Thailand: Heimreise mit Hindernissen und Hot-Pot-Spaß

Thailand: Heimreise mit Hindernissen und Hot-Pot-Spaß

Norman schreibt gerade rechtzeitig vor unserer Abreise aus Thailand, dass Singapur so langsam wieder zu „normalen Temperaturen“ zurückgekehrt ist. Zum Glück, denn die 6 Tage in der Sonne haben wir alle schon sehr genossen!

Am Samstag morgen stehen wir also mit einem sehr verschlafenen Titus pünktlich um 7 Uhr zur Abreise parat. Wer zunächst nicht da ist, ist unser Fahrer, der trifft mit 10minütiger Verspätung ein. Wie ich schon insgeheim vermutet hatte, brauchen wir für die knapp 80 km zum Flughafen Phuket gerade mal 55 Minuten und sind damit fast 3 Stunden vor Abflug da. Viel zu früh eigentlich für mein Empfinden – und diesmal doch gut so, denn noch während der Fahrt fällt unserem Taxifahrer siedendheiß ein, dass er beim Verladen des Gepäcks Titus‘ kleinen Rucksack, der sämtliches „Unterhaltungsprogramm“ für den Flug inklusive geliebtes Schnuffeltuch enthält, wohl am Hotel hat stehenlassen! Doch er versichert mir glaubhaft, dass er den Rucksack per Kurierfahrer so schnell wie möglich zum Flughafen schicken und ich ihn noch rechtzeitig erhalten werde. Nun gut, da jetzt eh erst einmal nichts zu ändern ist, checken wir ein und trinken in aller Ruhe erst einmal Kaffee. Um uns herum herrscht Chaos, ganze Busladungen russischer Touristen wollen zurück nach Vladiwostock oder Moskau und halten schon die dicken Daunenjacken im Arm.

Die Zeit rinnt dahin, und als es nur noch 25 Minuten bis zum Boarding sind, schicke ich Titus mit meinen Eltern und unserem Handgepäck schon einmal durch die Passkontrolle und den Security Check. Derweil stelle ich beim leicht genervten Telefonat mit dem Fahrer fest, das unser Rucksack noch lange nicht im Anmarsch ist. Fünf Minuten vor der angegebenen Boardingzeit gebe ich auf und eile hektisch ebenfalls zur Passkontrolle, wo ich unter dem Vorwand, dass mein Kind quasi mutterseelenallein schon durch sei, die Warteschlange umgehen darf und wir ˋa la minute am Gate eintreffen. Dort stellt sich heraus, dass unser Flieger eine kleine Verspätung hat, und wir stellen uns aufs Warten ein, und ich notiere mir im Kopf schon alle Dinge aus Titus‘ Rucksack, für die ich schnellstmöglich einen Ersatz beschaffen muss: Ipod mit zig Hörspielen, Kinder-Kopfhörer, Knetmasse, Malbücher, Stifte, Pixiebücher mitsamt selbstgenähter Hülle, mal ganz abgesehen vom Kinder-Wanderrucksack selbst. Irgendwann tippt mir eine blaugekleidete Flughafenmitarbeiterin auf die Schulter, hält mir ein Handy unter die Nase und fragt mich, ob der Rucksack auf den dort angezeigten Fotos meiner sei. Wie die Dame mich in den Gedränge dort gefunden hat, ist mir ein Rätsel. Ich bestätige, und sie verschwindet ohne ein weiteres Wort. In der Zwischenzeit wurde unser Flug aufgerufen, und langsam verschwindet Passagier für Passagier durch die Glastür und im Zubringer-Bus. Wir lassen alle hinter uns Wartenden vor, und unmittelbar, bevor wir selbst dran sind, taucht dieselbe Flughafen-Lady wieder auf und drückt mir Titus‘ Rucksack in die Hand – 3 Minuten vor anvisierter Abflugzeit! Die Freude ist groß, hatte ich doch unserem Fahrer bereits unsere Adresse in Singapur mitgeteilt, mit der Bitte, den Rucksack im Notfall einfach per Paket zu schicken…

Wir landen überpünktlich und bei 30 Grad Außentemperatur in Singapur, und nach Begrüßungs-Kaffeeklatsch mit Norman, Koffer auspacken, Waschmaschine anwerfen und einem gegenseitigen „Update“ machen wir uns schon wieder auf den Weg zu unserer Abendessens-Verabredung.

