Schwimmstunde

Schwimmstunde

Nach unserem Musikschul-Ausflug am Dienstag folgte gestern Nachmittag der Besuch einer Kinder-Schwimmschule. Während Titus noch im Vorfeld stets rief, er wolle nicht zum Schwimmunterricht, saß er gestern dann mit großen Augen am Beckenrand, schaute den Kindern vom Kurs vor uns zu und fragte andauernd, wann er denn bitteschön endlich dran sei und ins Wasser dürfe. Tatsächlich war ich sehr begeistert zu beobachten, dass hier bereits Kinder mit drei oder vier Jahren zumindest einigermaßen sicher alleine schwimmen können.

Genau das soll Titus auch lernen – und im Gegensatz zu unserem heimischen Pool, der wegen Dauerregen ziemlich abgekühlt ist, war das Wasser im kleinen Übungsbecken angenehm beheizt, und die Schwimmlehrerin schubste das Kind buchstäblich ins (warme) Wasser. Und zwar ohne Schwimmflügel. Nach dem ersten Tauchgang war Titus zunächst etwas entsetzt, legte aber dann recht schnell die Angst ab und paddelte nur mit Schwimmnudel unter Bauch durch das Becken, um irgendwelche Plastiktiere einzusammeln, hechtete vom Beckenrand zu mir ins Wasser und selbstständig wieder zurück und lernte, sich selbstständig aus dem Wasser an den Rand zu ziehen. Nicht schlecht für die erste halbe Stunde ohne Schwimmflügel.
Bei der anschließenden Dusche war ich wieder einmal sehr glücklich darüber, dass wir hier nur schnell eine kurze Hose und ein T-Shirt überwerfen müssen, in die Flipflops schlüpfen und nach Hause laufen können, ohne Jacke, ohne Haare föhnen zu müssen, ohne Socken und ohne Mütze.
Noch bevor wir unser Zuhause erreichten, erklärte Titus, dass er auf jeden Fall nächste Woche wieder zum Schwimmkurs gehen wolle, und ich werde dafür wohl die sauteure Kursgebühr hinnehmen, wo wir hier doch die besten Voraussetzung für Schwimmen und Baden haben.

Heute mittag, nach meiner wöchentlichen Schwimmrunde im Pool, traf ich mich zum Mittagessen mit meiner Nachbarin Bente. Wir packten beide unsere Tupperdosen aus, setzten uns an einen der Tische auf der Terrasse des 5. Stocks und plauderten. Bente ist gebürtige Dänin, lebte die letzten 20 Jahre mit Mann und zwei Kindern in Frankreich und wohnt nun wie wir seit August in Singapur. Sonntags hatten wir uns bereits des öfteren beim Baden getroffen, nun hatten wir endlich Gelegenheit, uns etwas ausgiebiger zu unterhalten.

Danach eilte ich zurück an den Schreibtisch, heute steht Basteln auf meinem Tagesplan. Der Adventskalender ist fertig genäht, nun muss er „nur“ noch gefüllt werden. Da Titus sich eine Kasse zu Weihnachten wünscht („mit Förderband“), gibt es peu à peu Kleinigkeiten für den Kaufladen.
Und da ich ja momentan Zeit habe und außerdem das Plastikzeug, das es hier zu kaufen gibt, nicht schön finde, muss eben gebastelt werden. Auch den Adventskalender habe ich selbst genäht – und zwar, weil ich zum einen gerne nähe, und zum anderen, weil ich selbst als Kind so glücklich war, auch jedes Jahr einen selbst gemachten Kalender zu bekommen. Als bekennende Schokoladenverweigerin war ich heilfroh, dass meine Mama sich die Mühe gemacht hat, mir stattdessen mit anderen Kleinigkeiten die Wartezeit auf’s Christkind zu verkürzen.

Weihnachten rückt auch in den Tropen tatsächlich näher – überall in der Stadt blinkt und funkelt es,  jedes Einkaufszentrum hat Verkaufsstände mit Deko und selbst beim Bäcker gibt es Donuts mit Weihnachtsmännern. Titus hat diese Woche den Ordner mit den Plätzchen-Rezepten sowie die Förmchen aus dem Schrank  gezogen und wünscht sich „Oma’s Ausstecherle“ für die Abschlussparty des aktuellen Kindergarten-Terms morgen.

In der monatlichen Redaktionssitzung der „Impulse“ besprachen wir am Montag Vormittag bereits die Januar-Ausgabe, vor allem aber die Termine für die anstehende Weihnachtsfeier.
Als ich kurz vom Schicki-Micki-Kindergeburtstag berichtete, den wir am Sonntag besuchen durften, mussten die Kollegen so lachen, dass ich sofort gebeten wurde, darüber einen Beitrag für die Kolumne zu verfassen.

Unsere Putzfee Biu eröffnete mir diese Woche mit großen Augen, dass sie panische Angst vor „lizards“ habe und nicht putzen könne, wenn irgendwo einer herumliefe. Ich dachte zuerst, mich verhört zu haben, doch sie meinte tatsächlich Eidechsen bzw. Geckos. Ich für meinen Teil finde ja die zum Glück langsam aussterbenden Kakerlaken weitaus ekliger, aber so hat wohl jede Kultur ihre eigenen Ängste.

Der Handwerker, der auch diese Woche wieder versuchte, unser Leck im Badezimmer zu beheben, werkelte zwar unter großem Getue mit der Silikontube herum, doch leider war am Abend wieder ein See auf dem Fußboden. Merke: nur weil eine Wohnung unfassbare S$ 5400 Miete im Monat kostet, ist sie nicht automatisch auch gleich ohne Mängel. Fortsetzung folgt also!

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