Schon wieder Bali!

Schon wieder Bali!

Es geht frühmorgens los, mit drei Kindern, drei Erwachsenen, fünf großen Rucksäcken und diversen Handgepäckstücken verlassen wir am Mittwoch morgen um 8 Uhr die Wohnung. Vorher scheuchen wir natürlich noch die dort Schlafenden auf, die erst einmal beiseite rücken müssen, damit wir überhaupt aus der Tür kommen.

Das vorbestellte Großraumtaxi wartet schon auf uns, dafür nehme ich den Aufpreis gerne in Kauf! Ich renne schnell zum Bäcker gegenüber, um ein wenig Proviant zu besorgen, stoße dort aber auf leere Regale, so „früh“ morgens gibt es nur Abgepacktes. In Singapur ticken die Uhren anders!

Der Flug selbst verläuft so entspannt, dass sämtliche Erwachsenen sogar zeitgleich ein kleines Nickerchen machen können, während die Kinder sich irgendwie selbst beschäftigen. Titus sitzt selig zwischen seinem Leander und Stefan; letzterer packt sein gesammeltes Pilotenwissen aus und unterhält die Buben damit bestens.

New photo by Nadine Dietl / Google Photos

Am Flughafen in Denpasar erwartet uns der vorbestellte Fahrer, und nachdem sämtliche Gepäckstücke und Reisende verstaut sind, reihen wir uns in den dichten Verkehr ein. Die Fahrt dauert länger als erwartet, gegen 15:30 Uhr erreichen wir Sanur, wo wir die Fahrkarten für die Überfahrt nach Nusa Lembongan erstehen. Ich bekomme einen Aufkleber und werde zum Reiseführer ernannt, anhand des Stickers kann die Fährgesellschaft uns am Hafen ausmachen, so ist zumindest der Plan.

Der Hunger ist groß, schließlich musste das Mittagessen ausfallen. Also nutzen wir die verbleibende Wartezeit und kehren in ein kleines Warung direkt am Meer ein. Bald stehen Gado-Gado, Suppe und Nasi Goreng auf dem Tisch, Klein und Groß lassen es sich schmecken. Währrenddessen kommt die Flut, und zwar so heftig, dass unser Fahrer uns ungeduldig heranwinkt, als wir zum vereinbarten Treffpunkt kommen: das Boot kann hier nicht anlanden, wir müssen an einen anderen Hafen fahren – und zwar schnellstens! Also wieder alle einladen, und im Stau die gleiche Strecke zurückfahren, die wir bereits zurückgelegt haben.

In der nächsten, deutlich ruhiger gelegenen Bucht sind wir dann endlich richtig, wir werden sofort vom Fährteam eingesammelt, die Mitarbeiter nehmen uns das Gepäck ab und dann heißt es: warten. Worauf auch immer. Also sitzen wir an der Mole, die Kinder klettern am Strand herum, und haben uns damit abgefunden, dass wir unser Ziel für heute wohl erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen werden. Das Procedere kenne ich schon von unserem Urlaub im vergangenen Dezember

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Neben uns stehen ein paar Japanerinnen, die neben endlosen Selfies sichtlich irritiert über die Zusammenstellung unserer Reisegruppe zu sein scheinen. Ein Mann, zwei Frauen, drei Kinder???

Endlich dürfen wir das Boot besteigen, das erstaunlich leer ist. Mit Vollgas dampfen wir mit fünf Außenbordmotoren aufs Meer hinaus, es stinkt nach Diesel und Fisch und die Wellen spritzen bis durch die Fenster. Die Kinder hängen wie gebannt an den Scheiben und freuen sich über jeden Wasserspritzer, während draußen die Sonne versinkt und wir ein paar schöne Blicke auf Balis großen Vulkan, den Agung, erhaschen. Bald ist es stockfinster, und es dauert fast eine Stunde, bis wir vor uns ein paar Lichter ausmachen, die die Ankunft auf Nusa Lembongan ankündigen. Da inzwischen Ebbe herrscht, kann das Schiff nicht bis zum Strand fahren, und so müssen wir mitsamt Gepäck erst einmal in ein kleineres Boot umsteigen. Wieder dauert es, bis sich dieses zwischen den Korallen und Felsen im Dunkeln einen Weg bis zum Strand gesucht hat. Ein Bootsmann leuchtet zwar immerhin mit seiner Handytaschenlampe vorne am Bug, doch so richtig effektiv ist das nicht.