Wir haben nämlich einen Tisch im chinesischen Hot-Pot-Restaurant „Hai Di Lao“ reserviert, und da die Tische dort heiß begehrt und die Warteschlange lang ist, muss man unbedingt pünktlich sein, da man sonst die Reservierung verliert. Wie so oft in solchen Situationen ist ewig kein Taxi zu bekommen, und wir schaffen es auf die Minute. Kurz darauf treffen auch unsere französisch-dänischen Nachbarn Bente und Christophe mit ihren Kindern Mathilda und Alexandre ein, und wir bestellen einmal querbeet von der auf dem Tablet dargebotenen Speisekarte:
vier verschiedene Sorten Brühe, Gemüse, Fisch, Fleisch, Muscheln, Nudeln – eben alles, was sich vorzüglich auf Fondue-Art zubereiten lässt. Da es ein chinesisches Lokal ist, stehen auch absonderliche Dinge auf der Speisekarte, wie Ochsenfrösche, Schweinehirn, Innereien aller Art, Hühnerfüße, Riesenkrebse, doch davon nehmen wir in stummem Einverständnis Abstand. Unaufhörlich schenken uns zwei nette Bedienungen Jasmintee und Wasser nach, leider sprechen die beiden Damen nur Chinesisch, was sie aber nicht davon abhält, auf uns einzureden. Als „Gastgeschenk“ erhält Titus ein kleines Spielzeug, die Damen am Tisch praktische Haargummis, dazu gibt es Brillenputztücher und für jeden eine eigene Schürze.

An einem riesigen Büffet kann man sich aus allen erdenklichen Zutaten eigene Saucen und Dips zusammenmischen, um die Wartezeit bis zum Essen zu überbrücken, gibt es eine kleine Bibliothek sowie Brettspiele, einen Fotodrucker für die obligatorischen Selfies und einen Kinderspielraum mit Betreuung.
Doch schon bald biegt sich unser Tisch unter der Menge an Essen, und wir sind vollauf beschäftigt, alles zu probieren.

Die Suppe mit Szechuan-Pfeffer ist so scharf, dass bald alle nach Luft schnappen, doch die anderen Suppenvarianten sind exzellent! Wir sind vollauf beschäftigt damit, ständig Lebensmittel hineinzuwerfen und wieder herauszufischen, und es schmeckt ganz vorzüglich!
Als alle schon fast satt sind, kommt auch endlich der Höhepunkt des Mahls: die Nudeln werden vom Nudelkünstler per Hand und mit großer Show direkt am Tisch zubereitet, und Titus übt anschließend mit diversen Ketten auch das „Nudelwerfen“, so begeistert ist er davon.

Meine Mama und ich nutzen eine kleine Essenspause, um uns im zum Restaurant gehörigen Nagelsalon eine Gratis-Maniküre abzuholen, und sind sehr begeistert von der Magnettechnik, mit denen die beiden Nagel-Spezialistinnen tolle Effekte in den Glitzerlack zaubern. Titus sitzt derweil neben mir und guckt höchst interessiert zu, und als die an mir herumlackierende Dame auf Mandarin mit mir plaudern will und ich leider zugeben muss, des Chinesischen nicht mächtig zu sein, stimmt er kurzerhand eines der chinesischen Lieder aus dem Kindergarten an – sehr zur großen Freude aller Anwesenden.

Zum Nachtisch bedienen wir uns anschließend an den üppigen Obstbüffets, außerdem gibt es Eis „for free“ und noch mehr Tee. Völlig gesättigt und komplett erledigt vom Rundum-Programm in diesem Fresstempel bezahlen wir die gar nicht mal so üppige Rechnung und schlendern anschließend noch durch das nächtliche Ausgehviertel rund um den Clarke Quay. Hier ist ganz schön was los, alle Bars sind voll besetzt, überall spielen Live-Bands unterschiedlichster Musikgattungen, es locken Happy Hour-Angebote und wir staunen nach dem Thailand-Trip nun wieder über die abartigen Alkoholpreise in Singapur: hier gilt der Preis von S$ 80 für 3 Liter Bier als Schnäppchen!

Da trinken wir doch lieber auf dem heimischen Balkon noch einen Cocktail und lassen den sehr lustigen Abend bei ein paar Runde Kartenspiel ausklingen – Tatsache: es ist wieder warm in Singapur, der „Winter“ scheint vorbei zu sein!

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