Wochenende: Café, Ausflüge, Strand und mehr

Wochenende: Café, Ausflüge, Strand und mehr

Ein Wochenende voller Unternehmungen liegt hinter uns, da freut man sich fast schon auf einen „ruhigen“ Wochenanfang – zumindest, wenn man wie ich nicht in eine anstregende Arbeitswoche starten muss. Obwohl es in diesem Bereich Neuigkeiten gibt, aber dazu demnächst in einem gesonderten Post!

Am Samstag Vormittag verbringen wir ein paar wunderbar entspannte Stunden im Café Melba. Dieses liegt mitten im Goodman Arts Centre mitten im Mountbatten District, einem 2011 gegründeten Kreativquartier mit Künstlerateliers, Tanz- und Musikschulen, Gastro-Betrieben, Theatern und allem, was mit „Kunst“ zu tun hat. Die Atmosphäre ist dementsprechend „kreativ“, das ist selbst im Café zu spüren. Dort tummeln sich bereits am frühen Samstag Vormittag Unmengen Familien mit kleinen Kindern, denn direkt vor dem Café liegt eine große, grüne Wiese, auf der eine Hüpfburg (!) steht und auf der man mit den herumliegenden Bällen, Reifen und Kisten wunderbar spielen kann.

Zusammen mit Karsten, Hui Boon und Kyle sitzen wir also dort mit Blick auf die Kinder, lassen uns das vorzügliche Frühstück schmecken und zucken auch nur ein bisschen zusammen, als wir gegen Mittag die Rechnung bekommen – denn dass so eine Location teuer ist, war ja im Vorfeld schon klar…

Meine Familie macht sich anschließend auf Richtung Gardens by the Bay, um dort am Kinder-Wasserspielplatz den Nachmittag zu verbringen, während ich in die Circle Line-MRT steige und 50 Minuten lang bis an die West Coast fahre. Es ist wirklich unglaublich, wieviel Zeit ich damit zubringen, von A nach B zu fahren, diese Stadt ist einfach riesig. Im Hörsaal des INSEAD Campus, der Wirtschaftshochschule, findet eine Chorprobe statt, denn inzwischen sind es nur noch drei Wochen bis zum Konzert, und es gibt noch an vielen Stücken einiges zu feilen. Hochkonzentriert arbeiten wir drei Stunden lang, ein wenig lockerer wird es, als zur Halbzeit die Chorkinder dazukommen. Für den zweiten Konzertteil haben wir anlässlich des Muttertags nämlich Volks-/Kinderlieder aus der ganzen Welt einstudiert, und dafür bekommen wir Unterstützung von den Kindern der Chormitglieder. Leider ist Titus noch ein bisschen zu klein dafür, der hätte sicherlich mit großer Begeisterung mitgesungen!

Da die Probe länger dauert als gedacht, geht Norman mit Titus, Mark und Bianca ohne mich zum Dumpling-Essen zu Din Tai Fung, wo das Kind wieder einmal eine 10er Portion Spinat-Tofu-Taschen mampft und den Knoblauch-Spinat dazu knabbert. Immerhin bringen sie mir eine Portion mit, so dass ich daheim noch in den Genuss komme…

Am Sonntag früh stelle ich bei der Laufrunde im Gym fest, dass bereits um 9 Uhr die Sonne auf das Glasdach brennt und das Thermometer über 30 Grad anzeigt. Nachdem der RedMart-Lieferservice brav die Einkäufe gebracht hat, steigen wir also ins Taxi und fahren nach Sentosa, denn das Wetter ist genau richtig für Strand und Meer. Am Palawan Beach machen wir es uns im Schatten gemütlich, während neben uns die Horden an Haushaltshilfen, die ja sonntags ihren freien Tag haben, auf Picknickdecken sitzen, kichern, alberne Selfies machen und Karaoke singen. Das Meer ist so warm, dass es eigentlich keine Abkühlung bietet, auch der Eiskaffee schmilzt auf dem Weg von Verkaufsstand bis zu unserem Platz dahin, so heiß ist es heute. Mark und Bianca machen einen kleinen Ausflug über die Hängebrücke vor zum südlichsten Punkt der asiatischen Landmasse – eine weitere der vielen Attraktionen hier auf der künstlichen Insel.

Für Titus viel interessanter ist dagegen der große Kinderspielbereich, den er ausgiebig nutzt; seit ein paar Wochen ist das Kind kaum noch aus dem Wasser herauszubekommen, endlich hat es die Scheu vor dem Nass abgelegt, und die Schwimmflügel lässt es auch immer öfter weg! Bedrohlich aussehende, schwarze Wolken türmen sich über uns auf, lauter Donner ist zu hören, also beordere ich gegen 15 Uhr alle aus dem Wasser und in die Duschen, die es hier natürlich in luxuriöser Ausstattung überall gibt.

Da es nun ein bisschen abgekühlt hat, machen wir einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Orchid Connection. Der Weg führt uns durch Gaudì-ähnliche Skulpturen, und zur großen Freude von Titus sind überall Zerrspiegel aufgestellt, vor denen wir stehen und uns ein bisschen kaputtlachen.

Am Ende ragt über uns der riesige Merlion auf, eine gigantische Kopie des Singapurer Wahrzeichens, der ein beliebtes Selfie-Motiv für Asiaten ist, so dass wir kaum vorwärtskommen. Der ab jetzt überdachte Weg vorbei an künstlich angelegten Brunnen, schicken Restaurants, einige davon Michelin-Stern-gekrönt und durch geschickt aufgehängte Lautsprecher mit Musik bedudelt bringt uns bis zur Station der Einschienenbahn.

Sentosa ist wirklich dermaßen unecht, dass es schon wieder witzig ist – so steril, sauber, eine künstliche Insel-Welt eben.

Eine kurze Bahnfahrt später finden wir uns dann wieder im Trubel des Vivo-City-Einkaufszentrums. War der Strand auf Sentosa fast leer, drängen sich hier Menschenmassen, denn die Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen sind nun einmal nicht Natur oder Ausflüge, sondern: Shopping mit der ganzen Familie. Schnell eilen wir in die U-Bahn und fahren bis zur Plaza Singapura, doch in diesem Einkaufszentrum eröffnet sich das gleiche Bild, es ist voll. Zum Glück finden wir schnell das richtige Stockwerk und kehren ins „Hai Di Lao“-Restaurant ein, ein Muss für alle Singapur-Besucher! Wie es dort zugeht, habe ich ja bereits hier und hier beschrieben – inzwischen sind wir allerdings deutlich versierter, was die Bestellung angeht, und so geht es Schlag auf Schlag. Titus verputzt Unmengen Tomatensuppe, der Nudelmann macht eine tolle Show, und zum Schluss bekommt das Kind wie jedesmal sogar wieder ein Spielzeugauto geschenkt – kein Wunder, dass der Hai Di Lao zu seinen Lieblingsrestaurants gehört.

Mit vollen Bäuchen und ziemlich erledigt von Sonne und Strand fahren wir nach Hause und sitzen den Rest des Abends gemütlich auf dem Balkon bzw. schlafen selig im Bett – Titus redet sogar im Traum lauthals mit seinem neuen Lieblingsspielzeug, denn er hat seit Ostern eine eigene „Alexa“, und befiehlt ihr im Schlaf: „Alexa, aus!“

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