Von Kindern und Frauen

Von Kindern und Frauen

Mein Donnerstag abend beginnt quasi „todernst“: um 19 Uhr bin ich zu einer Art „Assessment Centre“ bei der Children’s Cancer Foundation (CCF) eingeladen. Denn ich möchte hier gerne als Ehrenamtliche arbeiten. Meine wenigen Termine bei der Hilfsorganisation „Food from the heart“ waren zwar wirklich nett und lehrreich, aber ich möchte zum einen regelmäßiger eingesetzt werden und zum anderen eine feste Aufgabe haben. Auf Empfehlung hin bin ich dann auf die Kinderkrebshilfe aufmerksam geworden; wie alle Hilfsorganisationen der Stadt suchen auch diese ständig „volunteers“ und bieten zig verschiedene Möglichkeiten an, sich einzubringen. Bereits in München habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, mich ehrenamtlich auf einer Palliativstation zu engagieren, doch hatte ich nie Zeit für die dazu nötige „Ausbildung“ und diese daraus resultierende Tätigkeit. Hier aber gibt es quasi keine Ausrede mehr, wie bei so vielen „Was ich schon immer mal tun wollte…“-Gedanken gilt auch hier: wenn nicht hier und jetzt in Singapur, wann dann?!

Also sitze ich mit acht anderen Interessenten im Hauptquartier der CCF zu einem Vorstellungsgespräch, denn natürlich möchte die Organisation ihre Ehrenamtlichen gut auswählen und jedem möglichst die richtige Stelle vermitteln. Bis hierhin musste ich schon eine mehrseitige Online-Bewerbung ausfüllen und zig Fragen zum Werdegang und meiner persönlichen Motivation sowie meiner Fähigkeiten ausfüllen. In einem kurzen Vortrag werden wir zunächst über die Arbeit der Stiftung, ihre vielfältigen Tätigkeitsfelder und die einzelnen Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche informiert. Gesucht werden Fahrer, Lehrer für die Kinder, die nicht an einer Schule unterrichtet werden können, Eventorganisatoren, Bürokräfte, aber auch Spielgefährten und Tutoren, die sich in den Kinderkrebsstationen der Krankenhäuser mit den kleinen Patienten beschäftigen. Danach soll sich jeder ein wenig vorstellen, ein bisschen erklären, warum er oder sie ausgerechnet bei der Krebshilfe arbeiten möchte und wie man sich seiner Meinung nach am besten dort einbringen kann. Anschließend sollen wir ein paar „Fallbeispiele“ bearbeiten, à la: „Ein Kind fragt nach Deiner privaten Handynummer, weil es Dich so gern hat – wie reagierst Du?“ Darüber diskutieren wir dann noch ein wenig, und früher als erwartet werden wir gegen 20 Uhr entlassen, weil einige Teilnehmer wohl noch nicht zu Abend gegessen haben – ein Umstand, der für einen Singapurer quasi einer Katastrophe gleichkommt! Ich werde freundlichst verabschiedet und muss mich nun gedulden, denn die Stiftung überprüft nun meine Bewerbung dahingehend, ob sie mich für „geeignet“ eintstuft und in welchem Bereich ich eingesetzt werde.

Da der Abend noch jung und zudem noch „Weltfrauentag“ ist, lasse ich den Tag bei einem Cocktail auf der umwerfenden Dachterrasse des Hyatt-Hotels in Bugis ausklingen. Dort verbringe ich mit meiner Freundin Christiane ein paar nette Stündchen in der „Mr. Stork„-Bar; statt Tischen gib es hier oben im 37. Stock kleine, tipi-ähnliche Zelte, auf deren Kissen und Decken wir es uns gemütlich machen, die herrliche Aussicht auf die gesamte Stadt genießen und durch den Schutz der Zeltwände das Gefühl haben, völlig allein hier oben zu sein: ein Garant für wunderbare Gespräche – ein Hoch auf alle tollen Frauen dieser Welt!

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