Ferienprogramm, Tag 5

Ferienprogramm, Tag 5

Heute habe ich tatsächlich kein Programm geplant, denn heute ist Freitag, und da steht zumindest bei mir der wöchentliche Hausputz an. Zwar kommt zu uns ja montags die Putzfee, doch aufgrund des Tropenklimas und der damit verbundenen unerwünschten Mitbewohner müssen wir hier ungemein auf Sauberkeit achten, v.a. in der Küche. Jeden Abend werden sämtliche Mülltüten entsorgt, die Abflüsse in den Spülen verschlossen und alle Krümel akribisch aufgesaugt.
Nach vier Tagen Ferien mit Titus daheim ist eine Putzaktion dringend nötig. Das Tolle daran ist, dass der junge Mann, wie neulich schon erwähnt, eine große Haushaltshilfe ist, und so drücke ich im einen Putzeimer mitsamt Lappen in die Hand und schicke ihn auf den Balkon. Nach einer Stunde sind alle Stühle und der Tisch gewischt und der Boden ist so nass, dass ich praktischerweise direkt durchwischen kann. In der Zwischenzeit habe ich mich um die beiden Küchenbereiche gekümmert. Beim Staubsaugen sitzt das Kind wie immer auf der Staubsauger und spielt Cowboy, beim anschließenden Wischen gibt er genaue Anweisungen, wo es noch „trocken“ ist.

Im 5. Stock unseres Hochhauses gibt es nicht nur den großen Pool, sondern auch einen Bereich mit Waschmaschinen und Trocknern, die gegen Münzeinwurf zu benutzen sind. Da diese deutlich größer sind als unsere eigene Maschine, nutze ich sie, um z.B. Kissen und Decken zu waschen – oder, wie heute, die Polster unserer Balkonmöbel. Norman sammelt im Büro immer fleißig Ein-Dollar-Münzen, und Titus ist äußerst versiert im Einwerfen und Bedienen der Haushaltsgeräte.

Um die Wartezeit bis zum Ende des Waschgangs zu überbrücken, hole ich Koffer und alles Nötige für den Urlaub aus der Abstellkammer, und gemeinsam mit dem herumwuselnden Kind schaffe ich es tatsächlich, Titus‘ und meine Taschen komplett fertig zu packen. Diesen Teil der Reise mag ich am allerwenigsten, aber zum Glück sind wir ja einigermaßen „geübt“ darin und so geht es einigermaßen schnell. Der Junior ist ja nun auch so groß, dass ich ihn mit dem Auftrag „Hole fünf T-Shirts, fünf kurze Hosen und einen Pulli“ in sein Zimmer schicken kann und er mit der gewünschten Kleidung zurückkommt.

Und schon ist der Vormittag vorbei, wir ruhen uns beim Mittagessen von dem anstrengenden „bisschen Haushalt“ aus, kaufen danach im Supermarkt noch schnell ein paar Lebensmittel ein, damit wir nach unserer Rückkehr in zehn Tagen nicht hungern müssen, und faulenzen ein wenig auf dem Sofa.
Das Aquarium wird noch einmal geputzt, und wir fahren ein Stockwerk höher, wo wir dieses mitsamt Fisch den Nachbarskindern in die Hand drücken.

Zur großen Begeisterung natürlich, denn die beiden haben bereits ein Goldfischglas mit winzigem Fischlein und sind versiert in der Pflege von Wassergetier. Ich kann den 5jährigen Buben gerade noch davon abhalten, unseren Fisch einfach zu seinem ins Glas zu kippen, haben wir doch einen „Kampffisch“, der schon ausflippt, wenn ich ihn mit frischem Wasser versorge oder füttere. Also lieber Abstand halten, rate ich.

Da wir nun tatsächlich alle Aufgaben auf meiner Liste erledigt haben, bleibt uns nun nichts anderes mehr übrig, als den Rest des Nachmittags am Pool zu verbringen. Titus tobt und spritzt im Kinderbecken herum. Schließlich will er unbedingt in sein Gummiboot sitzen und mit mütterlichem Außenbordmotor herumgefahren werden. Ich nutze diese Spielidee kurzerhand, binde mir die Bootsschnur an den Badeanzug und kann über eine halbe Stunde ungestört 50m-Bahnen im großen Becken schwimmen, mit einem äußerst zufriedenen Kind hinter mir. Ein gutes Workout!

Gegen halb sechs beginnt es zu regnen, ein guter Zeitpunkt, um zurück nach Hause und unter die warme Dusche zu gehen. Norman kommt kurz darauf ebenfalls heim, und wir brechen in freudiges „Hurra, endlich Urlaub“-Geschrei aus. Unter Titus‘ Anweisung packt der Mann nun auch noch seinen Rucksack, und zum allerersten Mal in mehr als 3 1/2 Jahren (!) höre ich den Satz: „Geh weg, Mama, ich will zu Papa.“ Sehr erstaunlich – wahrscheinlich hat das Kind nach fünf Tagen Dauerprogramm mit mir nun langsam die Nase voll…

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