Hongkong: Badespaß am Shek O Beach

Hongkong: Badespaß am Shek O Beach

Um das Kind ein wenig mit unserem Citytrip zu versöhnen, geht es am Samstag an den Strand. Normans Nachfragen bei seinen Hongkong-erfahrenen Kollegen haben ergeben, dass der „Shek O Beach“ wohl der schönste der vielen Stadtstrände sein soll. Also machen wir uns nach einem Frühstück im benachbarten Café per öffentlichem Nahverkehr auf an die Ostküste von Hongkong Island.

Die Fahrt dauert fast eine Stunde, ist aber sehr abwechslungsreich, zumindest, sobald wir an der Station Shau Kei Wan in den Doppeldeckerbus umsteigen. Die vor uns wartende lange Menschenschlange wird gewohnt zügig abgefertigt, jeder Sitzplatz besetzt, und schon kann es losgehen. Steil hinauf keucht der volle Bus, schnell liegt die Stadt mit ihren eng aneinander gebauten Hochhäusern hinter uns, und es geht mitten hinein in die Berge. An jeder Haltestelle steigen Wanderer aus bzw. ein, hier führt die bekannte Wanderroute „Dragon’s Back“ entlang. Unter uns erhaschen wir zunehmend Blicke auf wunderschöne Buchten und auf ziemlich luxuriös aussehende Wohnviertel.

Endlich hält der Bus in Shek O, dort reihen sich Stände mit Badezubehör, Eis und Snacks aneinander. Wir betreten nach wenigen Metern den wunderschönen Sandstrand, und schon bietet uns eine geschäftstüchtige Chinesin zwei Liegestühle mitsamt Sonnenschirm an, was wir dankend annehmen. Der Strand liegt in einer Bucht und ist umgeben von Felsen und grün bewachsenen Hügeln; die Landschaft erinnert uns an Korsika. Das Meer ist ziemlich aufgewühlt, die Gegend heißt nicht umsonst „Big Wave Bay“. Die höchst aufmerksamen Bademeister erinnern halbstündlich per Durchsage daran, dass das Schwimmen gefährlich sei – das hält aber niemanden davon ab, mit großer Begeisterung in den Brechern zu toben, was für eine Gaudi!

Titus ist selig, zum ersten Mal in seinem Leben traut er sich auch in die Gischt und hat großen Spaß dabei. Er buddelt im Sand, sammelt Stöcke und Muscheln, verspeist mit Genuss zur Mittagszeit einen gegrillten Maiskolben und ist sehr zufrieden mit uns und dem Tagesprogramm. Ich döse im Liegestuhl, zwar brennt die Sonne vom Himmel, doch weht die ganze Zeit über ein ziemlich frischer Wind, so dass es sich im Schatten des Sonnenschirms bestens aushalten lässt.

Praktischerweise gibt es am Strand natürlich auch Duschen und Umkleidekabinen, so dass wir ohne allzu sandige Füße am späten Nachmittag aufbrechen können. Da wir nicht auf den Bus warten wollen, steigen wir stattdessen in einen sogenannten „Light Bus“, eine Art Sammeltaxi. Dieser Kleinbus fährt nur ab, wenn er voll ist – was an einem heißen Wochenend-Nachmittag innerhalb von Minuten der Fall ist – und hält nur auf Bedarf, also: an der nächsten U-Bahn-Haltestelle.

Titus ist so erledigt, dass er einschläft, sobald wir im klimatisierten Zug Platz genommen haben. Er verpennt den kompletten Heimweg, Norman trägt ihn mühsam bis in die Wohnung, wo wir Mühe haben, ihn wieder wachzubekommen. Aber ich kenne meinen Sohn, wenn der jetzt das Abendessen verschläft, verlangt er spätestens um Mitternacht nach etwas Essbarem!

So richtig begeistert ist der kleine Mann zwar nicht über einen erneuten Ausflug, doch immerhin bugsieren wir hn dann halbwegs friedfertig durch den „Ladies Market“ in Mong Kok. Hier drängen sich Marktstände aneinander, die Handtaschen, Kleidung, Spielzeug, Elektronik und sonstigen Tand verkaufen, alles natürlich mal mehr, mal weniger gut aussehend gefälscht. Leider überwiegt bei uns der Hunger die Shoppinglaune, auf zähes Verhandeln haben wir erst recht keine Lust, und so kehren wir mit leeren Händen ins „Veggie Family“ ein. Das Lokal serviert rein vegetarische Küche: bald stehen Ma Po-Tofu, Fujian Rice und frittiertes Gemüse vor uns. Der Tofu ist sensationell gut, der Rest immerhin recht solide.

Danach merken wir erst recht, dass uns der lange Tag an der frischen Luft in den Knochen steckt, weitere Ausflüge auf den Markt oder in eines der gigantischen Einkaufszentren verwerfen wir und machen es uns lieber zuhause gemütlich – wo es natürlich Stunden dauert, bis Titus müde genug ist, um einschlafen zu können.

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