Kochclub und Weihnachtseinkäufe

Kochclub und Weihnachtseinkäufe

Norman ist in Bangkok und schickt mir Fotos von den gegrillten Insekten, die es auf dem Street Market als Snacks gibt, während ich todesmutig die handtellergroße Kakerlake im Bad einfange und aus dem Fenster werfe. Das Vieh macht einen deutlich angeschlagenen Eindruck, offenbar wirken die Giftfallen.
Wieder einmal dauert es eine halbe Ewigkeit, bis ich das Kind aus dem Bett und in den Kindergarten gescheucht habe.
Kurz darauf stehe ich schon im edlen „Ion Orchard“, in dem leider zu dieser frühen Stunde um kurz vor 10 Uhr noch alle Geschäfte geschlossen sind.
Ich treffe mich dort mit Christiane aus der „Impulse“-Redaktion und gemeinsam besuchen wir Michelle, die im 24. Stock über dem schicken Einkaufstempel mitsamt ihren drei Katzen, zwei Kindern und Mann in einer Wohnung mit einem sensationellen Ausblick über die Orchard Road residiert.
Michelle ist Amerikanerin, und dementsprechend herzlich heißt sie uns willkommen. Sie ist die Begründerin der „International Cooking Club Singapore„. Darin hat sie im Lauf der letzten 5 Jahre über 300 Frauen aus 85 Nationen vereint, die gemeinsam in verschiedenen Kochgruppen aktiv sind und sich gegenseitig die Spezialitäten ihrer Heimatländer vorstellen. In Gruppen à 10 Personen wird etwa einmal monatlich reihum bei jedem zuhause gekocht, und so entstehen Menüs aus allen Regionen dieser Welt – ebenso wie Freundschaften.
Die Gründerin hatte die zündende Idee, als ihr nach ihrem Umzug nach Singapur, wohin sie ihrem deutschen Ehemann gefolgt ist, ordentlich langweilig war – und sie kurzerhand ihre große Liebe zum Kochen und Essen mit ihrem Organisationstalent und ihrer unglaublichen Herzlichkeit vereint hat.
Eine echte Erfolgsgeschichte, über die wir gerne im Magazin berichten wollen, ist sie doch das beste Beispiel dafür, wie bunt und vielfältig die Stadt ist und welchen tollen Projekte es gibt, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zusammenzubringen.
Da trifft es sich natürlich gut, dass gerade das erste Kochbuch aus diesem rein ehrenamtlichen Projekt entstanden ist, welches ab Ende November zum Verkauf steht. Wir dürfen durch die ersten Druckexemplare blättern und sind begeistert von der Qualität der Bilder und Rezepte – da kriege ich gleich Hunger bei den Gerichten aus Ägypten, Vietnam, Peru, Australien und Schweden. Christiane, selbst Leiterin einer Koch- und Backgruppe, zeigt mir stolz ihren Beitrag: eine Schwarzwälder Kirschtorte!
Als Singapur-Neuling bin ich außer von den Rezepten fast noch begeisterter vom Index. In diesem wird nämlich für praktisch jede Zutat (mit Bild) genau aufgeführt, in welchem Geschäft in Singapur ich diese bekommen kann. Ein toller Service, denn sämtliche japanische, südafrikanischen, amerikanischen und auch deutschen Spezialitäten gibt es zuhauf; man muss nur wissen, wo man sie bekommen kann.
Auf jeden Fall weiß ich schon, was ich mir zu Weihnachten schenken werde – und wenn alles klappt, darf ich bald in der vegetarischen Kochgruppe mitmachen!

Nach dem kurzweiligen Vormittag mit der quirligen Michelle gehe ich noch zum japanischen „Daiso“ im Untergeschoss und erstehe Kleinigkeiten für den Adventskalender. Hier gibt’s einfach alles, von Aufklebern über Weihnachtsdeko zu Haushaltswaren und Bastelkram.

Als ich nach Hause eile, um noch schnell den wöchentlichen Essensplan zu schreiben und die Online-Lebensmittelbestellung abzugeben, regnet es in Strömen. Zwar kühlt es draußen dann immer tatsächlich für einen kurzen Moment ein wenig ab, doch ist die Schwüle unangenehm – da ist mir Sonne lieber, dann können wir wenigstens nachmittags in den Pool gehen!

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