Kino, Museum und Sport

Kino, Museum und Sport

Als ich Titus am Freitag vom Kindergarten abhole, schreit er mir schon entgegen: „Es ist Wochenende!“ Zuhause müssen wir uns beide dringend erst einmal ausruhen – er vom vielen Spielen mit seinen Freunden, und ich von der anstrengenden Stadtführung und dem vollem Magen.

Dann geht es in die Musikschule; Titus liebt den Unterricht dort und wartet immer schon ungeduldig, bis endlich die Tür des Klassenzimmers aufgeht und er hineinrennen kann. Die Kleinen werden dort spielerisch an Notenlesen, Rhythmen und seit kurzem auch an die Klaviertastatur herangeführt. Natürlich wünscht sich das Kind jetzt schon ein Klavier vom Christkind – bis dahin muss er sich wohl oder übel mit einer App auf dem Tablet begnügen…

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Seit langem geplant, dürfen Norman und ich am Freitag Abend endlich mal wieder ausgehen. Babysitterin Jiexi übernimmt die Kinderbetreuung, während wir es uns im malerischen Fort Canning Park bequem machen. Eine Woche lang findet dort das jährliche Open-Air-Kino statt, und die dicken Regenwolken haben ein Einsehen und ziehen über uns hinweg. Ausgestattet mit Picknickdecken, Snacks und aufblasbaren Kissen verbringen wir einen sehr gemütlichen Abend in schönster Umgebung und bei tropischen Temperaturen draußen – zum Glück bekommt man das Bier an der Bar mitsamt einem Behälter voller Eiswürfel zur Aufbewahrung. Auf dem Programm steht „Game Night“ – überraschenderweise ein unheimlich lustiger Film und herrlich absurder Film, wir haben jedenfalls großen Spaß!

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Der Samstag Vormittag gehört Titus, der seine Papa-Zeit rigoros einfordert. Die beiden Männer basteln, bauen und experimentieren stundenlang. Es dauert, bis wir den Junior überreden können, am Nachmittag dann doch endlich mal das Haus zu verlassen. Ich kriege nämlich die Vollkrise, wenn ich einen ganzen Tag ohne Programm in der Wohnung verbringen muss!

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Zum Glück ist in der National Gallery immer noch Kinder-Ferienprogramm. Und zwar ein sehr beeindruckendes! Das ganze Museum ist nagelneu, sehr gepflegt, riesengroß und mit einer riesigen Sammlung asiatischer Kunst aus allen Epochen. Die Ordner sind überaus hilfreich und unterstützen uns dabei, einen Parkplatz für Titus‘ Roller zu finden; an jeder Ecke steht ein Mitarbeiter und weist den Weg – Singapur ist eben eine reiche Stadt. Für die einzelnen Ausstellungen haben wir heute aber keine Zeit, stattdessen müssen wir der Rundtour des „Children’s Festival“ folgen.

Beginnend im Untergeschoss, darf erst einmal selbst gemalt werden: Titus pinselt eine Postkarte – die wir danach leider am Trockengestell vergessen. Zum Glück hat er das bis jetzt noch nicht gemerkt…

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Die Kinder dürfen selbst Figuren an einem Panel bemalen, die dann animiert in einem berühmten Kunstwerk auf der Leinwand auftauchen, es gibt eine Art Klettergarten, animierte Tierfiguren in einem Labyrinth, die auf Berührung reagieren, Spiegelbrücken mit optischen Täuschungen und vor allem eine Art Spielplatz, auf dem die Kinder mit Schwimmnudeln, Klettbändern, MDF-Platten und Spülschwämmen Kunstwerke bauen und basteln dürfen. Alle Mitmach-Aktionen wurden von einheimischen Künstlern entworfen, und Titus hat mächtig Spaß dabei, alles auszuprobieren!

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Nach zwei Stunden beenden wir den Besuch, uns klingeln ein wenig die Ohren, denn es ist viel los und dementsprechend laut. Während über unseren Köpfen die Flieger- und Fallschirmstaffeln ein letztes Mal für den Nationalfeiertag proben und waghalsige Kunststücke am Himmel zeigen, spazieren wir in der einsetzenden Abenddämmerung am Singapore River entlang. Nach gut zwei Kilometern erreichen wir den Robertson Quay, hier reihen sich europäische Restaurants am Ufer aneinander, und wir genießen eine sehr gute Pizza (natürlich zu Singapurer Preisen). Hoch am Himmel knattert der große Hubschrauber der Luftwaffe vorbei und zieht die Landesflagge hinter sich her, durch den Fluglärm ist es leider nicht ganz so lauschig wie erhofft, was aber außer mich niemanden zu stören scheint.

Den Sonntag Morgen verbringen wir mit Karsten, Hui Boon und Kyle im Café Melba. Dieses zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass hier fast ausschließlich Europäer speisen, die Preise gesalzen sind und es eine große Spielwiese mit Hüpfburg für die Kinder gibt. Titus und Kyle sind begeistert, und auch die Erwachsenen haben einen sehr gemütlichen Vormittag bei Eiskaffee und netten Gesprächen.

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Anschließend ist es Zeit für die Kinderyogastunde. Titus ist diesmal bei der Schlussentspannung so relaxt, dass er ein kleines Nickerchen auf der Matte macht.

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Norman wagt sich derweil ins Riesenkaufhaus „Mustafa“ und erfüllt mir einen großen Wunsch: eine echt indische Küchenmaschine, mit genug Power, um eigene Gewürzpasten herzustellen! Sie ist allerdings ein wenig überdimensioniert, jetzt muss ich erst einmal die Küche umräumen.

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Zuhause verschwindet Norman ins Gym, und auch Titus möchte sich noch ein wenig sportlich betätigen. Also spielen wir mit Crosstrainer und Rudermaschine, den Hanteln und Fitnessbällen, bis alle ausgepowert sind.

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Der Abend endet damit, dass Titus und Norman zusammen kochen. Das Kind hat zwei Rezepte aus seinen diversen (Koch-)Büchern herausgesucht, und so stehen Spaghetti mit Tomatensauce und Fruchtsaft-Wackelpudding auf dem Menü. Der kleine Koch ist sehr zufrieden mit dem Essen und möchte anschließend sofort ins Bett. So ein Wochenende ist ganz schön anstrengend!

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