Heimatbesuch

Heimatbesuch

Titus‘ Strichliste am Kühlschrank ist ganz schön mager – nur noch ein Strich ist übrig, denn heute abend geht es los nach München!

Nach fast acht Monaten der erste Besuch in der (alten) Heimat – und wir stecken bis über beide Ohren im Kofferpacken. Deutschland wird uns wohl mit sehr winterlichen Temperaturen empfangen, einerseits freue ich mich auf ein bisschen Schnee, andererseits wird die Umstellung wohl krass: von 34 Grad hier (gestern haben Titus und ich den gesamten Nachmittag im Pool verbracht!) auf unter null Grad. Brrrr!

Nun packen wir Unmengen an Klamotten ein, wobei ich mich tatsächlich nicht mehr so recht erinnern kann, wie sich Winterkälte anfühlt. Ein paar Pullis und zwei, drei lange Hosen habe ich im Schrank gefunden, auch ein paar Söckchen, die Daunenjacke harrte bislang im Schrank auf ihren Einsatz in Neuseeland aus, doch bei den Schuhen muss ich schon passen. Also reise ich mit meinen Laufschuhen und im Gepäck befinden sich noch ein paar Chucks, das waren die einzigen „warmen“ Schuhe, die sich neben Flipflops im Schuhregal befanden… Ganz motiviert habe ich meine Laufsachen herausgesucht, denn ich möchte unbedingt mindestens eine Runde im Olympiapark drehen – doch meine Winter-Lauftights sind natürlich bei den Eltern eingelagert, ebenso die Handschuhe und Funktionsoberteile.

Für Titus sieht es ähnlich aus, ein paar lange Hosen und Pullis sowie eine Matschhose und eine Softshelljacke habe ich aus der hintersten Schrankecke hervorgezaubert, die Wanderschuhe passen auch noch, eine Buff  lag an der Garderobe, und den Rest müssen wir wohl vor Ort ausleihen oder kaufen. Den Hauptteil unseres Gepäcks macht aber die große Tasche voller Mitbringsel aus, darin befinden sich auch sämtliche aussortierten Kinderbücher, -spiele und Klamotten, die wir im Freundeskreis verteilen wollen. Die Lagerflächen in unserer Singapurer Wohnung sind nun einmal begrenzt.

Ich putze Kaffeemaschine und Waschmaschine aus, ziehe Betten ab, damit während unserer Abwesenheit bloß nichts schimmelt oder sonstwie eklig wird. Meine liebe Nachbarin Bente kümmert sich um Pflanzen – den Fisch mussten wir leider vor knapp zwei Wochen zu Grabe tragen, der ist offenbar an Altersschwäche verstorben. Um ehrlich zu sein, war ich darüber nicht ganz so traurig, so musste ich mich wenigstens nicht auch noch um einen Fisch-Sitter kümmern!

Als alles fertig ist, hole ich Titus vom Kindergarten ab, wo er sich mit großer Geste von seinen Freunden verabschiedet, die er nun drei Wochen nicht sehen wird. Zuhause müssen wir uns wie immer erst einmal beim Kaffeeklatsch stärken, und dann darf das Kind selbst seinen Koffer packen, was natürlich nur unter großen Diskussionen abläuft. Die Notwendigkeit von Unterhemden erschließt sich ihn zum Beispiel lange nicht.

Als alle Vorhänge zugezogen, alle Müllbeutel entsorgt und Gas und Warmwasser ausgeschaltet sind, kann es endlich losgehen. Leider achtet Norman beim Bestellen des Taxis nicht auf die Autogröße, doch der Fahrer ist sehr stolz, dass er unser Gepäck problemlos in seinen Kleinwagen bekommt. Ein Raumwunder!

Und nun warten wir auf den Abflug, und die langen Hosen und Pullis, die wir im kalten Flughafengebäude tragen, sind schon mal eine gute Vorbereitung auf die kommenden Tage. München, wir kommen!

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