Zurück in Singapur: Hot Pot und Dumpling-Kochkurs

Zurück in Singapur: Hot Pot und Dumpling-Kochkurs

Kaum sind wir zurück in Singapur, schon dreht sich alles wieder nur um Essen.

Am frühen Sonntag Abend betreten wir die noch fast leere Hai Di Lao-Filiale am Clarke Quay. Ehe wir mit der finalen Bestellung unserer Fondue-Zutaten fertig sind, werden schon Schürzen, Handyputztücher, Kindergeschirr und Getränke gereicht, bald stehen Töpfe mit dampfenden Brühen vor uns. Das Restaurant füllt sich merklich, und trotzdem werden wir aufmerksam von immer mindestens zwei Bedienungen umschwirrt, den Personal gibt es hier reichlich.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Vor allem die Kinder genießen den Rundum-Service, die chinesischen Damen schöpfen ihnen unaufgefordert Suppe und Nudeln nach, füllen Trinkbecher auf, helfen beim Schuhe an- und ausziehen und geleiten die Bande stoisch in den Kinderbereich und zurück.

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Da wir so früh eingetroffen sind, kommen Verena und ich sogar in den Genuss der Gratis-Gel-Maniküre, die hier zum Service dazugehört! Es sind jedenfalls nach mehr als zwei Stunden fast alle satt und zufrieden mit dem kindertauglichsten Restaurant aller Zeiten – ich sage fast, weil Stefan immer noch schwer mit seinem Magen zu kämpfen hat und daheim dringend ins Bett muss.

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Der geplante Zug um die Häuser beziehungsweise die vielen Kneipen und Pubs, die sich am Ufer des Singapore River aneinanderreihen, fällt also aus, doch immerhin schaffen Verena und ich es noch auf ein ausgiebiges Schwätzchen bei einem Glas Kräuterlikör.

Am nächsten Morgen wird die Wohnung bereits vor acht Uhr von frühstückstauglichen Hits wie „Hulapalu“ und „Major Tom“ beschallt – Leander und Titus spielen Hitparade und ich brauche dringend einen Kaffee!

Um 10 Uhr betritt Payal die Wohnung; bei ihr hatte ich bereits einen Thai-Kochkurs absolviert sowie an einer Gourmetführung durch Little India teilgenommen. Die indischstämmige Köchin, die lange in Hongkong und Shangai gelebt und gekocht hat, bietet nämlich auch private Kochkurse an, und so habe ich sie für Montag Vormittag gebucht, um uns in die hohe Dumpling-Kunst einzuführen.

Zwar fällt Stefan immer noch aus, dafür hat meine Freundin Petra ihre Teilnahme zugesagt, Verena ist natürlich dabei, und mit der tatkräftigen Unterstützung von Luise, Leander und Titus sind wir den kompletten Vormittag damit beschäftigt, den Teig herzustellen, zu kneten und auszurollen, vier verschiedene Füllungen zuzubereiten und am Schluss in aufwändiger Handarbeit einhundert (!) Täschchen liebevoll zu befüllen. Den Kindern macht die Knet- und Füllarbeit Spaß, und es bleibt genügend Zeit, um ausgiebig zu quatschen und vor allem, um die fertigen im Dampf gegarten oder in der Pfanne frittierten Exemplare zu verspeisen.

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Payal geizt nicht mit Informationen rund um die richtige Schnitt- oder Schältechnik für Ingwer oder Karotten, sie hat sämtliche Zutaten und das Handwerkszeug dazu perfekt vorbereitet mitgebracht. Die rohen Wasserkastanien, die mit Shrimps zusammen eine Füllung bilden, haben es uns angetan; geschält schmeckt das knackige Fruchtfleisch wie eine Mischung aus Apfel, Kohlrabi und Maroni!

Wir bekommen Empfehlungen für die beste Sojasauce (was sehr hilfreich ist, ist hier in Singapur das Sojasaucenregal im Supermarkt doch mehrere Meter lang und hoch), die besten Bezugsquellen für sämtliche Zutaten sowie für die weitere mögliche Verwendung und Lagerung des Nudelteigs.

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Die Zeit vergeht wie im Flug, nach mehr als drei Stunden packt Payal sämtliches Zubehör wieder ein und verabschiedet sich, während wir flugs die Küche und die Wohnung auf Vordermann bringen und die Kinder endlich nach draußen bugsieren.

Leider hat der Kinderspielplatz im Botanischen Garten montags geschlossen und wir müssen ohne das versprochene Eis und den Wasserspielplatz wieder nach Hause fahren, ziemlich ermattet von der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit. Das Eis holen wir dann einfach in der Eisdiele gegenüber unserer Wohnung, und gehen dort um die Ecke auch auf den Spielplatz. Sobald es dort schattig wird, kommt die Energie bei den drei Kindern zurück, und sie fetzen mit zig anderen Kindern mehrere Stunden lang kreuz und quer über die Wiese, bis es längst dunkel ist.

Da die Sättigung durch die Dumplings immer noch anhält, holen wir zum Abendessen nur ein bisschen Reis und Gemüse, kochen für die Kinder die obligatorische Nudelsuppe und packen die schmutzigen und ziemlich erledigten Kinder nach einer Wohnungsgrundreinigung ins Bett. Inzwischen ist auch Stefan wieder halbwegs fit und gesellt sich auf dem Balkon zu uns – unsere Abende sind trotz bester Vorsätze doch immer ziemlich kurz, denn bis die Rasselbande endlich schläft, ist es meistens schon halb zehn, und wir sind nach Dauerkindertrubel ziemlich erledigt.

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