Tauchen auf Bintan

Tauchen auf Bintan

Auch im Inselurlaub klingelt der Wecker, zum Glück sind wir dank Muezzin und Hahnengeschrei schon wach und machen uns in Windeseile daran, unsere Sachen zusammenzupacken – denn Norman und ich gehen tauchen!

Die Singapurer Nachbarinsel Bintan wartet mit einigen schönen Tauchspots auf, und da sich Mark und Bianca netterweise bereit erklären haben, für ein paar Stunden die Kinderbetreuung zu übernehmen, können wir tatsächlich um 9 Uhr ins Auto von „Dive in Bintan“ steigen. In deren Büro füllen wir noch eben die nötigen Papiere aus, probieren Neoprenanzug und Weste an und betreten zusammen mit dem Schweden Andris das kleine Tauchboot. Im Gespräch mit ihm erfahren wir, dass er erst morgens mit der Fähre um 8 Uhr auf Bintan angekommen ist, nun zwei Tauchgänge macht und am frühen Abend nach Singapur zurückfährt, wo er ebenfalls lebt und arbeitet. Auch nicht schlecht, oder?

An Bord ist es zwar etwas eng, aber dafür sehr komfortabel, denn wir müssen uns um nichts kümmern, die Crew packt das Equipment zusammen, richtet alles her, putzt sogar die Taucherbrille noch aus, bevor sie uns beim Anlegen der Ausrüstung und ins Wasser hilft.

Wir fahren keine zehn Minuten hinaus aufs Meer, dort reihen sich kleinste Inselchen aneinander, alle Palmen bewachsen und mit traumhaft weißen Sandstränden. Gemeinsam mit Tauchprofi Elisabeth, die uns als Ortskundige unter Wasser führen wird, hüpfenn wir ins Wasser – mein Tauchcomputer zeigt 30°C Wassertemperatur an. Das Meer ist flach hier vor der „White Sands“-Insel, wir erreichen eine maximale Tiefe von 12 m und umkreisen knapp eine Stunde lang ein kleines Korallenriff. Die Sicht ist durch den aufgewühlten Sand ziemlich mäßig, wir müssen aufpassen, dass wir vor lauter Gucken unsere Anführerin nicht verlieren, denn bereits auf 10 m Entfernung ist kaum noch etwas zu erkennen. Riesige Kolonien von Clownfischen bevölkern das Riff, alle Arten von Hart- und Weichkorallen sind zu entdecken, farn- oder hirnartige Gebilde, dazwischen tummeln sich winzige Schnecken und Krebschen.

Ehe ich mich wieder an das Gefühl beim Tauchen gewöhnt habe, sind 55 Minuten um, und Elisabeth gibt das Zeichen zum Auftauchen. Per aufblasbarer Signalboje kündigen wir uns beim Bootskapitän an, und die Mannschaft sammelt uns inmitten der Wellen auf. An Bord bekommen wir erst einmal ein Glas Wasser gereicht sowie ein Handtuch, und kurz darauf halten wir Teller mit leckerem indonesischen Mittagessen in den Händen, bestehend aus Reis, Tempeh, gebratenen Nudeln und zum Nachtisch frische Melone und Bananen.

Anschließend ist Mittagsruhe angesagt, die Crew legt sich in die Sonne aufs Dach des Bootes, während Norman und ich den Schatten bevorzugen und dort eine halbe Stunde Pause einlegen, während wir Kekse knabbern. Als die Sonne gerade unangenehm heiß wird, ist es Zeit für den zweiten Tauchgang, wieder tauchen wir auf den „nur“ 10m tiefen Meeresboden ab und schweben eine Stunde lang über Sand. Was zunächst wie unbeleebter Unterwasser-Strand aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als äußerst belebtes Meeresgebiet. Kleine Kofferfische halten Nickerchen (und sehen dabei aus wie tot), Stachelrochen schlafen, halb im Sand eingegegraben, aus imposant mit Muscheln und versteinerten Korallen dekorierten Höhlen gucken Grundeln. Leider sind die letzteren so schreckhaft, dass wir meist nur noch eine Sandwolke von ihnen erspähen, so schnell verstecken sie sich in ihrem sandigen Unterschlupf.

Ich knipse mit unserer neuen Unterwasserkamera munter drauflos, vor allem die gut 30 cm großen Walzenseesterne (der englische Name gefällt mir viel besser: chocolate chip starfish!) sind ja eher unbeweglich und lassen sich daher bestens fotografieren. Derart beschäftigt, bin ich wirklich erstaunt, als auch diesmal das Signal zum Auftauchen erfolgt, eine Stunde Tauchgang verging wie im Flug.

Während die Crew an Bord und später an Land unsere Ausrüstung säubert, füllen wir noch unsere Tauchbücher aus, holen uns den nötigen Stempel und sind um kurz vor 14 Uhr wieder zurück in unserem Guesthouse. Dort treffen wir Titus, der selig ein Erdbeereis verputzt und sehr zufrieden mit seinem Tagesprogramm zu sein scheint!

Den Rest des Nachmittags verbringen wir natürlich am Strand, wo bergeweise Muscheln gesucht, Ritterburgen und Murmelbahnen gebaut werden und im Meer gebadet wird.

Für Norman ist der Inselurlaub abends dann schon vorbei, mit der letzten Fähre verlässt er Bintan um 20 Uhr und macht sich auf den Heimweg nach Singapur. Als kleines „Andenken“ nimmt er unzählige Bisse der nur millimetergroßen Sandfliegen mit, die uns am Strand ab 16 Uhr in Heerscharen angreifen und gegen die auch das stärkste Insektenmittel nichts ausrichtet. Die Bisse Jucken noch Tage später höllisch und entzünden du mit Vorliebe. Der Rest der Reisegruppe darf noch zwei weitere Tage diese Plage aushalten!

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