufen.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Weit nach Mitternacht erst kamen wir nach Hause und schickten die sichtlich müde Babysitterin nach Hause, um ziemlich genau elf Stunden später schon wieder das Festzelt zu betreten – diesmal mit Titus, denn am Sonntag ist traditionell Familientag auf dem Singapurer Oktoberfest und es gibt im Festzelt ein großes Kinderprogramm. Zwei Hüpfburgen, Luftballons, Kinderschminken, Gratis-Popcorn und -Zuckerwatte, eine Zaubershow und natürlich viel Kindermusik (Polonaise! Fliegerlied! Ententanz!) sorgten für ziemlich gute Unterhaltung, wieder trafen wir ziemlich viele unserer deutschsprachigen Bekannten und Titus hatte großen Spaß.

Er durfte ins Alphorn blasen, vertilgte Unmengen Spätzle und Brezn, lauschte andächtig dem Zauberer und tanzte mit uns wie ein Wilder. Hier kann sich München echt noch was abschauen, das Prinzip „Familien-Oktoberfest“ gefiel uns allen wieder ausnehmend gut!
Nun werden die Dirndl und Lederhosen aber nach einer Woche Dauernutzung wieder in den Schrank gesperrt, bis zum nächsten Jahr!

New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos
New photo by Nadine Dietl / Google Photos

4 Replies to “O’zapft is in Singapur”

  1. Ich verfolge das Oktoberfest über die #wiesnwache und hatte gestern noch zeitgleich wegen dem Stuttgarter Trubel den #wasenfunk zum Schmunzeln. Ehrlich gesagt, wäre es mir zu viel, auf beiden Festen, und auch zu teuer. Mein Vater nahm mich mal als 4- oder 5-Jährige mit auf den Wasen. Mutsch blieb dankend daheim. Danach auch ich. Mein Vater durfte dann jedes Jahr entscheiden, ob er den Lonesomerider gibt oder lieber mit uns Zeit verbringt. Schmunzel.

    Liebe Grüße
    Franziska

    1. Liebe Franziska, als echte Münchnerin (naja, nach 18 Jahren dort bezeichne ich mich einfach mal als solche) kann man gar nicht genug vom jährlichen Großereignis „Wiesn“ bekommen! Und ich hoffe, dass es Titus auch so sieht, momentan jedenfalls ist er ein großer Fan!
      Viele Grüße, Nadine

      1. Lach! Titus bekommt es ja von Anfang an auch gar nicht anders mit.

        Auch viele Grüße! Hier geht es übrigens flott gen Nachtfrost. Du denkst dann hoffentlich an uns Schnatterenten, wenn du am Strand bist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »