Charity Walk und „Light Up@Orchard“

Charity Walk und „Light Up@Orchard“

In Singapur ist „Charity“, also Wohltätigkeit, ein großes Thema. Da es wenig staatliche Unterstützung gibt, sind die meisten Wohltätigkeitsorganisationen auf Spenden angewiesen.
Es gibt zahlreiche solcher Organisationen in der Stadt, die Suppenküchen betreiben, die kulturellen Einrichtungen am Leben erhalten, Kindern Bildung jeglicher Art oder Hilfsprojekte in den umliegenden Ländern ermöglichen.
Das Sammeln der Spenden dafür gehört hier quasi zum Alltag dazu, fast jedes „Event“ dient dazu, Geld für eine solche Organisation zu sammeln.

Und schon Kinder werden an diese Form der Wohltätigkeit herangeführt – so veranstaltet die EtonHouse-Gruppe jährlich einen groß angelegten „Charity Walk„. Hierzu werden alle Kinder und Eltern aller 14 Singapurer Einrichtungen eingeladen, um Geld für den EtonHouse Community Fund zu sammeln.
Natürlich waren wir neugierig darauf, und so meldete ich uns für Samstag an; natürlich gegen eine recht stattliche Anmeldegebühr – alles für einen guten Zweck, versteht sich. Im Gegenzug bekamen wir schicke, rote Shirts zugeteilt und standen gestern morgen Punkt 9 Uhr auf dem Rasen am Fort Canning Park.

Bei strahlendem Sonnenschein (und daraus resultierender Hitze) versammelten sich Hunderte von rot gekleideten Familien, eine Moderatorin schrie in ohrenbetäubender Lautstärke die bisher gesammelte Spendensumme ins Mikrophon, dazu ertönten stampfende Disco-Beats.
Titus war zunächst etwas irritiert und mir war viel zu warm (Norman durfte zuhause ausschlafen, da er von der Weihnachtsfeier am Abend vorher etwas übermüdet war). Schließlich sortierten sich alle Anwesenden zu den Startblöcken ihrer jeweiligen Kindergärten, und los ging der Spaziergang rund um den Fort Canning Park. Titus marschierte tapfer die gut 2 km des Rundwegs mit mir, wir guckten uns die schönen Bäume und Pflanzen an und staunten über die Menschenmassen um uns herum.

Wieder am Startpunkt angekommen, versorgten wir uns mit Coupons und inspizierten die vielen Stände, an denen es Essen und Getränke gab, aber auch Jahrmarkt- und Geschicklichkeitsspiele, zig Hüpfburgen, einen Kinderschminktisch und diverse Bastelaktionen.

 Dazwischen picknickten wir auf der Wiese, und gegen 11 Uhr rann uns der Schweiß von der Stirn und wir fuhren mit dem Bus wieder nach Hause, erschlagen von dem ganzen Trubel.

Kaum waren wir daheim angekommen, ging ein heftiges Gewitter los, und der Regen hielt den restlichen Nachmittag über an.

Ich verbrachten diesen bei Inga, einer Chorsängerin, zuhause im Wohnzimmer, wo wir eine recht spontan anberaumte Registerprobe für Sopran und Alt des Kammerchores abhielten, um endlich mit dem Bach-Gloria weiterzukommen. Ganz schön anstrengend, vor allem, weil ich dabei wieder mal am Klavier herumstümpern musste. Um kurz vor 16 Uhr brachen wir ab, wandelten die Probe in einen gemütlichen Kaffeeklatsch um und verquatschten uns in einer internationalen Runde (USA, Singapur, Deutschland und Australien). Dort bekam ich dann vom Chorvorstand auch das endgültige Okay, dass Titus zum Konzert am 10. Dezember kommen darf – normalerweise sind Kinder unter 6 Jahren an Veranstaltungsorten nicht erlaubt (außer bei explizit betitelten Kinderveranstaltungen) und sind bei Konzerten nicht gerne gesehen. Da der Junior sich aber beim Chorpicknick vor ein paar Wochen so liebreizend präsentiert hat und alle furchtbar begeistert von ihm waren (und weil ich die kompletten Programmhefttexte verfasst habe), bekam er nun eine „Sondererlaubnis“ und eine eigene Eintrittskarte!

Am frühen Abend nahm meine Mitsängerin Sindy mich dann mit dem Auto zur Orchard Road, wo ich mich mit Titus und Norman zu einem schnellen Abendessen im Food Court des ION Orchard traf. Groß angekündigt war für den Abend das sog. „Light Up„, also das „Anschalten“ der Weihnachtsbeleuchtung. Die Polizei riegelte die Straße ab, die Präsidentin fuhr mit gesamter Entourage vor, es gab eine Bühne und Musikshows und ein Riesenbrimborium. Leider dauerte die ganze Schose dermaßen lange, es herrschte ein unfassbares Gedränge aus Schaulustigen und Shoppingwütenden, so dass wir gegen halb neun entnervt nach Hause fuhren, noch bevor die Lichter angeschaltet waren.

Immerhin konnte Titus spontan Freundschaft schließen mit Ariella, der Tochter von Normans australischem Arbeitskollegen Josh, den wir mit seiner Familie trafen. Die gleichaltrigen Kinder tobten sofort miteinander herum, hielten Händchen und waren von einer Sekunde auf die andere quasi verliebt ineinander.

Da die Familie tatsächlich nur knapp 500m von uns entfernt wohnt, werden wir wohl in Zukunft das ein oder andere Playdate vereinbaren müssen!

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