„Frozen“ oder: München im März

„Frozen“ oder: München im März

Während ich diesen Blogpost über unsere Ankunft in Münchens schreibe, schaue ich von durch das Fenster auf verschneite Dächer und (noch) grauen Winter-Himmel. Es ist ein wenig absurd, dass wir am Freitag nacht bei über 30°C ins Flugzeug gestiegen sind und wenige Stunden später in einer völlig anderen Welt angekommen sind!

Zumindest verlief unser Flug so bequem und reibungslos, wie man es sich nur wünschen kann. Titus schlief vom Moment des Abhebens an ein, hatten wir ihn doch bis Mitternacht erfolgreich wachgehalten. Er wachte dann erst gut 10 Stunden später, kurz vor dem Landeanflug auf Istanbul wieder auf, verspeiste auf die schnelle zwei Croissant und einen Mango-Smoothie und war bestens ausgeschlafen. Auch Norman und ich konnten dank bequemer Betten richtig lange schlafen und erreichten nach kurzem Aufenthalt in Istanbul auf die Minute pünktlich München. Noch beim Aussteigen erzählte Titus wildfremden Menschen, dass er jetzt unbedingt gleich eine Breze kaufen müsse, denn die gebe es ja in Singapur nicht. Der Passbeamte musste sehr schmunzeln, und ich freute mich, wieder ein paar bayrische Wörter zu hören – Musik in meinen Ohren!

Draußen wurden wir von Stefan erwartet, der tatsächlich eine große Bäckertüte mit Brezn in der Hand hielt, und das Kind war selig. Wir verbrachten das Wochenende bei unseren Freunden in ihrem wunderschönen kleinen Häuschen in Allach, Titus und Leander verstanden sich bestens und verschwanden in jeder freien Minute in den Garten, um im Schnee zu tollen und Heffalumps zu jagen sowie bei den Nachbarn zu klingeln und Lieder vorzusingen.

Wir machten es uns drinnen gemütlich, lieferten uns eine Pizza-Schlacht, zogen die Kinder am Sonntag morgen mit dem Schlitten durch Neuschnee zum Bäcker und zelebrierten ein tolles, zünftiges Frühstück – sehr zur Begeisterung von Norman mit Weißwurst und Weißbier.

Da die Winterlandschaft gar zu verlockend aussah, lieh ich mir ein paar warme Sportklamotten, und machte mich spontan auf zu einer Laufrunde entlang der Würm. Wie schön es war, durch den Schnee zu rennen, die eiskalte Luft zu atmen, dabei angenehm warm zu werden, die Landschaft zu genießen, ein paar Spaziergängern zuzunicken und das Gefühl zu haben, immer weiter und weiter laufen zu können. Das habe ich wirklich vermisst!

Zurück im Haus traf ich auf ein mittleres Chaos, die Kinder hatten ein Tohuwabohu veranstaltet und dabei auch noch mein Springseil zerlegt, angeblich bei ganz wichtigen Abseilaktionen. So langsam wurde es dann Zeit für den Abschied, wir packten unsere Koffer und ließen uns mit dem Taxi zu unserer nächsten Unterkunft fahren. Die Fahrt war zum Glück nicht ganz so teuer wie befürchtet, lag aber preislich immer noch weit über dem Singapurer Preis, und außerdem mussten wir diesmal ja wieder einen Kindersitz dazuordern.

In Schwabing angekommen, wuchteten wir das Gepäck, immerhin gut 60 kg, die vier Stockwerke hoch, denn einen Aufzug gibts im Altbau natürlich nicht. Da unsere lieben Freunde, Marcus, Sandra und Moritz nach ihrem Besuch in Singapur noch nach Thailand weitergereist sind, dürfen wir während unseres München-Aufenthalts ihre wunderschöne Wohnung hüten, und so fanden wir neben Leckerlis auf den Kopfkissen, dem WLAN-Passwort und einer Beschreibung zur Bedienung der Kaffeemaschine auch noch einen Stapel warmer Pullis und Socken vor. Vielen Dank!!!

Am späten Nachmittag spazierten wir dann ein wenig sentimental durch Schwabing, wunderten uns über die Ruhe, die am Sonntag bei Minusgraden dort herrscht, da kaum Autos oder Menschen unterwegs waren, und fühlten uns gleich wieder „zuhause“. Titus jammerte allerdings zunehmend über die Kälte, die ihm die Beine hinaufkroch, er war schlichtweg nicht mehr an das Gefühl von beißendem Wind auf der Haut gewöhnt. Mit kleinen Renn-Einlagen und dem Versprechen auf einen Kaiserschmarrn motivierten wir ihn zum Weiterlaufen, und beim Treppensteigen in den vierten Stock hinauf, wo wir Normans Cousine Lea einen Kurzbesuch abstatteten, wurde es dann auch gleich wieder warm.

Titus verlangte recht schnell nach seinem Kaiserschmarrn, den es dann kurz darauf im „Scheidegger“ auch endlich gab. Der war ausgesprochen köstlich, doch wunderten wir uns nach monatelanger Abwesenheit doch über die riesigen Portionen, die hier serviert wurden, und die wir keinesfalls bezwingen konnten – ich konnte vom gigantischen Salatteller gerade einmal die Hälfte essen. Aber das Augustiner schmeckte herrlich, und wenn das Kind nicht so müde gewesen wäre, hätten wir wohl noch eine zweite Runde bestellt.

Stattdessen wärmten wir uns zurück in unserem temporären Zuhause an einem Gläschen Whiskey und konnten endlich wieder einmal den „Tatort“ Punkt 20:15 Uhr im Fernsehen anschauen – Heimatgefühle pur!

2 Replies to “„Frozen“ oder: München im März”

  1. …prima das alles geklappt hat. Freut uns sehr. Und mal ehrlich: Ihr hättet auch mieses Frühlingswetter – nicht Fisch, nicht Fleisch – haben können. Somit habt Ihr gleich die volle Packung…und Ostern wird hoffentlich wunderschönes warmes Frühlingswetter. Dann frieren wir nicht so nach unserer Rückkehr 😉

    PS: Im großen Schrank im Gästezimmer (unten links) müsste noch Glühwein stehen. Der gute weiße von Mama!

    1. Ach was, Glühwein – die Weinhandlung unten ist ja wohl völlig ausreichend und sehr praktisch! Kalt ist uns jedenfalls nicht mehr!

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