Yoga und Kinderfest im Botanischen Garten

Yoga und Kinderfest im Botanischen Garten

Als ich meinen Wecker stelle, hoffe ich insgeheim, dass am Morgen dicke Wolken am Himmel stehen. Doch leider weit gefehlt, die Sonne scheint mir ins Gesicht und Titus weckt mich bereits um 7:30 Uhr, so dass ich überpünktlich um viertel nach acht aufs Fahrrad steige und Richtung Botanic Garden radle.

So früh morgens sind die Straßen noch leer, nur ein paar Maids führen Hunde und Kinderwagen aus. Ich strample bei recht angenehmer Temperatur quer durch die Balmoral Road, an riesigen Hochhaussiedlungen vorbei, alle recht schick anzusehen.

Meine Radl-App weist mich an, in die kleine Dalvey Road abzubiegen, und ich keuche einen ansehnlichen Hügel hinauf. Doch die Anstrengung hat sich gelohnt: hier reiht sich eine riesige Villa im Kolonialstil, mit Säulen davor und Parkanlagen außen herum, an die nächste. Alle sind gut gesichert, auch die Israelische Botschaft befindet sich hier hinter Elektrozäunen in einem solchen Anwesen. Langsam rolle ich die Anhöhe wieder hinunter, bestaune die gepflegten Häuser und befinde mich kurz darauf direkt am sog. Nassim Gate des Botanischen Gartens.

Ich stelle mein Fahrrad ab, und werde am Eingang gleich mit Küsschen links und rechts von Élodie von Jaya Yoga empfangen. Sie ist Yogalehrerin, stammt aus Frankreich, und gibt heute morgen einen Yogakurs im Freien. Gefunden habe ich sie über Facebook, und als wir gemeinsam zu einer kleinen Wiese marschieren, wo schon andere Yoga-Schülerinnen warten, bin ich doch froh, so früh unterwegs zu sein.

Noch ist es schattig und einigermaßen erträglich draußen, im Park ist trotzdem schon unfassbar viel los. Spaziergänger, Tai Chi-Gruppen, Jogger, Familien mit Kindern und/oder Hunden sind unterwegs, und die Grillen zirpen dazu ohrenbetäubend laut. Wir richten uns auf unseren Matten im noch feuchten Gras ein und kommen in den folgenden 1 1/2 Stunden ganz schön ins Schwitzen. Da wir nur zu fünft im Kurs sind, korrigiert Élodie uns unermüdlich, und hält netterweise, da ich die einzige Nicht-Französin bin, die Stunde auf Englisch ab. Die Atmosphäre mitten im Grünen ist natürlich ein besonderes Erlebnis, und so fühle ich mich am Ende wirklich ganz besonders entspannt und gleichzeitig erfrischt und von meinen Mörder-Kopfschmerzen von gestern ist wirklcih gar nichts mehr zu spüren. Die erste Stunde bei Jaya Yoga ist frei, aber der zweiten Stunde zahlt man jedes Mal S$25, und ich verspreche fest, bei nächster Gelegenheit wiederzukommen.

Dann werde ich meine Männer mitbringen, denn die anderen Mädels inklusive der Trainerin haben ebenfalls ihre Kinder dabei, die von Mann bzw. Nanny ein Stückchen weiter weg auf der Wiese bespaßt werden.

Ich dagegen treffe meine beiden Lieben am anderen Ende des Botanischen Garten, im neu eröffneten Kinderbereich. Dort findet ein großes Kinderfest statt, es ist bereits um halb elf rappelvoll und vor den Parkplätzen stauen sich die Autos. Es dauert eine Weile, bis ich Norman und Titus gefunden habe, die beiden sind nach einem Bastel-Workshop gerade am Klettergerüst zugange.

Den Rest des Vormittags verbringen wir damit, den Bereich mit den Nutzpflanzen genau zu inspizieren, ausgiebig am Spielplatz dem Kind beim Sand-Buddeln zuzuschauen, die vielen Spielmöglichkeiten zu testen und am Schluss den verschwitzten Titus zu überreden, sich doch am Wasserspielplatz ein wenig abzukühlen. Als er erst einmal mitten drin zwischen den vielen Wasserspritzen steht, ist er nicht mehr zu halten und muss hinterher erst einmal komplett trocken gelegt werden.

Wir sind zum Glück mit Radl bzw. Elektro-Roller ziemlich mobil und somit kurz darauf schon zuhause. Unser Frühaufsteher-Kind ist auch nach einem solchen Vormittag voller „Action“ noch keineswegs müde, stattdessen wuselt es wie ein Aufziehmännchen um uns herum, während wir noch ein paar Bilder aufhängen und die Schiene für den Adventskalender an der Wand montieren. Nebenbei läuft die Waschmaschine auf Hochtouren, und draußen blitzt und donnert es bereits wieder einmal.

Endlich ist das Arbeitszimmer soweit aufgeräumt, dass wir zukünftige Besucher gut unterbringen können! Nach kurzem Skype-Telefonat mit Opa Peter und Anneliese fahren wir am frühen Abend mit dem Bus nach Little India. Hier erwartet uns wie immer eine völlig andere Welt, überall drängen sich Menschen, es riecht anders als im Rest der Stadt, die Straßen sind vollgestopft und eng. Wir steigen am großen Hindu-Tempel auf, marschieren an der benachbarten Moschee vorbei zur City Square Mall. Vor deren Eingang ist ein riesiger Spielplatz, außerdem blitzt und blinkt es vor lauter Weihnachts-Dekoration so dermaßen, dass ich schnell hineineile und schon mal mit dem Großeinkauf in der Decathlon-Filiale beginne, während Titus unbedingt noch aufs Klettergerüst will.

Nach einer Stunde haben wir den Einkauf endlich erledigt; statt Wanderklamotten und Ski-Bedarf brauchen wir hier in Singapur ständig neue Badesachen, Wasserspielzeug, Schnorchel-/Tauchbedarf und Flipflops, außerdem kurze Hosen und Shirts. Zum Glück werden wir recht schnell fündig und können gegen 20 Uhr endlich ins nächstgelegene indische Restaurant einkehren.

Diese sieht mit seiner kargen, ungemütlichen Inneneinrichtung, den rein indischen Gästen und Kellnern und der etwas lieblos anmutenden Speisekarte so dermaßen typisch aus, dass wir uns wirklich wie in Indien fühlen. Zum Glück ist das Essen aber wie immer in Singapur sensationell gut, und wir schlemmen in Butter Paneer Masala, Parathas und natürlich wie immer Unmengen an Dosas.

Mit vollen Bäuchen lassen wir uns vom Uber-Taxi nach Hause bringen, und Titus schläft nach unserer Heimkehr gegen 21:30 Uhr dann auch für seine Verhältnisse überraschend schnell ein.

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