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Wir lassen uns ins ziemlich kühle Meerwasser gleiten und laufen die letzten Meter bis in den Sand, die Kinder würden am liebsten sofort losbuddeln, doch uns steht noch eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk bevor. Um zur nächsten Bucht, der Mushroom Bay, zu gelangen, geht es einmal hinauf in die Berge und kurz darauf wieder hinab. So eine Fahrt auf der offenen Ladefläche macht allen Spaß, die angenehm temperierte Nachtluft und die Gerüche lassen sofort Urlaubsstimmung aufkommen. Im Hotel „Hai Tide Beach Resort“ werden wir schon erwartet, inzwischen ist es nämlich weit nach 20 Uhr – unsere Reise hat zwölf Stunden gedauert!

Schnell beziehen wir unsere wunderschönen, zweistöckigen „Hütten“, in denen man vom Bett aus direkt auf’s Meer bzw. auf den dicht bewachsenen Garten schauen kann, und eilen ins Restaurant. Dort ist leider alles voll, also bestellen wir die Pizzen, auf die sich alle seit Stunden freuen, einfach kurzerhand „auf’s Zimmer“ und speisen gemütlich im Outdoor-Sofabereich, das Meer rauscht, Fledermäuse rascheln unter den Strohdächern, und die Kinder stecken bereits bis über beide Ohren im Sand.

Um 5 Uhr morgens werde ich wach, denn draußen geht lautes Vogelgezwitscher los, dazu raschelt es zunehmend auf unserem Strohdach. Wie schön, endlich einmal wieder so viele Naturgeräusche zu hören! Zum Glück schlafe ich danach noch einmal ein und sitze erst ab halb acht auf dem Balkon, um die Weiterreise zu organisieren. Währenddessen schicke ich mit Verena Nachrichten hin und her, denn sie sitze ein paar Hütten weiter und wartet darauf, dass ihre Familie aufwacht. Um 9 Uhr ist es endlich so weit, wir frühstücken mit Blick auf’s Meer und frösteln dabei, denn es weht ein frischer Wind – finden zumindest Titus und ich, und ziehen uns Pullis über, während die Münchner darüber nur die Köpfe schütteln.

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Um 10:30 Uhr steigen Verena und ich auf ein Boot, denn ich fahre mit der hoteleigenen Tauchschule zum ersten Tauchgang des Tages, während Verena eine Runde schnorchelt. Wie schon im Dezember ist die Strömung auch hier vor Nusa Penida ziemlich stark, doch ich bin gewappnet und kann mich mehr darauf einlassen, mich buchstäblich einfach treiben zu lassen. Das Wasser hier ist deutlich kühler, als ich es von den letzten Tauchgängen gewohnt bin, „nur“ 26 Grad zeigt der Tauchcomputer an, und ich bin ganz schön froh um den Neoprenanzug!

Doch die Meeresbewohner scheinen das Wasser hier zu lieben, sie tummeln sich in unüberschaubarer Zahl am großen Riff. Sämtliche Korallenarten haben sich dort angesiedelt, ein Garten aus verschiedenen Farben, Formen und Texturen. Wir sehen Clown- und Kugelfische, grellbunte Schnecken, Papageien- und Trompetenfische, und die Stunde unter Wasser vergeht wie im Flug.

