Nachlese zum Monatsrückblick Februar

Nachlese zum Monatsrückblick Februar

Wer hätte das gedacht: auf keinen meiner bisherigen Post auf diesem Blog habe ich so viel Resonanz bekommen wie auf meinen „Monatsrückblick: Februar 2018„! Sobald ich auf „Veröffentlichen“ geklickt hatte, ging es los. Mich erreichten WhatsApp-Nachrichten lieber Freundinnen, mir bislang unbekannte Leserinnen kommentierten unter dem Artikel. Der Inhalt der Reaktionen gleicht sich frappierend: „Kann ich gut nachvollziehen“, „Mir geht es als Mama in Elternzeit gerade ähnlich“,… – aber auch: „Du machst das schon!“
Eine Stimmen äußersten sich besorgt, fragten: „Geht es Dir nicht gut?“ – aber keine Sorge, ich wollte vor allem endlich einmal schriftlich festhalten, dass das Leben als klischeehafte „Expat-Wife“ nicht nur rosig ist und aus Maniküre-Terminen besteht.

Als ich den Post in der Facebookgruppe „Expatmamas“ beim wöchentlichen #BlogPostFriday verlinke, geht dort auf einmal eine große Diskussion los: meine Gedanken sind offenbar vielen der Frauen ganz und gar nicht fremd. Ich erfahre unheimlich viel Anteilnahme von Unbekannten, innerhalb kurzer Zeit entwickeln sich tolle, schriftliche Gespräche und jede berichtet ganz offen von ihren Erfahrungen als „Mitreisende“ in einem fremden Land. Danke an dieser Stelle für die Ehrlichkeit!
Diese Frauen sind allesamt gut ausgebildet, haben interessante Berufe und haben diese meist, ohne mit der Wimper zu zucken, aufgegeben, um sich in einem fremden Land dem Wohlbefinden ihrer Kinder zu widmen und die Karriere des Partners zu unterstützen. Eigene Karriereplanungen wurden hintenan gestellt, bei manchen haben sich andere, tolle Jobmöglichkeiten ergeben, wieder andere haben einfach die Familienzeit genossen und die Zeit genutzt, um die neue Heimat ausgiebigst zu erkunden oder sich weiterzubilden.

Besonders aus der Seele gesprochen hat mir u.a. die Bloggerin Susan Höntzsch, die mir netterweise gleich einen Link zu einem sehr ähnlichen Artikel geschickt hat, den sie vor gut einem Jahr veröffentlicht hat: „Nein, ich bin nicht die ’nur mitreisende‘ Frau!

Fast zeitgleich zu meinem Monatsrückblick veröffentlich Andrea Hohlweck auf dem Expatmamas-Blog einen interessanten Artikel: „Blick über den Tellerand„. Sie greift darin auf ihre Erfahrungen als Expatriate-Managerin eines großes Unternehmens zurück, und spricht genau die Ängste und Sorgen an, die die jeweiligen Partner umtreibt.

Seit ich weiß, wie es anderen geht und mir – auch durch die Worte meiner Blogleserinnen – noch einmal bewusst gemacht habe, wie viel ich in den letzten sieben Monaten geleistet habe, ging es mir schlagartig besser. Das kleine Männlein in meinem Kopf, das in regelmäßigen Abständen flüstert: „Und dafür hast Du nun studiert?!?“, ist aktuell verstummt, mit der „Lücke im Lebenslauf“ werde ich beizeiten schon umgehen können, und letztendlich dreht sich im Leben nicht alles um den Beruf. Titus scheint insgesamt rundum zufrieden mit seinem Leben zu sein, und das ist ja wohl erst einmal das Wichtigste.

Wie schreibt meine Lieblingsbloggerin, Vanessa Giehse aka „Frau Nessy“ so treffend auf die Frage, warum selbst Menschen, die im Job unzufrieden sind, diesen nicht aufgeben wollen:
„Warum die Leute so selten ausbrechen? Weil das nicht ihrem Selbstbild entspricht und weil es keine alternativen Lebensvorstellungen neben den aktuellen gibt. Wer bin ich, wenn ich nicht arbeite, wie ich jetzt arbeite, wenn ich weniger leiste? Was macht mich aus? Woraus ziehe ich meinen Selbstwert, wenn nicht aus der bezahlten Beschäftigung? Sich weniger von äußeren Faktoren lenken lassen, ist eine Konfrontation mit sich selbst.“

Wer weiß aösp, was sich in den folgenden Monaten und Jahren noch alles für Möglichkeiten für mich auftun werden – schließlich habe ich wirklich oft genug gelernt, dass das Leben nicht planbar ist – bis April 2017 wussten wir noch nicht einmal etwas von unserem künftigen Singapur-Abenteuer!

 

 

4 Replies to “Nachlese zum Monatsrückblick Februar”

    1. Oh, die Postkarte ist ja fantastisch! Die werde ich mir gleich mal bestellen und irgendwohin hängen, wo ich sie gut sehen kann! Danke!

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