Bei Säbelzahntiger und Co.: Sonder-Ausstellung im ArtScience Museum

Bei Säbelzahntiger und Co.: Sonder-Ausstellung im ArtScience Museum

Um mich selbst für den gelungenen Kochclub-Vormittag zu belohnen und Titus und mir einen spannenden Nachmittag zu bescheren, kann ich das Kind nach ausgiebiger Nachmittags-Zwischenfütterung („Mama, sind das da etwa Grießknödel im Kühlschrank?!?!“) zu einem Museumsbesuch überreden. Sehr passend dazu beginnt es urplötzlich heftig zu regnen – der erste Regenschauer seit fast zwei Wochen!

Also gönne ich uns ein Taxi, das uns durch die wie üblich bei Regenwetter völlig überfüllten Straßen bis zum Marina Bay Sands Hotel bringt. Zu Fuß marschieren wir mitten durch das schicke Einkaufszentrum bis ins ArtScience Museum und dort in die Ausstellung „Treasures of the natural world„. Dank meines Dependent’s Pass bekomme ich einen Rabatt auf den saftigen Eintrittspreis, Titus darf mit seinen drei Jahren noch umsonst rein.

Die Ausstellung zeigt mithilfe von Leihgaben aus dem Londoner National History Museum bedeutende Meilensteine der Forschungsgeschichte, und bahnbrechende Neuentdeckungen.
So stehe ich staunend vor den Originalhandschrift von Charles Darwin, in denen er „Über die Entstehung der Arten“ referiert. Im nächsten Fach finden sich Briefe von Robert Falcon Scott, in denen er von seiner ersten Antarktis-Foschungsreise berichtet, daneben liegt ein präpariertes Kaiserpinguin-Baby, das von dieser Expedition stammt.

Titus interessiert sich derweil hauptsächlich für die ausgestopften Tiere, lang und breit erzähle ich, wie so ein Exponat hergestellt wird. Die Galapagos-Riesenschildkröte aus Darwin’s Besitz ebenso wie der Orang-Utan von Alfred Russel Wallace, dem Erforscher des Malayischen Archipels, werden daraufhin genauestens inspiziert („Ich seh gar keine Naht, wo wurde das Tier denn aufgeschnitten?“). Auch die mumifizierte Katze aus dem alten Ägypten hat es ihm sehr angetan, und ich muss ganz schön weit ausholen, um den Hintergrund zu diesem Ausstellungsstück zu erklären.

Wie immer in Singapur gibt es ein Kinderprogramm, das sich durch die gesamte Ausstellung zieht, mit verschiedenen Stationen. So können die jungen Entdecker passende Kostüme anziehen und mit Fernglas und Kompass experimentieren, es gibt eine Bastelstation für Dschungeltiere sowie ein nachgebautes Segelschiff, auf dem die Weltmeere erkundet werden können. Neben jedem der prähistorischen Skelette von Säbelzahntiger und Riesenfaultier gibt es 3D-animierte Videofilmchen, die das jeweilige Tier in Aktion zeigen, so dass man sich besser vorstellen kann, wie es einmal ausgesehen haben könnte.

Beim Dodo erfahren wir etwas über ausgestorbene Tierarten, und kichernd stehen wir vor dem Exponat des „Giant ground sloth dung „-Haufens…

Fazit: die Ausstellung ist nicht wahnsinnig groß (5 Räume), sie lässt sich prima innerhalb von 1-2 Stunden komplett besichtigen (noch bis 29.4.!). Trotz des sehr wissenschaftlichen Hintergrunds überhaus kindertauglich, und ich war wirklich sehr beeindruckt von den ganzen originalen Besitztümern bedeutender Forscher. Für Titus jedenfalls genau die richtige Menge an Input – trotzdem musste draußen im Freien dann noch ordentlich getobt werden im Anschluss.

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