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Zurück im Hotel machen wir quasi „Schichtwechsel“, nun übernimmt Verena die Kinderbetreuung, und Stefan begleitet mich mit dem Boot hinaus zum nächsten Tauchspot. Hier vermischen sich verschiedene Meeresströmungen, deutlich erkennbar am „öligen“ Aussehen des Wassers. Plötzlich schwimmen wir in empfindlich kaltem Wasser, nur noch 23 Grad werden angezeigt, und als ich gerade denke, dass ich vor lauter Frieren keine Fische mehr gucken möchte, schwimmen wir hindurch und lassen uns vom vier Grad wärmeren Wasser wieder aufwärmen. So geht es mehrere Male, und das Wassergetier mag es dort so sehr, dass sich manchmal die Sicht verdunkelt, da so viele, dicht Fischschwärme um mich schwimmen. Unzählige Muränen geifern aus Höhlen heraus, ein paar kleinere Thunfische sorgen für Unruhe in den Formationen, ein Oktobus lugt aus den Korallen heraus, Doktorfische lassen sich von kleineren Fischchen genussvoll säubern – ziemlich viel los hier!

Leider bin ich von den kalten Temperaturen so durchgefroren, dass ich ganz froh bin, als der Tauchlehrer das Zeichen zum Auftauchen gibt. An Deck erwartet mich Stefan, der sehr begeistert von seinen Schnorchelerlebnissen erzählt. Zurück im Hotel erwartet Titus mich sehnsüchtig, er sieht müde aus und verkündet, dass er sofort ins Bett möchte. Nach einer warmen Dusche packe ich uns also beide unter die Decke, und das Kind schläft sofort ein, so dass ich den Rest des Nachmittags mit Lesen verbringe.

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Erst zum Abendessen wecke ich Titus, der aber immer noch völlig erledigt ist – offenbar hat er sich einen kleinen Infekt eingefangen. In seinem Essen stochert er jedenfalls nur herum, am nächtlichen Strand liegt er anschließend nur im Sitzsack, und als ich ihn für das Open-Air-Kino begeistern will, dass das Hotel heute abend veranstaltet, möchte er nach zehn Minuten wieder nur ins Bett zurück. Auch recht, dann machen wir es uns dort gemütlich und kuscheln uns zusammen, im Urlaub ist schließlich stets genug Platz für Auszeiten!

4 Replies to “Schon wieder Bali!”

  1. Hallo, meine Lieblingsmama!

    Dir und euch geht es hoffentlich gut? Bei den Tauchbildern und der Beschreibung, was du deswegen „erlitten“ hast – was ich als Nichttaucherin eben nicht nachempfinden kann – vielen Dank! In Naturdokus sieht es ja immer wie gestochen scharf aus. Bei dir ist es mal so, wie auch das Auge es erlebt. Bissel stonewashed. Lach. (Ich habe es mit Tauchen versucht, meinen Ohren reichten 20 oder 30 cm, so genau wissen wir es nicht mehr, dann war zu und ich ganz schnell wieder oben! Tat halt weh. Aber jeder, der das kann, soll es mitnehmen, und es reichte für einen kleinen Anblick.)
    Muckel geht es hoffentlich wieder gut?

    Liebe Grüße,
    Franziska

    1. Liebe Franziska, danke, das Kind ist wieder genesen, das grenzt manchmal an Wunderheilung.
      Mit Ohrenproblemen ist Tauchen sicher keine gute Idee – davon bin ich zum Glück verschont geblieben!
      Viele Grüße, Nadine

      1. Liebe Nadine,

        das sind schöne Nachrichten! (Kinder scheinen tatsächlich „unkaputtbar“ zu sein.)
        Man sollte es definitiv sein lassen. Dafür bringst du uns schöne Photos mit! Lach. Wie ist es eigentlich mit Haien und Rochen, hattest du schon welche zu Besuch?

        Liebe Grüße
        Franziska

        1. Haie habe ich erst auf Lombok erspähen können, und bei Rochen habe ich diesmal nur ein paar kleine Exemplare zu Gesicht bekommen.
          Aber ich erfreue mich eh viel mehr an dem ganzen „Kleinvieh“!

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