Kältewelle

Kältewelle

Singapur wird momentan von einer Kältewelle heimgesucht. Draußen laufen Menschen in dicken Pullovern und gar Jacken herum, man sieht nur noch lange Hosen und geschlossene Schuhe, denn bei Dauer-Regen und Wind ist es bei gut 23 Grad wirklich ziemlich frisch draußen!

Meine tollen Pläne für Unternehmungen mit meinen Eltern fallen buchstäblich ins Wasser, und so müssen wir ein wenig improvisieren: in Chinatown lässt es sich dank großflächiger Überdachungen der kleinen Gässchen trotz heftigen Regenfällen bummeln. Wir bestaunen die Läden voller chinesischer Glückssymbole zum Aufhängen für zuhause (die Ananas steht z.B. für Glück und Segen, und deshalb gibt es Lampions, Lichterketten, Wimpel und Fähnchen in Fruchtform) sowie die Unmengen an Souvenirs, die hier für einen Spottpreis zu erwerben sind.
Der große Buddha-Tempel bietet ein Dach über dem Kopf, und so nehmen wir uns ausgiebig Zeit, um die aufwändige Golddekoration, die Schnitzarbeiten und Deckenmalereien zu bewundern sowie die gigantische Gebetsmühle auf dem Dachgarten zu drehen.


Zu Titus‘ großer Freude statten wir zu Abend dem chinesischen Restaurant „Lan Zhou“ wieder einmal einen Besuch ab und bekommen eine heiße Nudelsuppe serviert. Die Nudeln dafür wurden zuvor mit großem Trara handgefertigt und dabei wie wild in der Luft herumgewirbelt, obwohl wir die einzigen Gäste sind. Eine Privatvorführung, sozusagen!

Am Dienstag Vormittag in Little India brennt kurz die Sonne vom Himmel, wir schwitzen ganz schön, während wir einen der großen Hindutempel besuchen, in dem gerade bereits diverse Zeremonien für das am kommenden Wochenende anstehende „Pongal„-Fest stattfinden. Dieses Erntedankfest ist der christlichen Variante nicht unähnlich: auch hier bringen Gläubige tüten- und kistenweise Lebensmittel in die Tempel, die dort gesegnet werden. Anschließend werden diese aber den diversen Göttern „geopfert“. Das gesamte Stadtviertel ist mit Girlanden geschmückt, an vielen Ständen werden die traditionellen „Pongals“ (Tontöpfe) zum Verkauf angeboten.


Wir haben nach einem ausgiebigen Stadtspaziergang Hunger und kehren ins vegetarische Lokal „Ananda Bhavan“ ein, wo ich meine Eltern dazu nötige, Dosas zu probieren.


Doch schon am Nachmittag schüttet es draußen, und so nutzen wir den Nachmittag, um mit Titus zu spielen. Meine Mama macht sich die Arbeit und kocht Unmengen Spätzle und wird dabei vom kleinen Küchenchef beaufsichtigt.

Auch am Donnerstag ist es draußen grau und nass, und statt wie eigentlich vorgesehen auf Sentosa einen kompletten Tag am Strand einzulegen, besuchen wir am Nachmittag das große „S.E.A. Aquarium„. Allein die Taxifahrt dorthin ist ein Vergnügen, denn es gibt ja genug zu sehen: die Hochhäuser, die Hafenanlagen, die Brücke hinüber zur Vergnügungsinsel und die großen Containerschiffe auf dem Meer. Zum Glück scheint wenig los zu sein, wir müssen nicht anstehen und können also sogleich eines der größten Aquarien der Welt betreten.
Drinnen erwartet uns eine gigantische Unterwasserwelt: Hauptattraktion ist das „Meeresbecken“, welches 18.000.000 l Wasser fasst und in dem sich alleine schon 50.000 Lebewesen tummeln.


Im „Shark Tunnel“ verbringen wir eine gefühlte Ewigkeit und bestaunen die riesigen Riff-, Ammen- und Hammerhaie aus nächster Nähe. Diese werden gerade von Tauchern in speziellen „Kettenhemden“ unter Wasser gefüttert, dazu gehört ganz schön viel Mut, finde ich.
Tropenfische aus Riffen der ganzen Welt sind versammelt, gigantische Wasserbecken beherbergen Mantarochen, Quallen, Riesenkrabben, meterlange Muränen und ganze Aquarium nur voller Korallen und Clownfische. Vieles erkenne ich von den Tauchgängen in Malaysia und Bali wieder. Das gesamte Aquarium ist so groß und weitläufig mit seinen ca. 100.000 Fischen, die dort leben, dass wir letztendlich fast drei Stunden darin verbringen und sicher nicht alles en detail erkundet haben.

Draußen erwartet uns Nieselregen, und wir fahren mit der Bahn und dem Shuttlebus zum Strand, um wenigstens einmal die Füße ins Meer zu halten und im Sand zu laufen. Als das erledigt ist, kehren wir im „Tanjong Beach Club“ ein, wo wir auf der überdachten Terrasse sitzen, den Meerblick genießen und uns ein Bier schmecken lassen. Der Wind vom Meer bläst unaufhörlich, und so bekommen wir auf Nachfrage immerhin Handtücher als Deckenersatz übergehängt, denn nur mit Pulli alleine ist es wirklich ein wenig ungemütlich draußen!

Inzwischen ist auch Norman vom Büro aus gekommen, wir essen gemeinsam zu Abend und schließlich übergebe ich die „Reisegruppe“ mitsamt Titus an ihn, damit er alle nach Hause bringt. Ich dagegen bleibe noch auf Sentosa, denn meine Ausgeh-Damenrunde hat sich heute hier eingefunden, um auf der Insel einen netten Abend zu verbringen. Nach einem Aperitif im Beach Club sind wir aber alle durchgefroren, und da Sabine aus der Runde auf Sentosa wohnt, verfrachtet sie uns allesamt in ihr Auto und auf ihren windgeschützten Balkon. Von dort aus genießen wir den Blick aufs Meer, trinken ein bis zwei Gin Tonics und quatschen trotz akuter Müdigkeit bis spät in die Nacht hinein, so dass ich erst gegen 2 Uhr ins Bett falle. Dort hole ich mir später eine zusätzliche Decke – denn wie schon erwähnt: es ist kalt hier!

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