„Wasser, marsch!“ und Selbstgemachtes

„Wasser, marsch!“ und Selbstgemachtes

Jeden Samstag finden in den verschiedenen Feuerwachen der Stadt Kindervormittage mit Vorführungen statt. Und zwar kostenlos. Also stehen wir am Samstag früh auf, und betreten um kurz nach 9 Uhr die Central Fire Station in der Hill Street. Diese ist schon von außen einen Besuch wert: die älteste Feuerwache der Stadt wurde 1909 erbaut. Das im Kolonialstil aus Backsteinen errichtete Gebäude beeindruckt durch seine Türme, von denen aus früher die Stadt auf Feuer überwacht wurde.

Central Fire Station, Singapore

Im Innenhof drängen sich bereits viele Familien um die Feuerwehrmänner, die hier von ihrer Arbeit erzählen. Der Rettungswagen wird geöffnet, die Liege und Gerätschaften gezeigt. Anschließend folgt eine Demonstration der Kleidung der Feuerwehrmänner; in voller Montur zeigen sie uns, wie sie sich im dichten Rauch eines brennenden Gebäudes orientieren können. Immer mal wieder zwischendurch tönt ein lauter Alarm über das Gelände, kurz darauf öffnet sich eines der Tore zur Straße und ein Einsatzwagen fährt mit Blaulicht los. Laut den Feuerwehrleuten erreichen sie fast jeden Ort der Stadt innerhalb von zehn Minuten.

An sämtliche Kinder werden Feuerwehrhelme verteilt, die Lösch-, Drehleiter und sonstigen Einsatzfahrzeuge stehen geöffnet auf dem Innenhof und die Kinder (und Erwachsenen) dürfen hinein- bzw. hinaufklettern und sich alles genau ansehen. Sehr spannend!

Titus ist allerdings nur so mäßig interessiert, Feuerwehr ist momentan nicht sein Hobby, stattdessen möchte er lieber nach Hause und das tun, was er am liebsten macht: basteln!

Die Männer verziehen sich also mit Stiften, Klebeband, Tackern, Pappe und Plastikflaschen ins Kinderzimmer und entwerfen eine Murmelbahn.

Während die beiden so kreativ sind, kann ich mich in die Küche verziehen und auch ein bisschen „Selbstgemachtes“ zaubern.

Zuerst mache ich den wöchentlichen Liter Joghurt. Die tropischen Temperaturen und das feucht-heiße Klima hier haben nämlich einen eindeutigen Vorteil: ohne viel Zutun kann man selbst Joghurt herstellen. Und das ist gut so, denn 500 ml griechischer Joghurt kosten im Supermarkt umgerechnet etwa 6-8 Euro.

Hier das schnelle Rezept, entwickelt von meiner lieben Freundin Christiane:

1 Liter Milch zum Kochen bringen. Kurz vor dem Überkochen vom Herd nehmen und abkühlen lassen, bis sie nur noch lauwarm ist. Dann 1 Teelöffel griechischen Joghurt einrühren und evtl. 1 Teelöffel Milchpulver (muss nicht sein, damit wird der Joghurt nur etwas fester). Gut verrühren.
In einer undurchsichtigen Dose über Nacht an einen warmen Platz stellen – die Dose mit einem Handtuch einwickeln, damit die Temperatur konstant bleibt. Nicht bewegen.
Für Singapur heißt das konkret: einfach in der Küche auf dem Fensterbrett stehen lassen.
Am nächsten Morgen ist der Joghurt fertig! Ab in den Kühlschrank damit, dort hält er sich etwa 5-6 Tage. Unbedingt vor dem Aufbrauchen gleich wieder neuen Joghurt davon ansetzen!

Und weil das so einfach ist, kann man gleich eine Extraportion machen und als Frozen Joghurt einfrieren. Das es heute im Supermarkt mal zwei Packungen Erdbeeren für „nur“ S$ 10 gab, füge ich dem Joghurt noch frisches Erdbeerpüree hinzu und kann die Vorratsbehälter gerade noch füllen und in Sicherheit bringen, bevor Norman und Titus zuschlagen können.

Und zu guter Letzt setze ich noch eine Karaffe Eistee auf. Denn wie ich ja schon öfters geschrieben habe, habe ich meinen Kaffeegenuss auf maximal eine Morgen-Tasse eingeschränkt, der Kaffee bekommt mir im tropischen Klima einfach nicht. Stattdessen trinke ich tagsüber mehr und mehr Tee, heiß oder kalt, grün oder schwarz, ganz egal. Besonders gut ist natürlich Eistee, und den kann man gut vorbereiten und ein paar Tage aufbewahren.

Dazu koche ich einfach einen Liter Wasser und brühe einen sehr starken Tee damit auf. Den Saft einer ausgepressten Zitrone dazu und abkühlen lassen. Damit er nicht so stark ist, einfach mit einer guten Portion Eiswürfeln ins Glas gießen. Am besten schmeckt er, wenn er noch ein bisschen gesüßt wird. Zucker löst sich im Eistee naturgemäß aber schlecht auf, deshalb braue ich noch einen halben Liter Zuckersirup auf, der hält sich monatelang im Kühlschrank, und Norman verwendet den auch gerne für Cocktails.

So, nach einem so produktiven Mittag/Nachmittag haben wir uns jetzt eine Eispause verdient! Schönes Wochenende!

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