Frühlingsgefühle in der Heimat

Frühlingsgefühle in der Heimat

Wie sehr ich es genieße, am Vormittag einen ausgiebigen Lauf durch den Illerwald zu unternehmen. Der Frühling liegt schon (fast) in der Luft, die so schön klar und kühl ist. Die Sonne wärmt ein wenig, ohne dass ich allzu sehr ins Schwitzen gerade, ich treffe nur auf wenige Spaziergänger, die alle freundlich grüßen, und ich könnte ewig so weiterlaufen. Bewegung an der frischen Luft, wie sehr habe ich das vermisst!

Mich bekümmert es sehr, dass ich wegen einer fiesen Mandelentzündung, die mich ab Mitte vergangener Woche im Griff hatte, keine einzige Runde im so vertrauten Olympiapark drehen konnte. Umso lieber nutze ich nun die „ländliche“ Gegend rund um die Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin.

Wir sind so schnell wieder im ganz normalen Familienalltag integriert, dass die Tage schon wieder viel zu schnell vergehen. Es gibt so viel zu erledigen, so viele liebe Menschen zu treffen, so viel zu unternehmen!

Allein die Zugfahrt von München nach Ulm ist ein echtes Erlebnis, zumindest für Titus. Ich bin froh, als wir die Mengen an Gepäck sicher im Wagon verstaut haben, und über unsere Sitzplatzreservierung, denn am frühen Freitag Abend ist es ganz schön voll. Titus plaudert unbefangen mit Mitreisenden und löst Staunen bei diesen aus, als er locker erklärt, dass er ja aus Singapur angereist sei. Dann bekommt er vom Schaffner sogar ein Kinderticket ausgehändigt, und möchte ab sofort nur noch Zug fahren.

Doch in Normans Elternhaus werden wir schon erwartet. Aus der Schweiz reisen übers Wochenende Normans Bruder Pierre mit Freundin Ulrike an, gemeinsam frönen wir Unmengen Käsefondue und ebensolchen Unmengen Wein, nur mein schmerzender Hals schützt mich vor allzu ausuferndem Kater am nächsten Morgen. Mit Normans Tante Gaby und Onkel Jürgen, die aus dem Raum Stuttgart zu Besuch kommen, unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang zum Spielplatz, besuchen die dort beheimateten Esel und Titus hat Fragen über Fragen, fasst er doch wie so oft schnell Vertrauen zu denen für ihn erst einmal „unbekannten“ Verwandten.

Tante Ulrike muss genauestens erklären, wie ihr großes Segelboot eingerichtet ist, Pierre weist ihn in die Kunst des Käsemachens ein, und mit dem Opa Peter steht wie immer natürlich eine Runde Modelleisenbahn-Fahren im Hobbykeller auf dem Programm.

So langsam kehrt ja auch der Frühling ein, die letzten Schneereste schmelzen dahin, und da schmeckt das Eis gleich noch besser – vor allem, weil mein von Titus hoch verehrter Bruder Dennis, mit von der Partie ist!

Die Tage sind gespickt mit Terminen, alle davon natürlich „freiwillig“ vereinbart und jeder für sich richtig und wichtig: von Friseurtermin (leider erfolglos bei Titus, der will sich nach wie vor die Haare „so lang wachsen lassen wie die von Mama!“) zu Ostereierfärben, vom Großeinkauf in der Lieblingsdrogerie (ich hoffe, dass wir auch alles innerhalb der Gepäck-Freigrenze nach Singapur transportieren können) zu Nachmittagen im nahegelegenen Stadtpark, zusammen mit unseren Schulfreunden Lisa und Alfons mit ihren Kindern, von Kaffeetrinken mit der lieben Claudia hin zu Matschereien in der Sandkiste im großelterlichen Garten.

Nebenbei sichte ich die unzähligen Kisten und Kartons, die bei Normans und meinen Eltern untergestellt sind, und finde wahre Schätze: warme Schuhe, schicke Pullis und Jacken, und alles gehört mir! Toll, besser als Shopping! Leider passen Titus die eingemotteten Schuhe nicht mehr, die Winterhosen gehen nur noch bis zum Knöchel, und Fleece- bzw. Skijacken sind an den Ärmeln viel zu kurz. Das Kind ist in den vergangenen Monaten offenbar ziemlich gewachsen! Zum Glück ist es ja nun so „warm“ draußen, dass er mit den normalen Sneakers zurechtkommt, und alle anderen Klamotten werden nach unserem Besuch hier definitiv aussortiert werden.

Immerhin finde ich dank akribischer Beschriftung auf den Kartons auch fast auf Anhieb unsere Skiausrüstung, denn morgen früh geht es tatsächlich für zwei Tage ab auf die Piste!

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